Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1927)
- Article
- Die Sagen der Juden
- Date
- 1927-05-01
- Page
- 279 (sequence 1)
- Language
- German
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M ENORAH V. JAHRGANG MAI 1927 NUMMER 5 DIE SAGEN DER JUDEN Gesammelt von Micha Josef bin Gorion aus dem IV. Band - MOSE Mit Erlaubnis des Verlages Rütten & Loening, Frankfurt a. M. — Nachdruck verboten DER DURCHZUG DURCHS MEER Die von dir Entsandten sind wie ein Lustgarten von Granatäpfeln, heißt es im Hohen Lied. Denn gleichwie ein Lustgarten voll köstlicher Früchte ist, also zog Israel aus Ägypten, mit Gütern aller Art gesegnet. Rabhan Gamliel erzählt: Die Ägypter verfolgten die Kinder Israel bis zum Schilfmeer, und hier stand Israel da zwischen den Ägyptern und dem Meere, vor ihnen das Meer, hinter ihnen der Feind. Da fürchteten sich die Juden gar sehr, und hier an dieser Stelle warfen sie alle Greuel Ägyptens ab, taten Buße und riefen ihren Gott an. Und Mose sah Israels Bedrängnis und stellte sich hin, daß er für sie betete. Da sprach Gott zu ihm: Sage den Kindern Israel, daß sie weiter ziehen mögen. Mose sprach: Sie haben die Feinde hinter sich und vor sich das Meer. Wo sollen sie hin? Was tat darauf der Herr? Er ließ Michael, den großen Fürsten, herniederfahren, und dieser stellte sich als feurige Wand zwischen Israel und die Ägypter. Also konnten die Feinde Israel nicht erreichen. Die Engel im Himmel sahen Israels Bedrängnis und priesen den Herrn nicht wie sonst. Der Herr aber sprach zu Mose: Recke deine Hand aus über das Meer und spalte es. Mose tat so, allein das Wasser wollte nicht weichen. Mose wies auf das Zeichen des Abrahambundes an seinem Fleisch, auf den Schrein Josephs, auf dem der heilige Name eingeschnitten war, das Meer aber blieb unverändert. Da wandte sich Mose abermals an den Herrn und sprach: Das Meer gehorcht mir nicht. Nun erschien der Herr selbst in seiner ganzen Majestät über dem Wasser, und das Meer floh, und die Flut schäumte, und die Seemengen erschraken und erzitterten und liefen in die Gründe, wie es auch heißt: Die Wasser sahen dich, o Gott; wie sie dich sahen, erschraken sie. Rabbi Akiba erzählt: Als die Kinder Israel an das Rote Meer kamen, wandten sie sich bald um, denn sie fürchteten sich, die Wasser