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Menorah · 1926-04-01 · Heft 4 (April 1926) · p. Seite 240

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 4 (April 1926)
Article
Aus einem amerikanischen Predigtbuche
Date
1926-04-01
Page
Seite 240 (sequence 2)
Language
German
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240 MENORAH teuflischer Wut erschlugen, an welchen das Verbrechen der schwarzen Farbe haftete, die Leichen als Paniere ihrer Freiheit aufsteckten und zur Vervollständigung ihrer Triumphe Freudenfeuer anzündeten — an einem N e g e r*w aisenhause! Und dies alles selbstverständlich im Namen der Friedensliebe und des göttlichen Instituts, wofür jüdische und christliche Lügenpropheten das Sklaventum ausgegeben!" Wir glauben so oft, daß Amerika ein Land ohne Geschichte ist, aber auch dieses verhältnismäßig junge Reich hat nun schon seit 150 Jahren seine historischen Erlebnisse. An den Gedenktagen seiner Geschichte mußte auch der jüdische Prediger sprechen; so nimmt Einhorn Veranlassung, am 19. April 1865, dem Tage der Beisetzung Abraham Lincolns, über die Bedeutung dieses Mannes zu reden, dem er nur den Vorwurf macht, daß er gegen die Rebellen im Sklavenkrieg zu milde gewesen sei. Der Danksagungstag, der von der amerikanischen Regierung alljährlich eingesetzt wird, läßt ihn des öfteren jüdische und amerikanische Probleme miteinander verbinden. Er fordert eine Pflegestätte des Judentums zur Förderung jüdischen Wissens in Amerika, weiht aber auch dem Kampfe gegen die Korruption — dem schlimmsten Feinde amerikanischen Lebens — oftmals sein Wort. Für unser europäisches Gefühl hat es etwas Merkwürdiges, wenn ein Prediger die Legung des ersten atlantischen Kabels zur Veranlassung einer besonderen Ansprache nimmt, aber der amerikanische Mensch ist so ganz auf das Diesseits eingestellt, daß er derartiges von seinem Seelsorger, ganz gleich welcher Konfession, unbedingt verlangt. Eine Probe aus dieser Predigt würde den modernen Menschen sicherlich interessieren, wenn er auch nicht durchaus mit dem dort ausgesponnenen Vergleiche einer Meinung sein wird: „Moses erhob seinen Stab, um das Rote Meer zu teilen und Israel trockenen Fußes durchschreiten zu lassen. Hier ist weit Größeres geschehen. Ein elektrischer Funke durcheilt unversehrt unter rauschenden, brüllenden, feindlichen und unermeßlichen Wassermassen das Weltmeer, um in einer verhältnismäßig unbeträchtlichen Anzahl von Minuten die Bewohner dies- und jenseits des Ozeans ihre Gedanken miteinander austauschen zu lassen, und jedermann fühlt und weiß, daß es hier mit ganz natürlichen Dingen zugeht.u So geht es in bunter Fülle fort. In jedem Lande der Erde entwickelt das Judentum seine besonderen Formen, aber sie alle werden doch zusammengehalten von dem Bewußtsein der Allgemeinheit, jedes in seiner Art, zu dienen.

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