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Menorah · 1927-08-01 · Heft 8 (August 1927) · p. Seite 497

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 8 (August 1927)
Article
Lies den Plutarch [Rezension]
Date
1927-08-01
Page
Seite 497 (sequence 6)
Language
German
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BIBLIOGRAPHIE 497 clcrnsle Italien, so um Geltung ringt. Hier können wir Aufschluß finden über Gedankengänge und den Willen, der sich sonst nur in der Tal dem Zeilgenossen darbietet. ,.N a p o 1 e o n." Ein moderner Plutarch, hat Ludwig uns mit der ihm eigenen Gestaltungskraft, die wir schon an seinem Genie und Charakter", seinem „Goethe" und seinem ,,Wilhelm II." bewundern konnten, Napoleon, den Menschen geschenkt. Eine Biographie, wie sie exakter kein Historiker schreiben könnte, gesehen aber mit den Augen des Dichters, des rückdeutenden Propheten. Des Sehers, dessen Blicke eindringen und durchdringen durch die Buchslabenreihen der Briefe und Aussprüche und dahinter die nackte Seele, den Menschen sehen. Und wie alles Menschliche uns ergreift, so auch dieser Napoleon. Drei Männer, grundverschieden in ihrer Art. Ihr Gemeinsames, das sie beseell vom „Willen zur Macht", vielleicht ohne es zu wissen. Ein Bathenau, der da sagt: „Kolonisieren heißt aus Überzeugung herrschen", sieht kongenial neben den Machlmenschen Napoleon und Mussolini. Und wer alles, was stark macht, bejaht, (Ilm* möge nach diesen Büchern greifen. Sie sind die „Bildungsromane" unserer Zeil. Dr. Konrad P r u n n e r. MICHA JOSEF BIN GORION: DIE SAGEN DER JUDEN. MOSE — JUDA UND ISRAEL. Übersetzt und herausgegeben von Rahel und Emanuel bin Gorion. Rütten & Loening. 1926- 1927. Das nachgelassene Werk bin Gorion- Berdiczewskis. von dessen Frau und Sohn herausgegeben, vollendet ein Lebenswerk in seltener Vollkommenheit. Bisher sind aus dem Nachlasse das epochale Werk: „Sinai und Gerizim", dieser Band Sagen: „Mose" und ein Büchlein „Messianische Legenden" erschienen. Der Sagenhand bringt das Werk: „Die Sagen der Juden" der Vollendung nahe. Bin Gorion hat schon in der Vorrede zum 2. Bande des Werkes, wo er nach Behandlung der Urzeit zur Urvälerzeil übergeht, das wesentliche Problem dieser seiner Sagensammlung darin gesehen, die bisherige enge an die Bibel angeschlossene jüdische Midrasch-Literatur in ihren Varianten und wesentlichen Inhalten nebeneinander zu stellen. Während der Sagenband von der Urzeit die älteste hebräische Überlieferung, in Kosmogonie und Urmythns, zusammenfaßt und die Bände II und III die Volkswerdung zur Zeit der Erzväter und der Stammesbildung behandelt, setzt also dieser IV. Teil mit dem eigentlichen Thema der religiösen Volkswerdung in der Sinai-Halbinsel und der Offenbarung am Berge Sinai ein. Der Midrasch, der hier die Gestalt des Mose umgibt, faßt die uralten Erinnerungen, die neben der Thora im Volke erhallen geblieben waren, zusammen. Bin Gorion verfügt über ein so vollkommenes Wissen der gesamten Literatur hierin, daß wir hier mit einer unerreicht wertvollen Lebensarbeit eines Großen in Israel beschenkt werden. Die Talmude. Midraschim, Targumim. halachische Midraschim, älteste hebräische Geschichtsliteralur. die rabbinischenMidraschbearbeilungen, rabbiiiische Schriften und neuere Sammelwerke sind systematisch verarbeitet. In dem vor kurzem erschienenen V. Teile „Juda und Israel" erwachen auch viele Personen zum Leben, deren Namen in der Bibel nur gestreift werden und von denen wir kaum wußten. Den Höhepunkt dieses Bandes bildet die Geschichte vom Untergänge Jerusalems: von dem langen Kampf, den Gott mit sich bestand, bis er seine -schützende Hand abzog von der heiligen Stadt; von dem heldenmütigen Widerstand der Belagerten und dem erschütternden Leid der Verbannten. Durch diese stoffliche Variantensammlung, die doch wieder in der Zusammenstellung ein literarisches Kunstwerk darstellt, ist der Weg für die Erkenntnis des Midrasch finden deutschen Leserkreis erstmalig in Vollkommenheil möglich geworden. Hiezu hat vor allem die Gallin bin Gorions, die die Übersetzung besorgt hat, viel beigetragen. Dr. IL Glanz-Sohar. Wien.

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