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Menorah · 1928-05-01 · Heft 5 (Mai 1928) · p. Seite 320

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 5 (Mai 1928)
Article
José Jehouda: Von Geschlecht zu Geschlecht [Rezension]
Date
1928-05-01
Page
Seite 320 (sequence 2)
Language
German
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520 MENORA 11 Judentum in Frankreich und unseren modernen Bücherbetrieb überhaupt Interesse hat. Es ist nirgends klarer zu sehen, wie eine tiefe Tendenz, wie sie der heutige Philoscmilismus hierzulande ist, ausgenützt wird, um literarisch belanglosen Werken Eingang und Gehör zu verschallen. Jüdische Namen, viel, meistens unangebrachte Zitate, endlose Gebete und Zeremonien — Lokal färbe nennt man diesen Kitsch — eine ganz unwahrscheinliche Dosis Tüchtigkeit, rechts und links verteilt, und die Neugierde, die das Groüstadtpublikum einem Negerdorf in seinem Zoologischen Garten entgegenbringt, ist geweckt und befriedigt. Das einzig Bemerkenswerte an all diesen Romanen, die gar keine sind, ist das Thema. Man könnte es Väter und Söhne nennen oder der Weg vom Ghetto nach Europa, jenen Saltomorlale, der ja vielen nicht aufhört, ein Rätsel zu sein. Ein Musler jener Art, die dem Thema natürlich nicht gerecht wird, ist, wie gesagt, die Erzählung von Jehouda. Es verdient, da l.i man darin blättert, denn es ist und bleibt ein Kullurdokument und wird einst sehr aufschlußreich werden. A. G. T. E. LAWRENCE: AUFSTAND IN DER WÜSTE. Verlag Paul List, Leipzig. Der Verfasser ist ein junger Altertumsforscher, der wegen seiner Sprach kenn tnisse während des Krieges als Verständigungsoffizicr dem britischen Stabe in Kairo zugeteilt wurde. Er verfolgte die anwachsende Aufstandsbewegung der Araber gegen die Türkei und sah in ihr einen mächtigen Bundesgenossen für England. Er bietet dem Führer, dem Sohne König Husseins, Faisal, der Seele dieser Bewegung, seine Dienste als Ratgeber und Vermittler mit England an. Unter Mithilfe Lawrence, der Geld, Wallen und Unterstützung durch Spcznillruppen aus Kairo zu beschaffen vermag, gelingt es Faisal, mehrere Beduinenstämme zu gewinnen und mit ihnen einen Guerillakrieg gegen die Türken zu beginnen. Ernste militärische Handlungen auszuführen, sind aber seine Truppen trotz dieser Hilfe nicht imstande. Sie müssen sich auf gelegentliche Unterbrechung der Mekkabahn beschränken. Erst nachdem Allenby die türkische Front in Palästina durchbrochen hat, überfallen Faisals barbarische Horden die Nachhut der türkischen Truppen, um, was sie an Türken erjagen können, erbarmungslos niederzumachen. Nur die in voller Ordnung sich zurückziehenden Abteilungen der deutschen und österreichischen Truppen wagen sie nicht anzugreifen. Das Buch schließt mit dem Einzüge der vereinigten englischen und arabischen Truppen in Damaskus und der Übernahme der Regierung durch Faisal. Es ist werlvoll durch die intime Kenntnis, die Lawrence als feingebildeter Europäer von den rohen Sitten der Wüstenaraber gewonnen hat, durch die Darstellung der Zerrissenheit arabischer Politik und der von dem Verfasser zwar nicht zugegebenen, aber aus jeder Zeile seines Buches aufscheinenden Aussichtslosigkeit, auf der Grundlage eines arabischen Nationalismus diese sich bis aufs Messer befehdenden Stämme und Klans zu einigen. N. H. Von Büchern, Dichtern und Verlegern Mit einem Geleitwort von Max B ro d erscheint ein großangelegtes Werk der modernen deutschen Literatur über das gesamte Problem des jüdischen Menschen der Gegenwart aus der Feder eines Nichtjuden unter dem Titel: ,.J u d a u n d die A n d e r n", von Heinrich S i e in e r (Verlag Gebrüder Paetel, Berlin). Von Heinrich K u r t z i g, den die lebensvolle Schilderung der Tradition einer jüdischen Familie in seinem Buche ,,Ostdeutsches Judentum" bekanntgemacht hat, erschien eine Sammlung ernster und heiterer Erzählungen und Skizzen aus dem Leben der ostischen Menschen. (Verlag M. Poppelauer, Berlin.) Von Julie WT a ssermann-Spcye r erschien unter dem Titel „Das lebendige Herz" der Roman einer Ehe. (Verlag Bücherlese-Leipzig.) Das Werk ist ein bemerkenswertes Dokument der weiblichen Psyche. JOHANNA ABELES & SOHN MIEDERSPEZI ALITÄ TEN WIEN, I., ROTENTURMSTRASSE 23 ■ Haus ersten Randes mit allem fcUiarilU Komfort ausgestattet, Schweizer Riviera J.^6^ , Gesellschaftsräume, . fließend, kalt. u. warm. \\ asser, Pension Tera-sen, Bäder, großer Park. Villa Montana Vorzügliche Verpflegtino:. Neu , . 0 . eröffnet: GrindehvaLd, Hotel \ia del Sole 33 Silberhorn, Eröffnung Juni lel- 7,;,; Bes. Frau S. Kuhn, Basel Pension Preiestr. 2S>. Tel. Safran 30 - 22 Herausgeber Dr. Norbert Hoff mann, Eigentümer und Verleger Habrith-Verlagsgesellschaft m. b. H., sämtlich Wien, I., Zelinkagasse 13. Verantwortlicher Redakteur Friedrich Matzner, Wien, V., Margaretengürtel 22. Druck der Waldheim-Eberle A. G. (verantwortl.: Karl Wieland), Wien, VII., Seidengasse 3—11.

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