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Menorah · 1927-03-01 · Heft 3 (März 1927) · p. 170

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 3 (März 1927)
Article
Auf dem Hügel
Date
1927-03-01
Page
170 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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AUF DEM HÜGEL Erzählung von A. M. Fuchs Autorisierte Übersetzung aus dem Jiddischen von Isaac Schreyer (Nachdruck verboten). Copyright 1927 by Isaac Schreyer, Vienna 1. Fortsetzung. II. Die Stube war reingefegt und die morgendliche Sonne schien schräg und rötlich auf das knallrote Tischtuch, das über den Tisch gebreitet lag. Die alte Sureh, die Bäckerin, saß auf der Schwelle in der Sabbatschürze und schälte kleine, junge, aus dem eigenen Garten ausgegrabene Kartoffeln in eine neue, große, irdene Schüssel. Es roch nach Gästen und Vorfeier. Die Weiber, Schwiegertöchter und Töchter, in ihren schmutzigen Kleidern gingen heute früher als sonst bei der Mutter ein und aus, aber auf ihren Köpfen trugen sie bereits die mit blauen Augen und Ringen bemalten Sabbattüchlein. Die Hühner pickten verstohlen den reifen Kukuruz im Garten, scharrten mit den Füßen an den Wurzeln der gelben Pflanzen; und die Äpfel auf den Bäumen hingen in voller Reife mit roten Wangen, saftig und kühl in der Sonne. In aller Frühe noch kam, in ihren Schal gehüllt, die blinde Chajetschke, eine kleine schwarze Jüdin, wie eine alte Krähe, mit roten, eiterigen Äuglein und einem spitzen Kinn wie das Horn eines Halbmondes. Sie flüsterte in der Ofenecke mit Sureh, der Bäckerin, sprach viel und rasch und stieß mit der Zunge an. ,,So ein Jahr sollen wir alle haben, lieber Gott im Himmel... Ein so braver junger Mann ... In einer Glückshaut ist sie geboren, Eure Breindel. .. Bei Gott... Eine solche Partie... Was ist, ein solcher Schatz ist sie Euch, Eure Breindel... Kurz, er kommt heute... Er soll nur kommen... Ich sag' Euch die Wahrheit: Ein Handwerker.. . Handwerk hat einen goldenen Boden... Ihr werdet ihm einen deutschen Backofen errichten und er wird Gold spinnen .. Um diese Zeit stand Schmiel-Jossje in seinen fettigen Taliß gehüllt, dessen schwarze Streifen man vor Alter nicht mehr sehen konnte, den mächtigen Schel-Rosch auf der gefalteten, hohen Stirne; er betete und schüttelte sich und während er mit den Lippen murmelte, spitzte er horchend die Ohren und hörte alles, was die beiden Weiber miteinander sprachen. Aber er stellte sich so, als ob er von nichts wüßte. Wie immer wusch er sich nach dem Beten die Hände in dem Kübel, wischte sie an den Rockschößen ab, aß das Frühstück, nahm den Sack

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