Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1926)
- Article
- Eine Melodie aus einer alten Posener Synagoge
- Date
- 1926-05-01
- Page
- Seite 293 (sequence 2)
- Language
- German
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EINE MELODIE USW. 2(J3 vinz Posen gesungen, so daß für alle Beter, die dort heimisch waren, Text und Sangweise miteinander verschmolzen. Ich war daher nicht wenig überrascht, als mich anfangs der Achtzigerjahre der Zufall einmal am Ausgange des Sabbats in eine der zahlreichen kleinen Synagogen führte, welche die Judenstraße in Posen damals aufwies und mir dort eine ganz andere Melodie als die vertraute herkömmliche entgegen tönte. Es war dies in der sogenannten Fleischerschur', welche sich im ersten Stock des dem Eingang zur Dominikanerstraße gegenüber liegenden Hauses der Judenstraße befand. Der Raum, den ich betrat, war in Dunkel gehüllt. Nur das .,ewige Licht", ein winziges Fläminchen, glühte in mattem Schein. Ich hörte eine fremdartige schwermütige Weise. Man sang Ledowid boruch, nach einer Melodie, die sich mir unauslöschlich einprägte und in meinem Gedächtnis haften blieb, obwohl mehr als vierzig Jahre vergangen sind, seitdem ich sie hörte. Die Synagoge besteht nicht mehr. Und wohl wenige nur werden noch am Leben sein, die einst jene Melodie in der Posener „Fleischerschul" sangen. Ob sie noch irgendwo anders üblich war oder ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich habe sie nirgends wieder gehört. Mag sie auch musikalisch nicht bedeutend sein, musikgesehichtlich dürfte sie nicht ohne Interesse sein. Sie lautet folgendermaßen: Le - do - wid. bo - rach a - do - noi zu ^fM s /Tn /Ts ffl ■ f -fe-2-r. QJ h Q L*brf! ri be- /Ts sai la - mil - ebo mo chas - di um - zu /Ts u - wo cho - si ~<£T ro ded aiSp*== sach toi.