Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 6 (1928)
- Issue
- Heft 4 (April 1928)
- Article
- Die Siedlung Beth-Alpha im Emek [Illustration]
- Date
- 1928-04-01
- Page
- Seite 228 (sequence 1)
- Language
- German
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228 MENORAH zuschüchtern, von ihm ausgegangen war. Aber Samuel hatte sie aufgegriffen. Mit Hille Harry Firsts hatte ich schon damals in Whitechapel einen Kreis von Anhängern gewonnen: wir hielten eine Beratung ab, in der wir beschlossen, den Ausfall Samuels zugunsten der Legionspropaganda auszunützen. Einige Tage darauf versammelten sich in meiner Wohnung in Chelsea die Korrespondenten der ganzen liberalen russischen Presse. Juden und Chrislen, telegraphierten gemeinsam an den Kriegsminister Lord Derby und verlangten eine Unterredung. Derby sandte die Depesche an den Home-Minister und Samuel bat uns zu sich. Der Empfang fand in einem Saale des House of Commons stall. Es war ein feierlicher Moment: sechs Journalisten um den Tisch, Herbert Samuel obenan und hinter ihm eine Suite von sechs Sekretären, und jeder, der sprechen wollte, erhob sich, sowohl der Minister als auch wir. Damals war die russische Presse noch eine Macht. Unsere Redner erklärten dem Minister, daß seine Drohung an die Juden Whitechapels, die von dem liberalen Rußland als politische Flüchtlinge betrachtet werden, eine Gefahr bedeute, die unsere ganze journalistische Arbeit zerstören könnte. Wir vertreten hier zumindest drei Viertel des ganzen lesenden Publikums in Rußland. Das, was russ-ische Fortschrittler an dem jetzigen Kontakt zwischen England und Rußland schätzen, sei nicht lediglich auf Kriegsinteressen aufgebaut, sondern auch auf die Hoffnung, daß das englische Regime das russische beeinflussen werde, und wir Londoner Korrespondenten hätten beständig diese Hoffnung unterstützt. Aber die Drohung des Home- Ministers mache einen ganz anderen Eindruck — es habe den Anschein, als nehme dieser politische Einfluß eine direkt entgegengesetzte Richtung. Das ist verderblich für die einheitliche Kriegsstimmung in Rußland und wir halten es für unsere Pflicht, auf diese Gefahr hinzuweisen. ..Meine Herren." entgegnet Samuel, „ich begreife Ihren Standpunkt. Aber Sie müssen auch unsere Lage verstehen. Das englische Volk ist äußerst unzufrieden mit der gleichgültigen Haltung der Eingewanderten. Es kann zum Antisemitismus führen. Irgend einen Rat muß man doch finden — so bleiben darf die Sache nicht. Was wäre also zu tun?" Und er wandte sich an mich (bis dahin schwieg ich). Über meine Agitation wußte er schon lange, aber wir hatten einander noch nicht kennengelernt. Er fragte mich: