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Menorah · 1927-09-01 · Heft 9 (September 1927) · p. 562

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 9 (September 1927)
Article
Jüdisches Spielzeug
Date
1927-09-01
Page
562 (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches Spielzeug Von Willy Cohn Nichts haftet mehr in der Erinnerung als das, was das kleine Menschlein im Spielalter tut. Wollen wir, daß den erwachsenen Menschen ihr Judentum lieb und wert ist, so sollen wir auch schon die Kinder jüdisch spielen lassen. Wie das geschehen kann, zeigt uns die Kunstgewerbestube Freudcnthal in einer Reihe von Arbeiten, die beim Betrachten schon solche Freude machen, daß man versucht ist, viele Stunden mit den Kindern zu spielen. Da ist zuerst ein h e b r ä i s c h e s Lotio. Wie leicht prägen sich im Spiel die Buchslaben ein. Und das Kind, das auf diese Weise den Weg zur Sprache seiner Väter findet, braucht nicht zu fürchten, manche schöne Stunde in enger Lernslube sitzen zu müssen. 72 Worte, die sich auf Gegenstände des täglichen Lebens beziehen, lernt man hier mühelos. Wie oft hört man von Kindern, die im Anfangsunterricht des Hebräischen sieben, die Frage: Kann man denn auch im Hebräischen über Dinge des Alltags sprechen? Hier lernen sie es nun, und leicht ist es vorzustellen, daß mancher Nachmittag schnell vergeht, der über diesem Lotto verbracht wird. Immer wieder ergülzt Jung und Alt am Chanukkahfest das uralte Trendelspiel, und geschmackvolle Modelle zeigt uns die Erfindungsgabe modernen jüdischen Kunstgewerbes. Sogar für die Kleinsten ist ein Trendel dabei, das nach vollbrachtem Spiel aufgegessen werden kann — denn es ist aus Schokolade. Demselben Zweck dient am Purim-Feste eine Königin Esther aus Pfefferkuchen. Aber man kann nicht immer trendein; solange aber die Ghamikkahlichter brennen, soll keine andere Arbeit als Spielen verrichtet werden. Ein Menorah-Gcsellschaflsspiel mit Alis der Kunstgewerbestube Freudenthal (Breslau) Aus der Kunstgewerbestube Freudenthal ( Breslau ) einfach zu behauenden Regeln wird den Kindern das Fest verschönern. Es gibt aber auch junge Menschenkinder, die sieh lieber bastelnd allein beschäftigen. Ihnen wird eine Laubbütte willkommen sein, die man sich aus Pappe für die Puppenstube sorgsam zusammensetzen kann. Die Allerkleinslen müssen zu Simchas Thauro mit einer Fahne geschmückt das Gotteshaus aufsuchen. Wie verlieft sich das jüdische Empfinden, wenn sie eine Fahne halten dürfen, geschmückt mit jüdischen Symbolen. Wie sLolz leuchtet jedes Elternauge auf. wenn der kleine ABG-Schütze einen selbstgeschriebenen Wunsch zu Rosch Haschanah überreicht. Dazu aber gehört auch ein geschmackvoller Wunschbogen. Die Jahre vergehen, aus dem ABC- Schützen ist schon ein guter Kenner der hebräischen Sprache geworden. Etwas Besonderes ist es da, eine Visitenkarte vorzeigen zu können, die man mit hebräischen Lei lern selbst gedruckt, hat. Deswegen wird der Wunsch vieler Jungens und Mädels sein, eine derartige kleine, hübsch ausgestaltete Druckerei zu besitzen, wie es auch ein selbstverständliches Ziel ist, den eigenen Ghanukkahleuchlcr anzünden zu dürfen, der aus bemaltem Holz farbenprächtig enlgegenleuchtet. Alle diese Dinge, von denen wir erzählten und von denen wir einige auch im Bilde zeigen können, hat uns das Kunslgewerbebaus beschert. Nun sollen aber auch die jüdischen Eltern dafür sorgen, daß sich neben dem vielen Spielzeug anderer Art je nach der Altersstufe ihrer Kinder auch im Schrank wenigstens einer der genannten Gegenstände befindet.

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