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Menorah · 1928-03-01 · Heft 3 (März 1928) · p. Seite 177

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 3 (März 1928)
Article
Vom Nil zum Jordan
Date
1928-03-01
Page
Seite 177 (sequence 13)
Language
German
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VOM NIL ZUM JORDAN 177 ,,Das heißt, wenn ein Manifest der englischen Regierung zugunsten des Zionismus erscheinen würde, dann? ..." „Dann würden die amerikanischen Juden noch immer sagen: ,Schön — aber was bedeutet ein Manifest ohne Taten?' Sehen Sie. zu Beginn des Krieges wurde ein Ausdruck geschaffen: ,ein Fetzen Papier' — und er wurde populär. Manifest — wohl, aber dem müssen Taten folgen." „Was sollen diese Taten sein?" „Ein jüdisches Corps, das sich an der Eroberung Palästinas beteiligen soll/' „Aber es weiß doch niemand, wann wir nach Palästina ziehen werden, und Lord Kitchener meint: niemals." „Ein Regiment ist nicht von der gleichen Art wie der Wunderbaum des Propheten Jona (einem Engländer darf man Bibelsprüche zitieren, er versieht sie). Eine Armee wächst nicht über Nacht hervor. Wenn man sie in einem Jahre brauchen wird — dann muß mit den Vorbereitungen schon heute begonnen werden. Und was Lord Kitchener betrifft — so befindet er sich im Irrtum." „Sagt es nicht an in Gath", entgegnet er ebenfalls mit einem Bibelzilat. „Aber ich werde darüber nachdenken und es mit meinen Kollegen besprechen." Feurige, scharfe Artikel gegen Rußland haben die amerikanischen jüdischen Zeitungen im Jahre 1915 geschrieben, aber deren Verfasser und die Redakteure selbst wissen es vielleicht nicht, wie mächtig das auf die Vorbereitung der Balfour-Deklaration gewirkt hat. r. Joseph King, ein liberaler Abgeordneter, richtete im House of Commons eine Interpellation an den Minister, ob es ihm bekannt sei, daß ein „russischer Journalist" in Whitechapel für die Gründung einer jüdischen Legion agitiere und ob „dieser Russe" irgend eine Vollmacht dazu seitens der Regierung besitze. Ich schrieb ihm: „Bevor Sie einen Menschen und seine Gedanken angreifen, schenken Sie ihm zunächst Gehör." Wir treffen uns im National-liberalen Klub. Wie ich in die Halle trete, bemerke ich, daß er mit einem gelben, mageren Herrn spricht, der ein ziemlich verbissenes Torquemada- oder halb Torquemada-, halb Mephistopheles-Gesicht hat. Mr. King begrüßt mich mit Kopfnicken. Der hagere Gentleman wendet sich ab. Sie empfehlen sich voneinander, der andere geht weg und Mr. King führt mich an ein Sofa. „Meine Freunde aus Whitechapel", sagt er, „beklagen sich sehr

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