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Menorah · 1928-05-01 · Heft 5 (Mai 1928) · p. 259

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 5 (Mai 1928)
Article
Bank aus der Synagoge von Zülz O. S., 1782 [Illustration]
Date
1928-05-01
Page
259 (sequence 1)
Language
German
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Bank aus der Synagoge von Zülz O. S. (1782) Beschneidungsbänke in Ostdeutschland Von Ing. Dr. Alfred Grotte Die Zeremonie des Beschneidens, das „Zeichen des heiligen Bundes" zwischen Gott und Israel, ist in früheren Zeiten, entsprechend ihrer Heiligkeit, auch an einem heiligen Orte, in der Synagoge, vollzogen worden. Wenigstens lassen ältere Darstellungen des Aktes darauf schließen, so besonders in dem Werke von Bodenschatz, dem ,»Aufrichtig teutsch redenden Hebräer'* (Bamberg 1756). Auch sonstige Abbildungen (vgl. Jüd. Lexikon I, S. 862 ff.) zeigen einen Synagogenraum, in dem die Beschneidung vor sich geht. Endlich läßt das Vorkommen besonderer Beschneidungsbänke in älteren Synagogen des Ostens diesen Schluß zu. Die Bank ist zumeist zweisitzig; linkseitig der Sitz des Sandek (Paten), der das Kind hält; auf die rechte Seite wird das Kind gelegt, während der Mohel sein Gebet verrichtet. Dieser rechte Platz ist als „Thron des Propheten Elia" (Kisse schel Elijohu hanovi) symbolisch vorgesehen1). Sitz und Lehne sind gepolstert. Inschriften im Polsterstoff oder am Holz werk, in Goldstickerei, beziehungsweise vergoldetem Schnitzwerk, beziehen sich auf Zweckbestimmung, Stifter und Zeit der Stiftung des Stuhles. Im nachstehenden seien drei solcher Bänke beschrieben, die der Verfasser auf seinen Studienreisen fand und deren jede formal, beziehungsweise historisch beachtenswert erscheinen mag. Die älteste Bank befindet sich in der Synagoge2) in K u r n i k. Sie zeigt die Formen des gleichzeitigen Bokoko in reifer, zünftiger Auffassung und läßt auf einen jener jüdischen „Schnitzler" schließen, von denen der Verfasser in seinen bisherigen Veröffentlichungen nachweist, beziehungsweise annimmt, daß sie sich als Meister der prächtigen heiligen Schreine in Polen und den ehemaligen preußischen Grenzstädten betätigten3). Der Beschneidungsstuhl in Kurnik zeigt inmitten der Rückenlehne eine hebräische Inschrift, deren Übersetzung lautet: „Dies ist der Thron des Elia; sein Andenken sei zum Segen." Beiderseits der Inschriftkartusche sind Symbole des Aktes dargestellt: Kidduschbecher und Beschneidungsmesser. Auffallend ist die im Gegensatz zur Lehne rohe und formal weniger entsprechende Ornamentik des Untergestells; man könnte annehmen, daß es sich um eine spätere Erneuerung handelt. Das Schriftband am unteren Teil der Rückenlehne gibt uns Aufschluß über die

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