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Menorah · 1926-12-01 · Heft 12 (Dezember 1926) · p. Seite 706

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 12 (Dezember 1926)
Article
Zur Geschichte der Juden in Eisenstadt
Date
1926-12-01
Page
Seite 706 (sequence 2)
Language
German
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706 M E N O R A H am Schlüsse wiedergegebene, schon bei Markbreiler abgedruckte Bericht und Vorschlag an den Kaiser wegen AusschafFung der Juden. Wien, im Jänner 1926. B. W. Bei der dürren archivalischen Auslese, die Markbreiters „Beiträge zur Geschichte der jüdischen Gemeinde Eisenstadt" (Wien 1908) bieten, dürfte die nachfolgende „Beschreibung und Steur Anschlag" der Eisenstädter Juden aus dem Jahre 1564, die übrigens auf die Zeit von 1556 zurückgreift, nicht ohne Interesse sein. Das Aktenstück (Orig. im früheren k. u. k. gemeins. Finanzarchiv) belehrt uns über den Stand von 8 ansässigen Familien mit zusammen 34 Mitgliedern, die außerhalb der Heimat befindlichen nicht milgerechnet. Hieran schließt sich ein Verzeichnis von „fremden und streifenden Juden", die sechs ander Zahlsich vorübergehend in Eisenstadt aufgehalten haben. Von diesen 40 Personen waren 18 in Eisenstadt geboren, bezüglich der Heimat der übrigen verweise ich auf das am Schlüsse angefügte Ortsverzeichnis, Der Steuerrückstand für die Jahre 1556—63 belief sicli auf 213, die für das Jahr 1564 „auf 17 alt und 6 jung Judt und Jüdin" ausgeworfene Steuer auf 30 Gulden. Als Steuerquote wurden für eine erwachsene Person 12, für eine minderjährige 6 Schilling Pfennige festgesetzt (1 Gulden 8 Schillinge). Au Hallend ist die Zunahme der Anzahl der Juden in Eisenstadt im Laufe der nächsten Jahre. Der Bericht der kais. Kommissäre aus dem Jahre 1569, die mit den Verhandlungen wegen der Ablösung der Pfandherrschaft Eisenstadt betraut waren, konstatiert, ,,d a s diser Zeit in der Eysenstat in acht unnderschidlic hen, vor Alter g e westen Burgersheüsern Jung unnd Alt, Mann unnd Weybs Personen, so ■Iren a i g n e n Richter haben, ainundachtzig vorhannden sein2." Diese ra- - Früheres k. u. k. gemeins. Finanzarcliiv. Fasss. E. 13. Markbieiter, S. 10 u. ff., doch ist Beine, mitunter äußerst ßinnstorende Abschrift sehr revisionsbedürftig. pide Zunahme wird wohl mit einer in der Zwischenzeit erfolgten Einwanderung von neuen Ansiedlern aus der Umgebung zu erklären sein. Bemerkt sei noch, daß das Urbar der Herrschaft Eisenstadt aus dem Jahre 1569 (Finanzarchiv) folgende Besitzer von der Herrschaft zinsbaren Häusern und Hofstätten erwähnt (fol. 23b): Pugg Jud, Schwarz Jud, Plind t Joseph Jud, Gerssll Jud, Jacob Jud Glaser. Abraham P u t z m a n s Besch reib u n g und Steur Anschlag der Juden in der S t a t Eyssens latt, w e Ii c h a l d a woneiuHund s l r a y f f e n cl t sein, so den 2 T a g O c t o b r i s d i t z 64 J a h r beschehen. Juden Steur Ausstand in der Statt Eysenstatt 1. J u 1 y, genannt P u g 1 Jud, seins Allter bey 50 Jarn, ist von Günss pürttig, hat in die 20 Jar in der Eyssenstatt gehausst, hatl ain aigne Behaussung, beleibt Steurausstand von acht Jaren für sich, sein Weib und ainen Sun, ye von ainer alten Person 12 ß. von der jungen 6 ß c) zu raitten, bringt hernach volgende Jar, Ao. 56, 57, 58, 59, 60, 61, 62, 63...............30 fl. 2. L a s s a r u s i e n J u d i n Wittib, ist püertlig von Edenburg, und ir gewresster Man von Prespurg, haussen in der Eissenstatt über 30 Jar, haben alda siben Khinder, so Thochter sein, erobertt, darunder sy noch vier unbeheiratt hatt, thuett der Ausstandl vom 56, 57, 58, 59, 60, 61, 62 und 63isten Jar auf ir Personn das Jar geraitt 12 ß, auf ain Thochter 6 ß <S, Ihuetl............36 11. Hieobbemelter Judin hab ich iren verstorben Hauswirt nit geraitt, so in Zeit seines Lebens auch Ausstandt schuldig war, in Bedenkhung irer Khinder. 3. Salierne Manndl Jud, ist pürttig von Günss, wont in der Eyssenstatt bey 30 Jaren, hatt ain Weib und zwey Khinder, thuett der Ausstandt von acht Jaren . 36 fl. 4. Asserl Jud. Diser Judt ist in der Eyssenstatt geboren und erzogen worden, seins Altter bey 40 Jaren, hatt ain Weib und

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