Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 6 (1928)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1928)
- Article
- Die drei Sabbattischlieder des Jizchak Luria
- Date
- 1928-10-01
- Page
- Seite 603 (sequence 3)
- Language
- German
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JÜDISCHE VOLKSKUNDE 603 So nahet mir sacht, Zu schau'n meine Macht! Hier wurden zunichte Die starken Gerichte. Nach au [Seil gehören Ind können nicht stören Aus höllischen Zechen Die Hunde der Frechen'). So lud zum Gelage Der Alte der Tage Die heiligen Runden, Bis jene geschwunden. So ist es Sein Wille, Den er enthülle. Die „Schalen"'•) alle Britig! er zu Falle. Sic kehren in ihre Höhlungen nieder, Sie bergen in ihren Felsen sich Wierde r. So sei des \acluniltags ruhsame Zeit Des Kleingesich ligen Wonne gefweiht.!'e/c-i ehmin^ nieüriijer. höllischer \\ esen. ,;i Als Schulen, hehr. kelilotli werden die <len Setiroth enl^ciicni;csclzlen, das wesen hal'le Sein umhüllenden Keiiionen fies i.osen bezeichnet. ZUR .11 DIS( IIIA \ Ol.kSKl \DI. Von Professor Dr. Stephan Brassloff Im vierten Jahrgang der „Freien jüdischen hehrerstimme" (Wien 1915) hat V ik - t <> r A p t o w i t z c r unter dem Titel ,andernngen und Entlehnungen" einen Beitrag zur Reiigions- und Kulturgeschichte veröffentlicht, der neuerlich an mehreren allgemein interessanten Beispielen zeigen soll, wie jüdische Vorstellungen auch in die Yorsteilungswell anderer Völker eingedrungen sind, andererseits wiederum fremdnationale Gedanken Einfluß auf die Anschauungen der Juden gewonnen haben. I angst erkannt ist, daß die Uebereinstimmuügen ganz besonders auf dem Gebiete des Rechts hervortreten und für manche \\ cehtscin rieht ungen und Rechtssätze, die der am römischen Recht orientierte durist als eine Eigentümlichkeit römischen Rechtdenkens anzusehen geneigt ist, sich Parallelen aus den Quellen des jüdischen Rechts anführen lassen. Auf diese soll, so verlockend das auch für den Juristen ist, hier nicht weiter eingegangen werden; die nachfolgenden Ausführungen beschränken sich darauf, eine Ergänzung des von Aptowitzer gesammelten Ouellenmaterials zu bieten und im zwei Beispielen nachzuweisen, wie die von ihm erwähnten orientalischen Anschauungen, auch soweit sie nicht die bürgerliche Rechtsordnung, sondern das religiöse Zeremoniell und die religiös orientierte Sittenlehre betreffen, im Abendlande Eingang gefunden haben. 1. In der Agada begegnet, wie A p t o w i tzer1) nachweist, die Vorstellung, daß das Gebet zugleich, ein Kampf sei, ,,ein kampl liegen den Wider-sacher, den Satan-'), der keststrauß des Eaubhüttenl'estes sei die Sie- ) ... u. o. s.;,. -) Klein in ..!•'!•( ie jüdische Lehrcrstimnie" IV S. 41 nimmt unter llezuumdune;iul eine mittelallerliehe 1 landschi ilt (Cod. 'llamb. n. 17) an, ,.daft nicht der Wiedersaclier. sondern (lott seihst durch unser (icbet besiegt werden soll, dnii Goil nämlich unsere Wünsche erlülle". Das erinnert an mystische Vorstellungen des (!>a--idi>mus und es wäre wohl erst zu prülen, ob hier eine antik jüdische Anschauung zugrunde! icijt.