Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1927)
- Article
- Drei Jahrhunderte hebräischer Typographie in Amsterdam
- Date
- 1927-05-01
- Page
- Seite 276 (sequence 2)
- Language
- German
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276 MENORAH der 1641 eine Druckerei eröffnete. Hier erschienen größere rabbinische Werke, wie „Midrasch Rabbath", Alfassis Codex" und andere. Die von Benvenisle gedruckte Talmudausgabe genießt noch heute besondere Werlschätzung, da in ihr viele Zensurlücken der alleren Ausgaben ergänzt sind. Bald folgte eine ganze Schar jüdischer Drucker, die erschöpfend in dem Führer durch die Ausstellung verzeichnet sind, wo der Verfasser, Bibliothekar J. M. Hillesum, etwa hundert Amsterdamer Drucker aufzählt. In erster Reihe stehen die aus Spanien und Portugal geflüchteten Juden, denen für ihre Leistungen im Druckerhandwerk auch mannigfache Ehrungen zu Teil wurden. So erhielt Joseph A t h i a s, Sohn des Märtyrers Abraham Athias — in Cordova von den Dienern der Inquisition dem Flammentode überliefert — von dem Staaten-General eine goldene Kette und Medaille als ehrende Auszeichnung für die im Jahre 1667 besorgte korrekte Bibelausgabe. Sein Sohn Immanuel druckte später die vielleicht heute noch typographisch unübertroffene Ausgabe Maimonicles': „Jad Lachasaka" (1700 bis 1703). Aus dem 17. Jahrhundert sei hier noch erwähnt der Drucker U r i hu L e v i, Ahnherr des Schriftstellers Meir Letteris, von dessen Drucken wir ein Titelbild zeigen (Abb. 2), auf dem die Schenkkanne (Zeichen der Abkunft vom Stamme Levi) und die Fische als Symbol der Fruchtbarkeit zu sehen sind. Anfang des 18. Jahrhunderts beginnt die Tätigkeit der Druckerfirma Proops, Ihre Erzeugnisse verschaffen durch nahezu zwei Jahrhunderte Amsterdam die führende Rolle unter den hebräischen Druckern. Es gibt kaum eine größere jüdische Bibliothek, die keine Ausgabe dieser Firma besitzt. Wir zeigen hier (Abb. 3) das Titelblatt einer der ersten Ausgaben von Salomo Proops, dem Gründer der Firma, mit einem hübschen Engelsköpfchen als Ornament (1706). Die Druckerei Proops, deren Leitung um die Mitte des vorigen Jahrhunderts Israel Levisson und später Gebrüder Levisson übernahmen, bestand noch bis in den Anfang des 20. Jahrhunderts; ihr Firmenzeichen, die zum Segen gespreizten Hände, haben auch die Levissons geführt. Gleichzeitig mit Salomo Proops haben sich auch zwei Rabbinatsassessoren der aschkenasischen Gemeinde, Moses F r a n kf o r t und Joseph ben A k i b a Bär (kurz Joseph Dajan genannt) mit Druck- und Verlagsgeschäften, nach alter Auffassung ja Melecheth Hakodesch (heilige Arbeit) befaßt. Von Moses Franktori rührt die große Ausgabe der „Biblia Rabbinica" mit vielen Kommentaren her. Unser letzles Bild (Abb. 4) zeigt das Titelblatt der von Löh S o e s m a n s (zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts) gedruckten Pentaleuchausgabe mit dem Kommentar R. Isaac Abarbanels, gestochen von A. Santeroos. Der Firma Soesmans war in Amsterdam kein Gedeihen verslallet, sie übersiedelte nach einigen Versuchen in Leiden und im Haag schließlich nach London. Das Aufblühen der hebräischen Druckereien in Deutschland und Polen hatte Amslerdam nach und nach aus seiner führenden Stellung in der hebräischen Typographie verdrängt. Der Osten hat die Rolle Amsterdams auf dem Gebiete der Herausgabe wissenschaftlicher Werke in hebräischer Sprache übernommen. Gleichwohl zeigte das rege Interesse, das sich allerorten für die Ausstellung der ,,Rosenthaliana" bekanntgab, daß die Liebe für das hebräische Buch auch heule noch in Holland fortlebt. Primarius Dr. J. O est erreich er Preßhurg - Bratislava Ordiniert vom 1. J^lai bis 15. September in Bad- Pistyan (Präsidentenzeile) C. S. R. lOllSTIIß AnZUQStOffß konkurrenzlos billig bei J^fSiffiiJhttjilS