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Menorah · 1927-11-01 · Heft 11 (November 1927) · p. 682

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 11 (November 1927)
Article
Gustav Böhm
Date
1927-11-01
Page
682 (sequence 1)
Language
German
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Gustav JBöJtm Der Maler Gustav Böhm hat sich schon in jungen Jahren, nicht nur in seiner mährischen Heimat, einen guten Namen erworben. Er malte damals die Gassen und Gegenden jenes Landes — altertümliche und landschaftliche Gassen, wo es holprig und krumin zugeht, mit den intimen Willküren des Bodens und der Bauten, unter einem heiteren oder nur wenig verschleierten, immer liebenswürdigen Himmel, der die Farben hervorlockt oder besänftigt. Auch die Ausblicke ins Freie zeigten dasselbe freundliche Wesen. Da war jedem Pathos, auch dem der Wirklichkeil, aus dem Wege gegangen. Denn dem bescheidenen und selbstsicheren Naturell des Malers widerstrebte schon von Beginn an jedwedes Übermaß. Sein Augenmerk war nicht auf die fruchtbare Kraft der Äcker, nicht auf den weiten Schwung (Um* Hügel und nicht auf den dunklen Traum der Wälder gerichtet, sondern auf unscheinbare, abgeschiedene Stellen, wo man mit leichtem Sinn und ruhigem Atem gern verweilt. Aber auch das galt ihm viel weniger als die Farbe. Und schon damals hatte sie eine feinere Anmut, als man sie heutzutage gewohnt ist — für sich, noch mehr in ihrem Zusammen hall. Mittlerweile ist Böhm von seinen Streit - zügen durch die mittleren Zonen Europas abgekommen und unter südlichen Himmeln in Italien und Palästina gewandert. Unsere Bilder zeigen das Ergebnis dieses Ortswechsels, der eine Wendung und ein Reifen des Malerwerkes bedeutet. Gewiß, auch jetzt ist Böhm nicht aus seinem Gleis geraten. Auch jetzt sind ihm das Wagnis und das Abenteuer fremd geblieben. Aber was ihm eigentümlich ist, ist klar, einfach, fast stark geworden, ohne darum die gefälligen Grenzen seiner Art zu überschreiten. Jetzt erscheint der Bildbau gesammelt, seine Beweglichkeit auf ein geringeres, wirksames Maß gebracht und zugleich sein dekorativer Zug gekräftigt. Breit gelagerte und gestufte Massen oder allein aufragende, schlanke Formen — eine Säule, die Palmen — bestimmen den Ausschnitt, als Dunkelheiten stehen sie gegen den strahlenden oder nur matt leuchtenden Himmel. Der Sinn für die malerische Silhouette hat sich entwickelt, ein Brückenbild aus Venedig zeigt ihre gegliederte Spielart, viele Bilder aus dem Umkreis von Jerusalem zeigen ihre geschlossene Form. Aber auch die Silhouette ist hier farbig. Denn es geht nicht um Schatten und Licht und nicht um den Raum, sondern um die Farbe. Unter der Sonne des Südens leuchtkraf lig geworden, beherrscht sie erst jetzt vollends das Werk. Auch wo hinter Dämmerungen und Düslernissen licht die Ferne sich öffnet, auch wo mit schlagendem Kontrast Hell gegen Dunkel steht, bleibt alles bezogen auf dir farbige Fläche. Die Studien der hockenden und eines aufrechten Juden fügen sich an. Daß die Männer nachdenklich verweilen — im Gebet, in der Lektüre oder nur in Müdigkeit — ist nicht so wichtig, als daß sie mit weiten weißen Gewändern und dunklen Köpfen gegen Kalkwände gestellt sind. Der Vortrag ist breit und ruhig geworden, die Farbe hat Soniugeschlürlt und quillt nun saftig auf. Auch vor den jüdischen Stoffen bewahrt dieses Werk, ohne sich in Leidenschaften oder Bedeutungen zu versteigen, seine schlichte malerische Sinnlichkeit. Man wird es nehmen müssen, wie es ist. Und wird dann, in Stunden der Entspannung, wann dem Auge saubere, angenehme Farbenordnungen willkommen sind, sein Vergnügen daran linden. EMEK JESREEL : sechs farbige Lithographien aus Palästina von Grete Wolf-Krakauer in Kartonmappe zum Preise von S 35'— (Mk. 2V-) maschinsigniert und S 40' — (Mark 24'—) handsigniert; zu beziehen von der Künstlerin durch die Verwaltung der Menorah, Wien, I., Zelinkagasse 13.

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