Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 6 (1928)
- Issue
- Heft 4 (April 1928)
- Article
- Von Büchern, Dichtern und Verlegern [Nachricht]
- Date
- 1928-04-01
- Page
- Seite 256 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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256 MENORAH trittst, so wirst du dort viele auf den Knien finden, doch auf dem Wege dorthin wirst du immer allein gewesen sein." Ein Erlebnis, so alt wie die Vergesellschaftung der Menschen und so neu wie der junge Tag. Jeder Weg zur Wahrheit ist mit Dornen besät und wenn die Pfadfinder zum Ziele kommen, finden sie die Marodeure des Erfolges, die mühelos über sie emporgestiegen sind. Etwa nahe an 500 Sprüche, manche zu Abhandlungen ausgeweitet, gereimt und in Prosa, aus allen Beziehungen des Lebens, rufen zum Nachdenken, erregen Widerspruch oder Zustimmung und gar mancher Ausspruch >vird unser künftiges Denken, vielleicht unser Handeln beeinflussen. Wer vermag sich dem Einfluß des folgenden Gedankens zu entziehen: „Wem die Gabe der Gerechtigkeit verliehen ist, ohne die übrigen göttlichen Eigenschaften, Allmacht und Allweisheit, der ist übler dran als der Ungerechte, denn er ist zur Selbstzerstörung bestimmt." Das könnte als Motto über einer jüdischen Kulturgeschichte stehen. Uns wurde die Gerechtigkeit zum Gesetz. In allen Beziehungen zu leidenden Menschen, die die modernen Völker Wohltat nennen oder gar Almosen, war unseren Vorfahren „Zedaka"- Gerechtigkeit befohlen. Die Bedrückung des Sklaven, das Ausnützen der Arbeiter, die Zurücksetzung des Fremdlings, das alles war uns verboten. Und selbst im Herzen Gottes >var uns kein Sonderplatz vergönnt. Denn es heißt: „Auch die Frommen, die keine Israeliten sind, haben teil an der ewigen Seligkeit." Demgegenüber stehen der Islam und das Christentum, die nur ihren Bekennem das eAvige Leben gönnen, den anderen zumeist kaum das zeitliche. Und wahrlich, die Juden sind eben dabei, sich selbst zu zerstören. Der einzelne erkennt die Fehler der Gesamtheit, wobei er sich selbst ausschaltet, der Widerstand oder gar der Haß der Mehrheit wird durch unser „Verstehen" gemildert, was uns Kraft und Sicherheit nimmt. Schnitzler sagt darüber, wohl ins allgemeine gewendet, aber für diesen Einzelfall von besonderer Bedeutung: „Bewahre uns der Himmel vor dem „Verstehen". Er nimmt unserem Zorn die Kraft, unserem Haß die Würde, unserer Rache die Lust und noch unserer Erinnerung die Seligkeit." Ja, das „Verstehen", das objektiv sein wollen um jeden Preis, es nimmt auch unserem Erinnern die Seligkeit, sonst müßte die Erinnerung an unsere seltsam große Vergangenheit uns beseligend erfüllen und erhöhen. Das führt zwar weitab von dem Buche, das wir besprechen wollen — aber der Nachweis — daß es in die Vergangenheit zurückführt und Brücken in die Zukunft schlägt, ist ein Beweis für seinen hohen Wert. Y.-St. Von BücJiern, Dichtern und Verlegern Von Jakob K 1 a l z k i n erschien im Verlage Esch Kol (Berlin): „Philosophisches L ex i k o n (hehr.-deutsch) des hebräischen Schrifttums." Das Werk stellt den ersten Versuch dar, die begrifflichen und terminologischen Elemente der jüdischen Gedankenwelt und insbesondere der Religionsphilosophie zu ergründen. Im Verlage Georg Müller, München, erschien in der Sammlung Religio — Darstellung religiöser Charaktere und Strömungen, — ein Band „M ose s", von Uriel B i r nb a u m. Die Alexander Kohtit-Stiftung in Berlin läßt als Band I einer Serie von Werken, die der semitischen Philologie gewidmet sind, im Verlage der Asia Major (Leipzig) erscheinen: Salzlehre der aramäischen Sprache des babylonischen Talmuds von Michel Schlesinger. JOHANNA ABELES & SOHN MIEDERSPEZIALITÄTEN WIEN, I., ROTENTURMSTRÄSSE 23 Herausgeber Dr. Norbert Hoff mann, Eigentümer und Verleger Habrith-Verlagsgesellschaft m. b. H., sämtlich Wien, I., Zelinkagasse 13. Verantwortlicher Redakteur Friedrich Matzner, Wien, V., Margaretengürtel 22. Druck der Waldheim-Eberle A. G. (verantwortl.: Karl Wieland), Wien, VII., Seidengasse 3—11.