Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 3 (März 1926)
- Article
- Isak Noa Mannheimer, Dr. Adolf Jellinek und Dr. Moritz Güdemann im Stadttempel
- Date
- 1926-03-01
- Page
- Seite 158 (sequence 1)
- Language
- German
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Isak Noa Mannheimer, Dr. Adolf Jellinek und Dr. Moritz Güdemann im Stadttempel Von M. Rosenmann Die jetzige Wiener Kultusgemeinde, die ohne den geringsten Zusammenhang mit den ihr vorangegangenen und (1421 und 1671) zerstörten zwei jüdischen Gemeinden wiedererstanden ist, hat die Grundlage ihrer Organisation im Jahre 1792 erhalten. Auf Grund eines Vortrages der Hofkanzlei vom 17. Juli dieses Jahres wurde den „Tolerierten" (Geduldeten) das mit einer gehässigen Verklausulierung ausgestattete Recht eingeräumt, Vertreter zu wählen, ,,wrelche, ohne aber besonderes Ansehen und gewisse Vorrechte zu genießen, ihren Mitbürgern alle Verordnungen bekanntmachen und im Namen derselben Bericht erstatten sollten". (Pfibram, Urkunden und Akten zur Geschichte der Juden in Wien, B. I, S. 656 ff.) Die gesetzliche Anerkennung erhielt die Gemeinde erst 1849, als Kaiser Franz Josef in einer Audienz am 3. Juli dieses Jahres die Bezeichnung „Israelitische Gemeinde" gebrauchte. Den Namen „Kultus"- Gemeinde legte sie sich selber erst im Jahre 1865 bei. (Rosenmann, Isak Noa Mannheimer, sein Leben und Wirken, zugleich ein Beitrag zur Geschichte der israelitischen Kultusgemeinde in Wien in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, S. 97.) Tatsächlich aber trat sie 1826 ins Leben, als am 1. Nissan (Sonntag, 9. April) dieses Jahres der neuerbaute Tempel in der Seitenstettengasse feierlich eingeweiht wurde. Die vielgerühmte Entwicklung, die die Wiener Kultusgemeinde seitdem genommen, hat sie zu nicht geringem Teil ihren religiösen Pfadweisern und Führern zu verdanken, namentlich jenen, die an erster Stelle, im Herzen der Wiener Judenheit, im Stadttempel wirkten. Das Verdienst der anderen Faktoren, die zur Entstehung, Erstarkung und Blüte der Gemeinde ihr volles Maß beigetragen haben, soll hiedurch nicht geschmälert werden. Allein Richtung und Ziel, wovon hauptsächlich der Bestand eines auf geistiger Basis ruhenden Gemeinwesens abhängig ist, kann nur das autoritäre Wort weisen und dies geschah seitens jener Männer, die auf der Kanzel des Stadttempels nacheinander ihre Stimme vernehmen ließen im Sinne der Vorschrift