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Menorah · 1927-01-01 · Heft 1 (Januar 1927) · p. Seite 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 1 (Januar 1927)
Article
Aus meinem Tagebuch
Date
1927-01-01
Page
Seite 15 (sequence 2)
Language
German
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AUS MEINEM TAGEBUCH 15 — der helle Stern meiner besten Lebenstage. Und jetzt, in der frostigen Winternacht, im Feuer des Bürgerkrieges der Hauptstadt im Norden, beweine ich den Tod eines Freundes und die Erinnerung an die Jahre, die ich mit diesem mächtigen Geist in Odessa zugebracht habe. . . Die englischen Truppen sind in Jerusalem einmarschiert. Zu Ende ist die Epoche der Türkenherrschaft in Palästina ... 1517 bis 1917 — genau 400 Jahre. Wird sich das lange halten? Unter dem Einfluß der zionistischen Agitation beginnen unsere Massen an ein freies jüdisches Palästina zu glauben, aber sie werden um ihre Hoffnungen bestimmt betrogen werden. Und dennoch, welche Perspektive tut sich auf — ein leuchtender Punkt inmitten ägyptischer Finsternisse.. . Zur Frage der jüdischen Siedlung in der Krim In dem Werke: „Geist und Gesicht des Bolschewismus" verweist der Autor Rene Fülöp-Miller auf eine zur Rechtfertigung des Krimprojektes herangezogene Theorie, die russischen Juden seien zum Großteil Abkömmlinge der Ghasaren, deren unabhängiges Reich in der Krim durch Jahrhunderte bestand, daher ihre Ansiedlung auf diesem Gebiete nur eine Zurückführung beinhalte. Der Herausgeber dieses Blattes ersuchte Herrn Prof. Simon Dubnow, vom Standpunkt des jüdischen Historikers seine geschichtlich begründete Ansicht zu äußern: enn es in Europa überhaupt irgend eine Gegend gibt, wo die f f Juden den Namen von Autochthonen voll für sich in Anspruch nehmen können, so ist es vor allem die Krim, sowie die ganze Nordküste des Schwarzen Meeres, die seit Ende des 18. Jahrhunderts zum Besitzstand Rußlands gehören. An diesen Küsten, in dem alten Bosporanischen Reiche, blühten Kolonien hellenisierter Juden noch vor der Entstehung des Christentums. Der Wissenschaft wohlbekannte Inschriften bezeugen das Bestehen organisierter jüdischer Gemeinden im Bosporanischen Reiche schon im 1. Jahrhundert der christlichen Zeitrechnung. Über dieser Urschicht der jüdischen Landesbevölkerung lagerten sich im Laufe der Jahrhunderte immer neue und neue Schichten ab: die byzantinischen Juden seit dem 5. Jahrhundert, die jüdischen Bevölkerungselemente des Chasarenreiches seit dem 8. bis zum 11. Jahr hundert, die Juden und Karäer der Zeit der Tatarenherrschaft vom 13. bis zum 18. Jahrhundert und schließlich ein Netz jüdischer Ackerbaukolonien im sogenannten „Neunißland" seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts. *

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