Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 6 (1928)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1928)
- Article
- Vom Nil zum Jordan
- Date
- 1928-05-01
- Page
- Seite 303 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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VOM NIL ZUM JORDAN 303 an der Palästinafront gefallen war. Sein Tod machte auf alle Juden einen tiefen Eindruck, da seine Mutter Hannah Rothschild war, eine Tochter der Schwester des ersten Lords Rothschild. Es war bekannt, daß alle Primroses auf ihr jüdisches Blut stolz sind, und daß besonders Neil Primrose an die Palästinafront gehen wollte. Amery begegnete an einem dieser Tage Patterson im War-Office. ,,Sie erinnern sich nicht an Primrose?" sagte er zum Colone!. — ,,Es ist jener Offizier, den ich damals zu Ihrer Versammlung mitgebracht habe. Er hatte großes Interesse für die Legion . .." Wäre nicht dieser dumme Zufall gekommen, so wäre er in unserer Legion, und vielleicht noch heute am Leben. ach jener Versammlung haben uns die Assimilanten offiziell den Krieg erklärt. Eine Deputation aus ihrer Mitte begab sich zum Kriegsminister Lord Derby. An dieser nahmen teil: Lord Swaythling, Major Lionel Rothschild und noch einige aus demselben Kreise, aus dem man heute die zweiten „Fifty" der zionistischen Jewish Agency bilden will. Ihre Absicht war klar. Das ereignete sich bloß einige Monate vor der Balfour-Deklaration. Sie standen damals vor dem letzten Kampfakt gegen die Deklaration, und ganz logisch folgerten sie, daß ein Korps in Palästina, vom antizionistischen Standpunkte gesehen, noch viel „gefährlicher" wäre als eine einfache Zusage auf Papier. Sie forderten vom Kriegsminister, daß man kein jüdisches Regiment schalle. Fremde Juden soll man zwar aufnehmen, aber auf verschiedene Bataillone aufteilen und nachher dorthin schicken, wohin andere englische Soldaten geschickt wrerden — einen kleinen Teil vielleicht nach Palästina, die meisten jedoch nach Flandern. „Gut" — entgegnete Lord Derby — ,,ich kann sie zwar nicht in anderen Bataillonen unterbringen, aber Ihr Regiment wird nicht den Titel „Jüdisches" führen, und es wird ebenso behandelt werden wie alle anderen. Es wird auch in bezug auf die Front keine Ausnahme gemacht werden." Eine halbe Stunde später wurde uns diese Nachricht in unser Rekrutierungsbureau überbracht. Wir entgegneten mit einer Gegen - mobilisation. Patterson, der sich der Gefahr aussetzte, vor das Kriegsgericht gestellt zu werden, richtete sofort einen scharfen Brief an den Generaladjutanten (es ist der Militärchef des ganzen War-Office, der erste Mann in der Armee nach dem Kriegsminister). In diesem Briefe er-