Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 6 (1928)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1928)
- Article
- Vom Nil zum Jordan
- Date
- 1928-10-01
- Page
- 593 (sequence 1)
- Language
- German
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- Haifa 1× ep/1047930
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VOM ML ZUM JORDAN Erinnerungen aus dem Weltkriege von VI. Jabotinsky Naoh<h*ut'k, auch aus/n;ifsweisq, verholen — Copyright l (p.S hy VI. Jabotinsky, Tel Aviv Autorisiert <' "L berset/.iniir aus dem Jiddischen (8. Fortsetzung) XIV. Wert und Zweck der jüdischen Legion — Eine kritische Periode — Vorsicht, meine Herren . . . Die dritte Periode unseres Militärdienstes — die Zeit nach dem Waffenstillstand — halte ich für die wichtigste. Ich will noch mehr sagen: der wahre Hauptzweck bei der Gründung der Legion war nicht so sehr ihre Teilnahme am Feldzuge, obwohl wir auch dies erstrebten, sondern ihr Verbleiben im Lande nach dem Kriege als die Garnison Palästinas. Die „Träumer", in denen das Legionsprojekt erstanden ist und die es zum Ziele führten, waren keine blassen Romantiker. Wir sind alle Zweckmenschen. Ruthenberg bewies es damit, daß heute Tel-Aviv und Haifa elektrisch beleuchtet sind; Meir Großmann und Jakob Landau damit, daß die Leser der jüdischen Zeitungen in irgendeiner galizischen Provinzstadt schon am folgenden Tage erfahren, was sich bei den Juden von Bucnos-Aires zugetragen hat; Trumpeldor damit, daß aus seinem „Chaluz"-Traum jene Chaluzim hervorgingen, die nun Palästina aufbauen. Natürlich legten wir den größten Wert darauf, daß den jüdischen Soldaten bei der Eroberung Palästinas eine Rolle zui'alle. Ich will noch weiter gehen und ganz offen bekennen: wir hatten alle gehofft, daß diese Rolle eine viel größere sein würde, als ihnen in der Tat zufiel. Nicht anderthalb Bataillone waren unser Traum bei Beginn unserer Arbeit und nicht Bataillone, die erst an die Front kamen, nachdem das halbe Palästina, Jerusalem inbegriffen, bereits ohne ihre Hilfe erobert worden war. Wohl hat unsere Legion, so klein wie sie war, bei den wichtigsten Kampfhandlungen an der Palästinafront ihre Pflicht getan, aber unser Traum hatte einen breiteren Inhalt gehabt. Wir hatten von einer zwanzig- bis dreißigtausend Mann starken Armee geträumt, von einer Armee, die kraft der Bedeutsamkeit, die ihr eine solche Stärke hätte verleihen können, mit den Engländern den ganzen Weg durch die Sinaiwüste zurücklegen sollte. Aber als Zweckmenschen waren wir auch während jener Träume kühle Rechner und begriffen, daß sogar 30 000 Mann nicht einmal ein Fünftel jener Armee gewesen wären, die für die Erobe-