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Menorah · 1928-09-01 · Heft 9 (September 1928) · p. Seite 520

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 9 (September 1928)
Article
Aus dem jüdischen Kochbuch
Date
1928-09-01
Page
Seite 520 (sequence 3)
Language
German
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520 MENORAH grümpels" mit „Sehlatten" (Chalotten). Am „Sochor" vor dem Brith Freitag abends So- «horerbsen, Sochorfisolen, Backwerk, Wein (Ungarn). Fisch in Ungarn meist mit Paprika zubereitet, doch auch „jüdisch" gekocht (mit Nüssen, Grünzeug) Hecht, Schill mit Erdäpfeln und Rahmüberguß. Beliebt auf dem Rost gebratene, selbst kleinere Fische. Karpfen mit Pfefferkuchensoße, Rosinen und Mandeln (sogenannte polnische Soße), in Unterfranken auch mit süßer Soße), in Österreich auch gefüllter Fisch. Polen: Pfefferfisch. In Derbend und Grusistan in Salzwasser Fisch mit Flossen und Schuppen gekocht und ebenso getrocknet, auch gebraten oder geräuchert gegessen. Beim Backen am Freitag wird ein Fladen bereitet (Burgenland). In Mähren: Fritteln (Oblaten) zur Erinnerung an das Manna (Abkürzung von Frikadillen), Färbel, Ferwel (Kaiserschmarrn). In Karlsruhe: Lungenwurst (fein gehackte Lunge, Weißbrot, Mikerfett, Zwiebel, Salz, Ingwer). In Kissingen: Bubele (Pflaumenkuchen) Fleisch mit Knoblauchsoße (geröstetes Mehl mit Fett und Knoblauch). Nudelsuppe nennt man Firmlesupp (Frimles vermizelles mit der Hand zerbröckelter Nudelteig, der in die Suppe getan wird). Fuß in der Suppe heißt: Geschlupper. Sabbatmittag. Petschai (Gallert, in Litauen) oder D r e 1 i e s (Südrußland, Galizien), bei «den Spaniolen pacca (Fuß), P i t s e (Rumänien, zum Teil auch Galizien): ein Bein von einer Kuh oder einem Kalb, das Haar entfernt, in Wasser mit Pfeffer, Salz, Zwiebeln, Knoblauch oder etwas Essig angesetzt, zu einer Sülze gekocht wie Schalet. Vor dem Anrichten wird ein Eidotter oder mehrere langsam eingerührt. Es wird warm gegessen, Freitagabend aber auch gesülzt. Am Samstag ist es Vorspeise, hie und da mit Penitzlech (gerösteten Brotschnitten). (P e n a t e 1: von Semmeln abgeschnittene Rinde, zu Pasteten verwendet.) Schalet (altfranz. cholt — warm), Scholent (Polen), Schulet (Böhmen, dort auch Melange genannt), bei der Sefardim „Chamim" (hebr.), auch in Arag (Kaukasus): gewöhnlich Bohnen, Graupen und geschmortes Fleisch oder ein Stück Fett, in Bayern gebackener Pudding. Bohnen-Schalet: ein Ochsenbein oder Brustknochen oder „Schlitten" von einer Gans, am Freitag mit gesalzenen Bohnen, Kohlrabi oder Porree ein wenig gekocht und in den Schalet- oder Grude-Ofen gestellt, wo es bis zum nächsten Mittag weiterkocht. Porree gilt im allgemeinen Volksglauben als Aphrodisiacum, daher bei den Spaniolen in Serbien auch am Roschhaschana-Abend. Kartoffel-Schalet, aus Kartoffeln, Fleisch, Fett, Zwiebeln, Salz, Pfeffer oder Ingwer, Wasser. Kuckuck-Schalet: 5 bis 6 große Äpfel, Fett, Haselnüsse, Zucker, Zitronensaft, Mehl, Apfelwein, Eier, Salz. Äpfel-Schale t, Mandel-Schalet, Nudel-Schalet, Weizen-Scha- 1 c t, Fisolen (Schnittbohnen) -Schalet. In Unterfranken: Nudelschalet. In Hessen: süßer (Äpfel und Rosinen) oder scharfer Schalet. In Karlsruhe: A p f e 1 b u w e 1 e (Teig mit Lagen von Apfelschnitten, Rosinen, Zimt und Zucker). Maultaschen (Nudelteig mit gedämpfter Zwiebel, viel Petersilie, etwas Spinat, Eiern, Salz in viel Butter gekocht). [Das Wort wohl ~ Babe, tschechisch baba. Vorn tschech. livanoc (gegossen): L iw a n z e n, von kolo (Rad): Kolatschen, von skrubanek (Sterz): Schkubanken, von plecko (Vorderfleisch): P 1 e t z e.] Schalet-Eier (bei den Spaniolen: huevos inhammadas [gewärmte Eier]): in Asche gebraten oder mit Fett, Zwiebel, Paprika und Salz zerhackt (Ungarn). Ritschet (deutsch, mundartlich) Reis mit Bohnen oder Erbsen, in Ungarn (nach Mitteilung von Dr. Flesch-Mohacz) wird Schalet mit viel Suppe, Gerstel oder Dicht (die Ganskeule, mittelhochdeutsch dicht, wahrend B e 1 e k, die Gansbrust von polnisch bialy „weiß", das weiße Fleisch), auch geselchtem Fleisch Ritschet genannt. (Fortsetzung folgt.)

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