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Menorah · 1926-08-01 · Heft 8 (August 1926) · p. Seite 454

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 8 (August 1926)
Article
Der Traumsiedler
Date
1926-08-01
Page
Seite 454 (sequence 6)
Language
German
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454 MENORAH Bald ist es still. Ich höre den Kindern zu, die hinter dem Zelttuch kauern. Melech hatte ihnen eine Geschichte erzählt. „Noch etwas6', sagt Zipporah; denn er ist eben zu Ende. „Jetzt weiß ich nichts mehr." „Du weißt mehr", reden auf ihn die anderen ein. „Nein, nichts mehr." „So werde ich auf dem Dach herumhüpfen", droht Kalbu. „Hüpfe nicht," mahnt ihn Melech ernst, „sonst stürzt das Dach ein. Mutter Beracha ist böse, wenn du hüpfst." „Ich hüpfe! Die Ziegen hüpfen auch und doch stürzt das Dach nicht ein." „Dort sind sie allein." „Wieso allein?" Und Kalbu brüllt aus voller Kehle: „Rauchfangkehrer, wo hast du deine Lehrburschen versteckt?" Beracha sagt drohend: „Kalbu, wenn du brüllst, bekommst du Chinin!" Sie wendet sich zu mir und erklärt es: „Sie bekommen auch Chinin. Iljitschka sagte, ein wenig könnte nicht schaden. Die Luft ist verseucht vom Moor. Dieser Melech ist ein herzensguter Kerl..." Melech beginnt ein Märchen: „Es war einmal ein runzliger Zauberer, der hatte ein Kamel.. ." Und jetzt hört man weder Kalbu, noch die anderen. „Du weißt nicht einmal," sagt Beracha, „daß die Ziege kleine Zicklein hat. Drei. Du wirst sehen, wie schön sie sind. Alle flachhörnig. Das Haar wie Seide... sie sind dort auf dem Stalldach." Ich wende mich um, sie zu sehen. Zuerst betrachte ich mein Feld. Das Reisfeld steht unter Wasser. Berachas Enten schwimmen darauf und suchen mit den Schnäbeln. Überall Würmer und Samen. Ein ganzes Regiment. Auf dem Stall die schwarze Ziege. Wie mager! „Rauchfangkehrer!" brüllte Kalbu; sie ist also der Rauchfangkehrer. Sie steht auf dem Dach und schaut nach dem „Mohnkuchen". Neben ihr die Lehrburschen. Ich muß lachen. Beracha winkt Großväterchen zu; sie alle lachen. „Was lachst du", fragt Beracha. „Noch ist nicht alles hin", antworte ich, anspielend auf ihre Worte an jenem Morgen. „Wir haben noch die Kinder, die Ziegen, Zeltchen und das Kalb; auch die Küchlein sind noch da." Beracha vergräbt ihr Gesicht in die Hände und girrt lebensvoll: „Wie gut, daß ich das von dir höre!" (Das 13. Kapitel folgt in der nächsten Nummer.)

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