Mannheim
Compact Memory

Menorah · 1926-09-01 · Heft 9 (September 1926) · p. Seite 503

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 9 (September 1926)
Article
Jahresprognosen
Date
1926-09-01
Page
Seite 503 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2912821-2912853-2912862-2918157--03698-2918254
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

JAHRESPROGNOSEN 503 manches billig, anderes nicht; innerhalb des 20. bis 30. großer Überfluß in der Welt. — Nissan. Regnet es am Pessach, so regnet es im Sommer und in der Weinlese. Tamus. Ist der 13., 14., 15. dieses Monates verregnet oder bewölkt, so hat das Jahr Regen zum Guten (d. h. in richtigem Maße und zu richtiger Zeit); wenn nicht, soll man um Regen beten. — Regnet es am 11. Tamus, wird die Frucht anfangs des Jahres teuer, nachher billig. Regnet es am 12. Tamus, wird die Frucht gegen Ende des Jahres doppelt teuer. Sind dagegen diese beiden Tage überhaupt ohne Regen, wird ein gutes Jahr sein. Tischri. Die vier Tage zwischen Jörn kippur und Sukkoth sollen für die folgenden Monate Cheschwan, Kislev und Tebeth maßgebend sein. Das Wetter am Jom kippur ist ebenfalls von Vorbedeutung. Ist früh und abends Regen, so ist das ein schlechtes Vorzeichen; ist morgens Regen, aber abends kein Regen, so wird der Anfang des Jahres schlecht, das Ende gut sein. Donnert es am Vorabende des Versöhnungstages, gilt dies als böses Vorzeichen und die Menschen brauchen Gottes Erbarmen. — Die Tage zwischen Roschhaschana und Jom kippur sind keineswegs belanglos. Ist der zweite Tag heiter, ist ganz Cheschwan ohne Regen, ist er aber bewölkt, so wird es diesen ganzen Monat regnen. Dem dritten Tage entspricht Kislev, dem vierten Tebeth und so fort bis zum neunten, nach dem sich der Siwan gestaltet. Eine besondere Weisheit, die der Verfasser des Tikkun Isachar wunderbar und von großem Nutzen nennt und die er in einem arabischen Buche gefunden und von dort ins Hebräische übersetzt hat, soll die Kenntnis von dem Ausmaße und dem Preise des Fruchtertrages für das ganze Jahr offenbaren. Man nehme ein Qtiantum Weizen, wäge die Körner in der ersten Nacht des Monates Tamus, die nach christlicher Rechnung herauskommt, wäge dasselbe wieder am Morgen und nochmals am Abend, sehe, ob das Gewicht zu- oder abnimmt. So tue man ständig morgens und abends alle zwölf Tage. An dem Tage, an dem das Gewicht zunimmt, wird die Frucht in dem betreffenden Monate teuerer werden, wenn dem ersten Tage der erste Monat, dem zweiten Tage der zweite usw. entspricht. An dem Tage, da das Gewicht abnimmt, wird in dem entsprechenden Monate die Frucht billiger. ,,Jahresprognosen", Streben der Menschen, die Zukunft zu erforschen, sie gleichen den Wünschen am Neujahrstage. Erst wenn sie Wirklichkeit geworden sind, sich bewährt oder uns enttäuscht haben, wissen wir, was wir von ihnen zu halten haben. Gut gemeint sind sie gewiß!

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.