Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1927)
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1927-10-01
- Page
- Seite 567 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2912821-2912866-2912876--05498-2920727- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
UMSCHAU 567 .Judengesetzes befaßt. — Rabbi Jessaia Fürst führt seit dreißig Jahren das Oberrabbinat der orthodoxen Gemeinde Wien (Schiffschul). WISSENSCHAFT l'ND KUNST Dem Berichte der Expedition zur Erforschung des Mannah-Problems isl zu entnehmen, daß das Manuah eine Exkretion der Coccidia isl, die auf dem Tamarisken-Strauch lebt. — Der Bakteriologe Dr. Jacques Segal (Paris), ein tätiges Mitglied der zionistischen Bewegung, wurde zum Imitier der Elirenlegion ernannt. — Die Potsdamer Regierung übernahm die Obsorge für den Einstein-Turm auf dem Gelände des Potsdamer Observatoriums. — Der hebräische Tänzer Agadati gab in Basel und Wien Vorstellungen seiner Tanzschöpfungen. Der Reichs aus schuß der jüdischen Jugendverhände auf der Ausstellung yyDas junge Deutschland^ Monatelang stand Berlin unter dem Zeichen der großen Ausstellung am Kaiserdamm, in welcher der großstädtischen Bevölkerung das lockende Bild vom nalurnahe gestalteten W o c h e n e n d e aufgezeigt wurde. Jetzt hat sich dieser Veranstaltung des Berliner Messeamtes in S c h 1 o ß Bell ev u e mit der am 12. August feierlich eröffneten Ausstellung ,,Das junge Deutschland" eine Sonderschau angeschlossen, die für den Gedanken der ..Freizeit" der werktätigen J u g e n d im Aller von 14 bis 18 Jahren in einer eindrucksamen und hotTentlich ebenso wirksamen Art Propaganda macht. Auf Grund eines reichen, bildhaft zur Anschauung gebrachten und mit überzeugender Systematik gruppierten statistischen Materials gewährt die Ausstellung einen Überblick über die Gesamtlage der deutschen schulentlassenen Jugend in sozialer, gesundheitlicher und bevölkerungspolitischer Beziehung. Diese ganz auf Sachlichkeit eingestellte Aufklärung scheint durchaus geeignet, den Zweck zu er- Ausstellung: ..Das juiiye Deutschland" füllen, der den Trägern der Ausstellung, dem Reichsausschutf der Deutschen Jugendverbände und den ihn unterstützenden Behörden und Körperschaften, vorschwebte. Sie soll und kann die Öffentlichkeit für den Freizeitgedanken und überhaupt für Maßnahmen speziell gesetzgeberischer Art gewinnen, die erforderlich sind, um für die heranwachsende schulentlassene Jugend Lebensbedingungen zu schaffen, die ihr ein Reifen zu körperlicher, geistiger und sittlicher Tüchtigkeit ermöglichen. Neben dieser ganz durch die Zusammenfassung von allgemeinen Tatbeständen sich herausarbeitenden Idee spielt der in der Jugendbewegung lebendige bündische Gedanke auf dieser zweckbewu üten Ausstellung nur eine untergeordnete Rolle. Der Selbstdarstellung der einzelnen Bünde ist nur ein verhältnismäßig geringer Raum gegönnt. Das allein schon hat zur Folge, daß die jüdische Jugendbewegung auf dieser Ausstellung nur wenig hervortritt.