Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1927)
- Article
- Beschneidungsschälchen aus dem 16. Jahrhundert [Illustration]
- Date
- 1927-12-01
- Page
- 767 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- illustration document
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/2912821-2912866-2912878-2921077--05953-2921246- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
BeschneidnngsschCdchcn aus dem 16. Jahrhundert Jiesitz: Verein zur Pflege jüdischer Altertümer in Dlainz Ein Gang durch das Museum Jüdischer Altertümer Das Museum, "betitelt: Historische Sammlung der israelitischen Gemeinde Mainz, wird durch den Verein zur Pilege Jüdischer Altertümer in Mainz unterhalten und befindet sich im Israelitischen Gemeindehaus. Es wurde am 3. Oktober VJ-JG eröffnet und von Herrn Dr. jur. Karl Laden bürg1 geordnet. An der Wand links vor dem Eingang sind Abklatsche von drei Inschriflsleincn angcbraehl. Ks sind ehrfurchlgebielendc und älteste unmittelbare. Urkunden eines Synagogenbaues aus dem Ende des 13. Jahrhunderts. An der Wand fläche darüber hängen unter Glas und Rahmen einige hübsche Kohlezeichnungen in impressionistischer Manier. Es sind Ansichten des alten Mainzer Judcnfriedhofs, der heute außer Gebrauch gesetzt ist. Zusammen mit den Inschriflsleincn bezeichnen sie die Merk- und Sammelpunkte der jüdischen Soliderexistenz im historischen Stadtverbande. Einleuchtend bedeuten sie so den Aultakt zum Eigencharakter dieses Museums. Das Museum selbst birgt allerdings fast durchweg und ausschließlich Denkmäler des 17. bis 19. Jahrhunderts. Es ist nur ein Raum, den die Gemeinde zunächst diesem Zwecke zur Verfügung stellen konnte. Aber dieser eine Raum ist in seiner scheinbaren Überfülle innerlich durchgeordnet und begründet, so daß selbst der kritischste Betrachter eine Verbreiterung und Auseinanderlegung des als künstlerisches und lehrhaftes Ensemble unzerteilbaren und wohlabgerundeten musealen Kunstwerkes nicht fordern möchte. Seine weihevoll prächtige Grundslimmung erhält der angenehm proportionierte, breitrechteckige Raum durch eine qualitativ wie zahlenmäßig einzig dastehende Kollektion von Thoravorhängen, mit denen die ganzen oberen Hälften der Wandflächen und die den Ecnslcrn gegenüberliegende Eingangswand sogar vollkommen von unten bis oben angefüllt sind. Gleichsam eingebettet in die wann leuchtende und glanzvoll vermittelnde Materie dieses Fonds sind Vitrinen aufgestellt, in denen sich übersichtlich und folgerichtig ausgebreitetes Urkundenmaterial, allerlei historische Kuriosa sowie geschichtlich und kunstgewerblich amüsantes Rituaigerät dem interessierten Beschauer zum Studium und zum Genüsse darbieten. Photographien und Zeichnungen ergänzen den Bestand an Originalen. Dem heiligtumshaften Stimmungscharakler der Thoravorhänge korrespondieren zwei gewallige messingene Ghanukkaleuchter und ein mit schwerer Brokatdecke bekleidetes und von einer Haftararolle gekröntes Vorbeterpult, die frei aufragend als Angelpunkte des Raumausdrucks postiert sind. Die Vitrine gleich links vom Eingange aus enthält handgeschriebene Urkunden. Dokumente über eine Erweiterung der Synagoge und den Bau einer Schule von 1642 bis 1690 sind die ältesten und übermitteln ein geschlossenes Bild wichtigster Ereignisse im Leben der Gemeinde des 17. Jahrhunderts. Ihnen gesellen sich zu Protokollbücher der Beerdigungs-