Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 8 (August 1927)
- Article
- Auf dem Hügel
- Date
- 1927-08-01
- Page
- 484 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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AUF DEM HÜGEL Erzählung von A. M. Fuchs Autorisierte Übersetzung aus dem Jiddischen von Isaac Schreyer (Nachdruck verboten). Copyright 1927 by Isaac Schreyer, Vienna 5. Fortsetzung. VI. Für die ersten Sukesfeiertage kam der Bräutigam zu Besuch. Er trug rote, knirschende Handschuhe und lächelte verschämt in den aufgezwirbelten Schnurrbart hinein. Breindel brachte er als Geschenk eine Schnur roter Glaskorallen mit und ein Stück knallrote parfümierte Seife, in Stanniol gewickelt. Sie war damals nicht zu Hause. Sie war fort, um die Gänse heimzutreiben. Als sie mit dem Prügel in der Hand in die Stube trat und den Bräutigam am Tische sitzen sah, prustete sie nach ihrer Art mit ihrer sonnegebräunten, platten Nase und schrie, indem sie mit den weißen, großen Kuhwimpern zwinkerte: „Ma-a-me, geh rasch, rasch, rufe Scheindel herein . . . lauf, Ma-a-me. . Am Feiertagabend ging der Bräutigam mit dem zukünftigen Schwiegervater ins Städtchen hinunter zum Beten. Beide schritten schweigend einher. Schmiel-Jossje trug den Kopf gesenkt und sein hartes, rotes Streimel mit den abgewetzten Pelzschwänzen saß grimmig über die Jarmnlka gezogen. Er hatte den Bräutigam keines ein zigen Blickes gewürdigt, weder beim Beten noch beim Essen in der Sikeh. Und als der Bräutigam am nächsten Tage beim Beten zur Thora aufgerufen wurde und den Taliss um sein blaues, rasiertes Gesicht nahm, steckte Schmiel-Jossje die Nase tiefer ins Gebetbuch hinein und hielt die beschädigte Eisenbrille mit den Händen fest, damit sie nicht hinunterfalle... Der Bräutigam stotterte still und verwirrt, verschluckte die Worte rasch und seine Stirne schwitzte. Er stockte einigemal bei dem einen und zweiten Segensspruch, eine Schande, die alle Jünglingsjahre hindurch auf einem lastet und noch später im ganzen Leben unvergeßlich bleibt: ,,Ascher nuta nussan . .. ascher nussan nuta." In der Sikeh saß er steif neben dem Mechiten. Über dem Tisch — ein Faß mit einem Nudelbrett als Platte — war ein Tischtuch gebreitet, das nach Honig und weißer Barehess duftete. Schweigend steckte er, zugleich mit dem Mechiten, den Löffel artig in die Schüssel. Man merkte es augenscheinlich, daß Schmiel-Jossje böse war. Nun, da beide, Mechiten und Bräutigam, allein waren, fühlten sie erst gegen-