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Menorah · 1927-08-01 · Heft 8 (August 1927) · p. 443

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 8 (August 1927)
Article
Max Liebermann
Date
1927-08-01
Page
443 (sequence 1)
Language
German
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MENORAH V. JAHRGANG AUGUST 1927 NUMMER 8 MAX LIEBERMANN (ZUM 80. GEBURTSTAG) Der Mann, den dieses Heft ehren will, ist der führende Meister des deutschen Impressionismus. Früher, schärfer und größer als jeder andere in seinem Umkreis, hat er die Wirklichkeiten der Landschaft und des Lebens — die Natur im farbig flutenden Lichtbad — mit klaren Augen angesehen und in einer kaum übersehbaren Reihe von Bildern mit reifender Kraft und Freiheit dargestellt. Sein Werk ist voll dieser neu entdeckten malerischen Schönheit. Aber damit ist seine Bedeutung keineswegs erschöpft. Denn über sich hinaus hat dieses Werk unvergleichlich weit und tief gewirkt. Nicht allein auf die Schule, deren Haupt Liebermann geworden war, sondern auf die Gesinnung der Kunst überhaupt. Die leidenschaftlichen Naturandachten des Meisters haben den lauen und haltlosen Gefühlsschwärmereien des Zeitbetriebes ein Ende gemacht, sie haben in einem kritischen Augenblick die deutsche Kunst über den toten Punkt hinweg gebracht und ihrer reinen ursprünglichen Bestimmung wieder zurückgegeben. Seit Liebermann gilt auch für den deutschen Maler das Wort Ibsens: „Ich denke in meiner Materie", nicht weniger das andere: „L'art pour l'art"! Diese — geradezu sittliche — Läuterung des bildenden Schaffens bis auf den Grund konnte nur von einem starken, sicheren Charakter kommen. Man wird seine Spuren überall finden, in seinen Bildern, in den Briefen und Büchern. Nicht zuletzt in seinem offenen Bekenntnis zum Judentum. Dieser große deutsche Künstler ist ein treuer Jude. Das macht uns seine reiche geschlossene Persönhchkeit doppelt wert. Denn es fügt zu dem Gefühl bewundernder Ehrfurcht für den überragenden Gestalter die Gefühle des Stolzes und der Liebe für den, der unser ist. M. E.

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