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Menorah · 1926-12-01 · Heft 12 (Dezember 1926) · p. Seite 708

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 12 (Dezember 1926)
Article
Zur Geschichte der Juden in Eisenstadt
Date
1926-12-01
Page
Seite 708 (sequence 4)
Language
German
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708 MENORAH nit unbillich Beschwärung tragen, unnd Inen nit alain zu khainem Aufnemben, sonnder zu entlichem Verderben unnd Schmellerung Irer Narung geraichen thueth. Unnd ob wol der Herr von Weysprach solicher Juden, wie man davon reden wil, järlich nit wenig gemessen soll, sy, die Juden aber über zehen Gulden, ausser der Robath nit gesteen wröllen,so müessen sy doch täglich, was man mit Inen schafft, bey dem Gschloss on alle Ergötzligkhait verrichten, sy auch mit Briefen unnd sonnsten, wohin man Iren bedarfT, schikhen lassen elc. Haben hierauf mit gedachtem Herren von Weysprach, sovil unnd dahin gehandlt, das er sich erpoten, soliche Juden mit Vorwissen Eur ML auszuschafTen und Ire Heüser, deren wie vorgemelt, acht sein, mit Cristen zu stifften unnd begert, das Ime noch zu disen acht, vier Cristenheüser zum Gschloss der Gestalt zuegeaignet werden sollen, das er mit Inen alain allermassen, wie jezt mit den Juden zuschafTen unnd zugepietten unnd das sy Im gehorsamen und jeder acht Tag das Jar robalen solle, sonnsten sollen sy Ire Haussdiennst, auch Steur, Wacht unnd Thorsteegeltzu gemayner Stat raichen, sich auch aller bürgerlichen Handtierungen, wie annder Burger gebrauchen. Ob wir nun wol der BurgerschafTt soliches angezaigt, so ist es Inen nit wenig beschwarlich, das die Burgerschaft von einander abgesondert werden sollte. Da aber der Herr die Robath je so hoch achte, pitten sy, Ine zu vermügen, ob ers bey den jezigen acht Judenheüser und derselben acht tägigen Robath aufseins Leben lanng bleiben liess, unnd das sy nach seinem Todt wider zu der Burgerschaft geaignet wurden, sy auch sonnsten mit allen bürgerlichen Sachen dem Statrichter unnd BurgerschafTt zueordnen wolte. Des wir aber bey Ime nit erhalten mügen, sonnder verharrt bey den zwölf Heusern, wie vor verstannden. Dieweil sich aber die Cristen, so bisheer khain Robath gethan, nit gern einlassen werden, unnd die Stat unnd Burgerschaft warlich sonsten in grosser Armueth unnd Unvermügen unnd mit disen gotlosen Juden mit dem Höchsten beschwärdt, so wrolten Eur Khay. ML wir unndterthenigist rathen, Eur ML hetten gedachtem von Weysprach auferlegt, die gedachten Juden in ainer bestimbten Zeit auszuschafTen unnd da nit Khaufleuth vorhannclen, die Heüser schätzen zulassen, das Gelt darauf darzuleihen unnd sy von der Stat zu verwaysen unnd verrer der ennden khainen Juden mer unnderkhomen zulassen unnd steet alain zu Eur Khay. ML gnedigistem Wolgefallen, ob sy Ime die acht oder zwölf Heüser, seinem Begern nach verwilligen wollen. Wir verhofTen aber, das Eur ML den armen Eysenstettern zu Gnaden und guettem Ime Herrn von Weysprach auflegen, sich mit den acht jezigen Judenheüser ersetligen zulassen, er wurde Eur ML zu Gehorsam auch damit zufriden sein, im fal aber, das soliches bey Ime je nit zu erhalten, das dann Eur Mt. Ime die alten vier Judenheiisl, so auf des Minoriten Gärll noch bey des von Fiirsst Zeilen erpawt unnd bisheer khain Diennst zu der HerrschafTt geraicht, aber jetzt in der newen Beschreibung auf jedes zwainzig Phenning geschlagen, zu den anndern acht Heüseln, inmassen wie vor verstanden auf sein Leben lanng zueordnen wollen, damit er unnsers Erachtens billich zufriden sein solte. Unnd ob sich wol Michel Moser, alss Bestanndtinnhaber des alten Closters zue Eysenstath sich solicher Heüsl von wegen des Closters ödenburg anmassen wollen, weil aber zuvor unnd noch bey des von Fürsst Zeiten die Judenheüser der ennden gepawt, auch sonnsten alle des Closters Gründt und Güeter mit Steur unnd aller Vogtbarkhait zu der Herrschaft gehörig, Inen auch wie anndern won der Gmayn anderthalb Joch Akher auch Holz zuegeordnet unnd die Bewilligung, das die zu Ödenburg des Closters Eysenstat Gült auf Eur. ML Wolgef allen einnemben mügen, alain erstrekht, aber nie im Innhaben gewest, noch darnach gestanden, dessen auch ain ganz Jar über vierzig Phenning allerdings nicht gemessen mügen, so hat sich gedachter Moser güetlich davon abweisen lassen, also das dise Heüsel numer der Herrschaft im Urbar beleiben mügen.

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