Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1927)
- Article
- Außenansicht der alten Synagoge von 1853 [Mainz] [Illustration]
- Date
- 1927-12-01
- Page
- 755 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- illustration document
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2912821-2912866-2912878-2921067--05923-2921234- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Außcnansicht der alten Synagoge von I8ö3 VON DEN JUDEN GASSEN Der alle Name „Judengasse" lebt noch heute im Mainzer Volksmunde ruhig weiter, obwohl man schon vor ungefähr 70 Jahren in der amtlichen Bezeichnung die Gassen umgetauft hat. Das Mainzer Adreßbuch von 1843 führt noch an: 1. eine Judengasse, 2. eine offene Judengasse und 3. eine hinlere Judengasse. Ihnen entsprechen die heulige Margarelhengasse, die vordere und die hinlere Synagogenslraße. Erst im Adreßhuche von 1860 taucht eine Synagogen strafte auf mit der Bemerkung früher: vordere Judengasse". Reiches Material für die Geschiehle der Mainzer Judengassen findet sich bei Salfeld: ,.Bilder aus der Vergangenheit der jüdischen Gemeinde Mainz", Seile 40 ff., und bei Sehrohe: ..Kurmainz unler kurfürstlicher Verwaltung". Beiträge zur Geschichte der Stadt Mainz, Band 5, an verschiedenen Stellen. Nach der baulichen und baugeschichllichcn Seile hin widmet ihnen Vogts ..Das Mainzer Wohnhaus im 18. Jahrhundert" Beiträge zur Geschichte der Stadt Mainz, Band 1. Seile 57, ein besonderes Kapitel. Kür die Topographie der Judengassen werden die älteren Mainzer Sladlaufnahmen (von 1568 ab), die Professor Dr. Schrohe für die Beiträge zur Geschichte der Stadt Mainz, Band (> und 7, bearbeitet hat und deren 1. Band bereits im Druck ist, noch manches wertvolle Material bringen. Ganz abgesehen von einer zusammenfassenden Darstellung der Geschichte der Mainzer Judengassen, wäre es für die heimatliche Geschichtsforschung eine nicht so ganz belanglose Aufgabe, auch den oben erwähnten Umlaufen der alten Gassennamen und ihrer Begründung einmal nachzugehen. Selbst aus diesen scheinbar nebensächlichen Feststellungen dürften immerhin in die Geschichte der Mainzer Judengemeinde und deren Stellung in der Stadt einige kleine Streiflichter fallen. Hier soll nur das Bild einer der Mainzer Judengassen zum erstenmal veröffentlicht und nur soviel gebracht werden, als zu dessen Erläuterung und Verständnis nötig ist. Erst die Verordnung des Kurfürsten Johann Philipp von Schönborn vom 8. Dezember 1662 und späterhin die Judenordnung