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Menorah · 1927-05-01 · Heft 5 (Mai 1927) · p. Seite 314

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 5 (Mai 1927)
Article
Die Juden in Linz
Date
1927-05-01
Page
Seite 314 (sequence 4)
Language
German
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314 MENORAH Quelle berichtet. Das Jahr 1338 brachte wieder eine Anklage wegen Hostienschändung. „Die. Ausbrüche des Hasses gegen die Juden, die der Bauerwirt Armleder entfachte, breiteten sich von Franken und vom Elsas bis nach Österreich aus, wo es in Pulkau, im Lande unter der Elms, zuerst losbrach und weiter um sich griff. In Wien und Neustadt wurden die Juden durch den Herzog geschützt, aber auf dem Lande1 war es um sie geschehen. Als Vorwand diente Hoslienschändung.'" (Kurz, Albr. III, S. 152.) Als Hauptplätze des Judengemetzels werden Pulka (Österreich), Wolfsberg (Kärnthen), Retz, Znaim, Horn, Eggenburg, Neunburg, Zwetl genannt. Herzog Albrecht II. von Österreich ersuchte Papst Benedikt XII. einzuschreiten, und dieser antwortete am 29. August 1338 von Avignon, daß er den Bischof von Passau beauftragt habe, in Pulka, L i n t z und Werchartsdorf, wo Hostien mit dem Verdachte gefunden wurden, als hätten Juden sie entweiht, die strengste Untersuchung einzuleiten, damit entweder die entweihenden Juden oder diejenigen, welche solchen Verdacht mutwillig gegen sie erregen wollen, mit dem Tode bestraft werden." (Wiener Reg.3) Von genannten drei Orlen kommt in den Quellen, die Kurz anführt, nur Pulka vor. Daß in dem letztgenannten Orte Weikersdorf) Juden waren, würde eine Nachricht beweisen, die einen Juden Manko von Weikertsdorf nennt4). Denn im Jahre 1389 befiehlt Herzog Albrecht allen Juden in Österreich, die auf vergangene Weihnachten fällig gewesene Judensteuer den von ihm dazu bestellten Juden: Manko von Weikersdorf, Aron von Berchloldsdorf, Joseph Walch von Wien. Schalam Lern von Krems und Slomlein Hempus von Wien zu bezahlen. Auch Heidin, Sohn des Irmian und Eisakehen werden als ..Juden von Weikerstorf" genannt. (Schwarz ..Das Wiener Ghetto", S. (509, 6. Urkunde ex 1378.) Albrecht IL hatte die Juden in den Ausbrüchen der Wut des Volkes nach Kräften geschützt, und trug ihm sein Verhalten den vielleicht doppelsinnigen Ehrennamen ,,faulor Judaeorum'\ ..Judenschülzer" ein, wie ja auch eine Chronik wohl höhnisch sagt „dem was zu laid umb sein Juden". (Chron. Leob. p. 971.) Kaum war diese Gefahr vorüber, als 1349 ein nicht minder schlimmes Unglück, die große Judenverfolgung infolge des schwarzen Todes hereinbrach. Es ist sattsam bekannt, welches Sterben diese fürchterliche Pest über die Menschheit gebracht hat, aber ebenso bekannt ist. daß die betörte Christenheit das Unheil den Juden zuschrieb und unter ihnen ein Blutbad anrichtete, das alles bisher Dagewesene übertraf. Das Beispiel, das die Schweiz gegeben hatte, kam auch nach Österreich, und die Opfer fielen in Krems, Stein, Mautern und anderen Orten. Wieder war Albrecht der tatkräftige Beschützer der Juden. Tatsächlich scheint Österreich weitaus am meisten verschont geblieben zu sein. Erzählt doch ausdrücklich eine jüdische Chronik (Emek habacha, S. 54): „Nur diejenigen, welche in Wien und den Städten des Herzogs von Österreich wohnten, vernahmen nicht die Stimme des Drängers. da Gott sich ihrer erbarmte und es den Fürsten in den Sinn legte, nicht zu gestatten, dass man ihnen Übles zufügte. Zahlreiche Juden flüchteten dorthin und blieben daselbst, bis der Sturm vorüber

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