Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1927)
- Article
- Festungssynagoge in Tarnopol (XVII. Jahrh.) [Illustration]
- Date
- 1927-06-01
- Page
- 369 (sequence 1)
- Language
- German
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Abb. 1. Festungssynagoge in Tarnopol (XVII. Jahrh.) (Heutiger Zustand) WEHRHAFTE SYNAGOGEN in den östlichen Randgebieten der polnischen Republik Von Dr. M. Bataban In den Unglücksjahren der polnischen Republik, als türkische und tatarische Heere so schrecklich in den Ostgebieten wüteten, ließ Ludwig XIV. keine Gelegenheit zur Durchführung seiner weitreichenden Pläne vorübergehen. Seine Abgesandten und Spione durchzogen die polnische Republik kreuz und quer, wobei sie einen Aufstand gegen den König Michael zugunsten des französischen Kandidaten auf die polnische Krone, des Herzogs von Longeville, organisierten. Einer von diesen Agenten war der Abt Paulmiers, der, als Heeresingenieur mit dem Passe des Königs ausgestattet, sich in Podolien und Wolhynien in Gesellschaft des Abenteurers, Touristen und Geographen Ulrik Werdum herumtrieb. Dieser Werdum führte ein genaues Reisetagebuch, in das er alles eintrug, was er sah und hörte und was er der Uberlieferung an die Nachwelt für wert erachtete (1672). Diese beiden Spione berührten Zbaraz — damals ein wichtiger strategischer Punkt — und zogen von hier über Tarnopol nach Brzezany. Eine Nacht verweilten sie in Tarnopol und hier notierte Werdum unter anderem folgendes auf: ,,Die Papisten haben hier eine große steinerne Kirche mitten in der Stadt, die Ruthenen haben drei, und die