Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1927)
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 275 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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DREI JAHRHUNDERTE HEBRÄISCHER TYPOGRAPHIE 275 des bisherigen Bürgermeisters Nashashibi eintraten, den Ausschlag gaben. WANDERUNG UND SOZIALE FÜRSORGE In Paris fand eine Vertreterberatung der j ü d iseb en II ii f sgesellselia f len Ica-I I ia s-Em igdirect statt, betretTend die Koordinierung der gesamten jüdischen Emigrationsarbeit sowohl in den Auswanderungswie auch in den Einwanderungsländern. — Den Fachschulen der Vereinigung „Ort" wurde von der Stadtverwaltung in Warschau eine Subvention von 30.000 Zloty für das Jahr 1027 gewährt. In Mukacevo (Tschechoslowakei) wurde mit Hilfe des Joint ein modernes jüdisches Waisenhaus eröffnet. JÜDISCHE LEHRE UND LEHRER Der Prediger der jüdischen Kultusgemeinde in Bern, Josef Messinger, feiert sein 25jähriges Amisjubiläum. — Im Alter von 80 Jahren verstarb Isidor Weil, früher Oberrabbiner in Colmar. — In Wien starb der Oberkantor M. B. Kaufmann. WISSENSCHAFT UND KUNST Der Maler Leonid Pasternak vollendete sein 65. Lebensjahr. — Im Kölner Rundfunk fand ein Vortrag über das Wesen der jüdischen Musik mit gesanglichen Beispielen statt. — In Cassel wurde in den Räumen des hessischen Landesmuseums eine Ausstellung jüdischhislorischer und Kultusdcnkmäler eröffnet. — In Wien starb der Dozent Dr. Siegmund Kornfeld, Mitarbeiter des Philosophen Popper-Lynkeus. ••(: BERICHTIGUNG: In dem Artikel: Aus der Sammlung „Briefe" von Achad Haam ist auf Seite 28f), 1. Zeile von oben, richtig zu lesen: „Das Buch bezeugt im allgemeinen in Inhalt und Stil, daß es von Menschen mit glühender Phantasie geschrieben wurde, Phantasten und Träumern, von Eiter für ihren (Hauben verzehrt." * Frau Ghana Orlow schreibt uns, daß sie niemals Schülerin des Bezalels war und seil 17 Jahren in Paris künstlerisch wirkt. Drei Jahrhunderte hebräischer Typographie in Amsterdam (1627-1927) Einige Bilder von der Ausstellung der Bibl ioteca Rosenthaliuna (Jänner-Februar 1927) Von L. Hirsche l Vor dreihundert Jahren, am 1. Jänner 1027, verließ das erste in Amsterdam in hebräischen Typen gedruckte Buch, ein kleines Siddur nach sephardischem Ritus, die Presse der Druckerei des Rabbi Mcnasse ben Israel. Zur würdigen Feier dieses Gedenktages stellte die Biblioleca Rosenlhaliana anfangs dieses Jahres im Gebäude der Universitätsbibliothek in Amsterdam eine Reih« hebräischer Drucke zur Schau, ein Bild dessen, was in drei Jahrhunderten an hebräischen Büchern in Amsterdam geschaffen wurde. M e n a s s e ben Israel, durch seine Intervention bei Oliver Cromwell für die Zulassung der Juden in England in der jüdischen Welt unvergessen, war der erste hebräische Drucker in Amsterdam. Bis ins 16. Jahrhundert war Venedig in der hebräischen Typographie führend gewesen. Doch jetzt sollte seine Rolle an die große Handelsstadt des Nordens übergehen, deren Druckerzeugnisse bis in die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts beinahe unbeschränkt den Büchermarkt beherrschten. Demgemäß war der Person Menasse ben Israel's innerhalb der Ausstellung breiler Raum gewidmet: sein Porträt — eine Radierung Rembrandts, Porträts der nichtjüdischen Gelehrten, mit denen er korrespondierte, Briefe und eine Reihe persönlicher Erinnerungen waren zu sehen. Von den in seiner Offizin gedruckten Biiehern, in 30 Jahren nicht einmal 70 Werke, jelzl durch den Bibliothekar der portugiesischen Gemeinde in Amsterdam J. S. da Silva Rosa in seinem C a t a 1 o g u s genau verzeichnet, zeigen wir das Titelblatt der ersten bei ihm im Jahre 1631 erschienenen Bibelausgabe, gedruckt für Rechnung des christlichen Buchhändlers Henricus Laurentius. Der erste Konkurrent erstand Menasse hen Israel in Immanuel Benvenist e,