Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1927)
- Article
- Kunstkalender ... [Rezension]
- Date
- 1927-10-01
- Page
- 618 (sequence 1)
- Language
- German
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BIBLIOGRAPHIE KUNSTKALENDER FÜR DAS JAHR 5688 im Verlage bei S. Müller, Heidelberg*), Der j ü d i s c b e K u n s I k n 1 e n d e r ist eine Neuerscheinung, die wohltuend in äußerer Form und Auswahl des Gebotenen von dem absticht, was man bisher auf diesem (iebiele zu sehen gewohnt war. Aber nicht dies allein ist sein Vorzug. Die planmäßige Anlage, von den Herausgebern, dem Kunsthistoriker Prof. Dr. Max Eislcr (Wien), erdacht, will durch mit feinem Geschmack erlesene Bilder bei Tag und Woche, Festen und Werktag in dem suchenden Auge den Widerschein jüdischen Geistes, Lebens und Glaubens aufleuchten lassen. Der Gesamtplan der Anlage, die den ungeheuren Ilmfang dieses Stoffes nicht auf einmal, sondern in mehreren Publikationen bewältigen will, läßt die Einheitlichkeit auch im diesjährigen Kalender nicht vermissen. In den Bildern und Reproduktionen von den Werken der Kunst, die von Fest zu Fest, von Sabbath zu Sabbalh an Hand der Thoraabschnitte. das Jahr begleiten, sind deutlich drei Gruppen erkennbar: Das Land Israels, die Kunst des Botticelli und Rembrnndt und der Gobelin. In der Reihe der Abbildungen, die uns die Vorgänge der Heiligen Schrift von Meisterhand versinnbildlicht zeigen, reihen sich zuerst Bilder von der Arbeit der jüdischen Pioniere im Heiligen Lande. Dann folgen Ansichten der Stadt, der Krone des Landes: Bilder, die teils die Größe vergangener Geschichte künden und dann wieder von dem wachen Leben zeugen. Einige Beispiele von Erzeugnissen jüdischen Kimslhandwerkes, denen in späteren Publikationen ein größerer Raum gewidmet sein wird, deuten diesmal dies Feld nur an. Der Tag der Zerstörung läßt uns den Blick nb- *) In Österreich Talmud Thora, Wien, II., Malzgasse 1C>, zugunsten ihrer Schülerausspeisimg. Preis S 3-50. lenken von der Stätte der Trauer zu den jüdischen Siedungen der Gallith, von denen diesmal eine der ältesten auf europäischem Boden, Prag, gezeigt wird. Noch einige Bilder von der wiedercrneulen Arbeit des jüdischen Volkes für Erez Jisrael, dann schließt für fliesmal das Bilderbuch des jüdischen Jahres mit der Erneuerung des Heiligen Bundes durch Josua. Mit dem Empfinden des Kunstverständigen und des Kenners der Schrift ist jedem Bilde ein erläuternder Text beigefügt, der das Begebnis erzählt, das der Künstler darstellen will, und ohne in Belehruug zu verfallen volles Verständnis des Werkes ermöglicht. So bleibt uns nur eines übrig, dem Wunsche der Herausgeber uns anzuschließen, daß dieser Kalender durch den stetigen Anblick seiner Bilder dem Erlebnis des jüdischen Jahres auf seine Blatt für Blatt bedachte und noch mehr empfundene Weise dienen möge. Wir wollen den Herausgebern für ihr wertvolles Unterfangen dankbar sein und ihrem Werk unsere Unterstützung angedeihen lassen. N. H. Dr. SIGMUND FEIST: STAMMESKUNDE DER JUDEN. J. C. Hinrichsche Buchhandlung, Leipzig. über drei Jahrtausende und über drei Erdteile erstrecken sieh die Forschungen Feists, der in seiner Schrift das Wissen von den verschiedenen jüdischen Stämmen zusammenfassen will. Bei den mit großer Erbitterung geführten Kämpfen, ob die Juden als Volk oder als Rasse anzusehen, wird man nicht fehlgehen, die Wahrheit in der Mille anzunehmen. Jede der beiden Richtungen enthält einen Kern von Wahrheit. Die Talsachen, die geeignet sind, diesen Kern zu bilden, linden wir in dieser Schrift mit voller Unparteilichkeit und großer Sachkenntnis gesammelt, unterstützt von einer Fülle aufschlußreichem Bildermalcrials, dem die genaue Quellenangabe doppellen Wert verleiht. und Samte in allen nur denkbaren Farben, infolge kleiner Regien zu stadtbekannt billigen Preisen bei WIßH9 VI., Kann & Fried Linke Wienzeile 40 in» Hofe