Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1926)
- Article
- Zur Einführung
- Date
- 1926-06-01
- Page
- Seite 320 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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320 MENORA II SAKRALER RAUM im Pavillon „Hygiene der Juden' verkündet die Heiligkeit der Ehe. Wir sehen dann weiter die vorsorgende Hilfe für den sinkenden Bruder, diePeah, die Ecke des Feldes, die dem Armen verbleiben muß, den Arzt am Krankenbett. Den Beschluß macht die Bedikah, die der Fürsorge für reine Nahrung dient und endlich die Absonderung des Aussätzigen, jene altbiblische Institution, die auch für die europäischen Völker in ihrem Kampfe gegen ansteckende Krankheiten vorbildlich geworden ist. Eine Sabbatstube soll eine Ahnung von der Ruhe des Sabbats erwecken, der der Jude es verdankt, wenn er im Laufe seiner schweren Geschichte nicht geistig und seelisch zusammengebrochen ist. Schöne alte Milahgeräte erinnern an den „heiligen Bund", Präparate von Lungen gesunder und kranker Tiere bieten einen kleinen Ausschnitt aus dem großen Gebiete unserer Speisegesetze. In einem Bücherschrein ist die Hausbibliothek eines modernen J Tiden aufgestellt. In weiteren Räumen wird die jüdische Wohlfahrtspflege in Deutschland in ihren mannigfaltigen Verzweigungen dargestellt durch Dioramen charakteristischer Aiistallen, durch Bilder aus ihrem inneren Leben, durch Tafeln mit dem Aufbau ihrer Organisationen, durch Statistiken ihrer Leistungen. Das schwerste Problem, das weit über den Bereich der Wohlfahrtspflege hinausragt, ist die große jüdische Wanderung unserer Tage. Sorgsame Statistiken zeigen den besonderen Charakter, der sie von der Wanderung bei anderen Völkern unterscheidet. Ein großes Gemälde, eigens für die Ausstellung geschaffen, malt erschütternd Leid und Hoffnung unserer Heimatlosen. Das Bild dieser Not leitet zu einem modernen jüdischen Problem anderer, froherer Art über, zu den Aufgaben, die uns Palästina stellt. Dioramen zeigen das Land in seinem bisherigen verwahrlosten Zustand und seine beginnende Wiederbelebung durch jüdische Arbeit, das alte und das neue Jerusalem und jüdische Dörfer. Chaluzim bei der Entsumpfung des Bodens und beim Straßenbau. Schöne Photographien schildern Unterricht und Erholung in den Schulen, die Wirksamkeit der großen sanitären Organisationen, ihre Erfolge im Kampfe mit Malaria, Trachom und anderen Volkskrankheiten, den aufblühenden jüdischen Sport. Statistiken bieten eine