Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 8 (August 1927)
- Article
- Handschriftliche Widmung an die "Menorah" [Illustration]
- Date
- 1927-08-01
- Page
- 444 (sequence 1)
- Language
- German
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DER KÜNSTLER LIEBERMANN $AJ7 v+# /fi^Zu/ts ^f.Xcs*+.*As/' 'c^u^r *S*£*^s <v f •- ^^U**? a^j^^ ' 4^c*^*. Handschriftliche Widmung an die „Menorah" d. d. Berlin-Wannsee, n. Juni 1927 DER BERLINER Als Wilhelm IL sich der Einsicht, daß Liebermann ein großer Maler ,/m sei, nicht mehr verschließen konnte, sagte er: „Aber een Anarchist ist der Kerl dochl" Dieses Urteil über den Menschen war ebenso falsch wie sein früheres über den Künstler. Liebermann ist nichts desgleichen, sondern bei entschieden freien politischen Anschauungen im Leben durchaus konservativer Patrizier, eine Verbindung, die in den alten jüdischen Familien, und wohl nicht nur in denen Berlins, ebenso häufig ist, wie in den Hansestädten oder im europäischen Westen. Freilich hätte der Kaiser wohl mit der Masse seiner Untertanen über den Begriff eines jüdischen Patriziats gefeixt, trotzdem er ihm in Männern wie James Simon und Eduard Arnhold sozusagen verkörpert vor Augen stand. In diesen jüdischen Familien Berlins wurden und werden bis auf den heutigen Tag die Einfachheit, Unauffälligkeit und Geordnetheit der Lebensführung festgehalten, wie sie dem altpreußischen Adel und Beamtentum eigen waren. Daran hat kein Reichtum etwas geändert. Die Übereinstimmung ist durch die gesellschaftliche Fühlung entstanden, die in der Zeit Goethes und der Romantiker herrschte und diese Kreise in gemeinsamen geistigen Interessen verband. Diese Verbindung, die aufhörte, als Adel und Beamtentum solche Interessen, milde gesagt, weniger pflegten, sich aber dann doch so weit wiederhergestellt hat, daß sie wenigstens zwischen den Spitzen besteht. Eine solche Familie