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Menorah · 1928-01-01 · Heft 1 (Januar 1928) · p. Seite 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 1 (Januar 1928)
Article
[Prof Dr. Hirsch Perez Chajes] [Illustration]
Date
1928-01-01
Page
Seite 4 (sequence 1)
Language
German
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4 MENORAH Prof. Dr. Hirsch Perez Chajes Oberrabbiner der Israelitischen Ivullusgemeinde in Wien, starb am 13. Dezember 1U27 im 51. Lebensjahre. Tau sende der Wiener Juden folgten seinem Sarge und ehrten ihren heiingegangenen Führer. Der Trauerfeierlichkeil wohnten der Präsident der Republik Österreich, Dr. Michael Hainisch, der Polizeipräsident von Wien, Dr. Johann Schober, Vertreter der Behörden, der jüdischen Gemeinden und Korporationen bei. Zur Ehrung des Dahingeschiedenen veröffentlichen wir hier eine Schilderung, die Rebekah K o h u t in ihrem Memoiren werke: „My Portion" über ihr Zusammentreffen mit Prof. Chajes gibt: „Ich lernte Dr. Chajes in Wien kennen, als ich für unseren Frauenverein tätig war. Die erste Frage, die in Wien ein Jude an einen Fremden richtet, ist fast immer: .Kennen Sie schon unseren Oberrabbiner?' Dr. Chajes war ein Segen für seine Gemeinde, nur daß er die ganze jüdische Well als seine Gemeinde ansah. Ganz besonders nahm er sich der Kinder an und verstand es. alle Faktoren für sie zu interessieren. Ich hatte zwei Rabbiner gekannt, meinen Vateilt nd meinen Gallen, und beide waren Ideale ihres Berufes. Sie besaßen jene wesentlichen Vorzüge, die nach meinem Gefühl jeder Seelsorger haben müßte. Tin Kriege wurde es mir vergönnt, einen drillen kennenzulernen. Dokior Chajes. Ohne sein Fingreifen wäre es den Juden von Österreich schlechter ergangen als denen von Polen. Tag und Nacht arbeitete er fieberhaft, nicht nur für die Armen, um ihnen die Fxislenz zu ermöglichen, sondern auch für die Wohlhabenden, um sie vor politischer Drangsalierung zu schützen. Im Interesse seiner Glaubensgenossen bereiste er Furopa von einem Fnde zum andern und seine Tätigkeit im .Joint' erleichterte diesem wesentlich die Arbeit in Mitteleuropa. Als das Rabbiner-Seminar in Wien geschlossen werden sollte, war es für Doktor Chajes eine ausgemachte Sache, da Ii die jüdische Wissenschaft am Leben erhalten werden müsse. Fr übernahm selbst den Unterricht, den er in den frühen Morgensfunden erteilte; das war die einzige Zeit, die er sich von seiner Amistätigkeit absparen konnte. Fr brachte die nötigen Mittel auf, um die Professoren zu bezahlen: so konnte das theologische Seminar seine Tätigkeit fortsetzen. Ein zweiler Jochanan ben Sakkai. hat er die jüdische Wissenschaft am Leben erhalten. Obgleich verhältnismäßig jmig, sieht er infolge der schweren Arbeil im Dienste des jüdischen Volkes alt und verbraucht aus. In schweren Zeiten hat Gott dem jüdischen Volke stets seine Boten geschickt und durch sie zu ihm gesprochen. Fürwahr, Oberrabbiner Dr. Chajes ist ein solch gollgcsandler Bote."

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