Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 6 (1928)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1928)
- Article
- Schibche ha-Zaddikim
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 62 (sequence 2)
- Language
- German
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62 MENORAH kann. In einer Borajta wird gelehrt, daß dort, wohin die Weisen ihre Augen lenken, Tod oder Armut, auch Brand und Vernichtung entstehen kann (B. Ned 74 B, Sota 47 B, Chag. 5B, MK 17 a, b Sabbat 33 B—34 a, Pes. 90 B). Hier kann der Blick des Frommen auch Wunder üben. 8. Der Fromme kennt die Zukunft Jacob Salveriah lebt in der Nähe des Wundermannes Chaj Tayyab. Seine Frau war kinderlos und weinte deshalb sehr. Nach der Ursache der Tränen vom Rabbi befragt, klagt sie ihm ihr Leid und er verheißt ihr, daß sie noch binnen Jahresfrist eines Sohnes genesen werde. So geschah es auch. In der Nacht vor der Beschneidung versammelte der Vater die ganze Gemeinde und man wartete auf den Heiligen. Unter den Gästen war auch ein Jerusalemer, zu dem der Ruf des Heiligen nicht gelangt war. Er wundert sich über die große Ehre, die dem Heiligen erwiesen wird. Dann entsteht eine eifrige Diskussion über talmudische Stellen und halachische Fragen. Der Heilige triumphiert. Der Jerusalemer wünscht sich im Gebet entweder das Wissen des Heiligen zu besitzen oder den Tod. Der Heilige hört im Geiste das Gebet des Jerusalemers und befragt ihn darüber, worauf alle sehen, daß der Heilige nicht nur die Zukunft, sondern auch die Geheimnisse der Menschen kennt. 9. Zoharstudium Ein Mann hatte die Gewohnheit, Freitag nach Mitternacht zehn gelehrte Männer in seine Wohnung zu rufen, um mit ihnen gemeinsam den Zohar zu lesen15). Vor seinem Tode befahl er seinem Sohne, diese Sitte festzuhalten. So geschah es auch, und der Sohn wurde mit Reichtum belohnt. Eines Freitags im Winter kam Tayyab zu dem Manne und verlangte für einen gewissen Zweck einen halben Gulden. Es war sehr naß und die feinen Teppiche des reichen Mannes wurden beschädigt. Dies wiederholte sich dreimal und die Geduld des reichen Mannes wurde auf eine gar harte Probe gestellt, bis er den Wundermann mit feinen Worten zurechtgewiesen: ,,Warum kommst du dreimal? Du hättest doch gleich eineinhalb Gulden verlangen sollen, ohne meine Teppiche dreimal zu beschmutzen!Ci Der reiche Mann hatte darauf in der Sabbatnacht einen recht bösen Traum. Der Vater erscheint dem Sohne, weist ihn zurecht und verkündet ihm, daß er noch am selben Tage sterben werde, falls der Fromme ihm nicht vor Tagesanbruch verziehen habe. Es war gerade Mitternacht, als er erwachte. Der Diener wird ausgesandt, um die zehn Gelehrten zu rufen. Der Wundermann ist aber nicht unter ihnen, Der Diener ruft ihn, er kommt aber nicht. Nach langem Verhandeln entläßt der Rabbi den Diener mit den Worten: „Sage deinem Herrn: ,Fürchte dich nicht und sei nicht ängstlich, denn der Morgen ist noch nicht angebrochen!" Da erkannte der Herr, daß der Geist Gottes aus dem Heiligen spreche, und er bat um Verzeihung, die ihm auch gewährt wurde.