Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 3 (März 1926)
- Article
- Zum Geleite
- Date
- 1926-03-01
- Page
- Seite 132 (sequence 1)
- Language
- German
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ZUM GELEITE PROF. DR. S. EHRMANN: Präsident des Verhandes Österreich des JJ. O. B. B. W^ELGHEN SINN hat eine speziell jüdische Kunstzeitschrift? Ihre Funktion kann darin bestehen, daß sie das Jüdische der Vergangenheit und Gegenwart im Fühlen, Denken und Vorstellen der Vergessenheit entreißt, dem Besonderen der künstlerischen Begabung, dem künstlerischen Ausleben des Juden eine Tribüne bietet, in der Mannigfaltigkeit der künstlerischen Äußerungen der Menschheit eine besondere Tonart darstellend. Kann das nicht im Rahmen der allgemeinen Kunstzeitschriften geschehen? Kaum, denn es gilt das Zerstreute möglichst rasch und vollständig, das überall der Vernichtung ganz besonders Ausgesetzte rechtzeitig zu bergen, um es als Erbe, als geistige Triebfeder für das Wirken späterer Geschlechter aufzubewahren. Das VORLIEGENDE HEFT ist inhaltlich der Jubiläumsfeier des Wiener Stadttempels gewidmet. Es ist das erste einer geplanten Reihe von Sonderheften, welche Perioden und Ereignisse, die — territorial begrenzt — die geistige und kulturelle Entwicklung weiter Kreise der Judenheit beeinflußt haben, der Vergessenheit entreißen und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen sollen. Unter Beibehaltung des unpolitischen Charakters der Menorah wird eine nicht parteimäßig eingestellte Darstellung der historischen und kulturellen Wahrheit gerecht werden. Der jüdische Forscher, der Künstler und der Schriftsteller werden hier das Band zwischen altvererbter Tradition und der heutigen Generation knüpfen und der Vergessenheit anheimfallende Zusammenhänge mit neuem Leben erfüllen. Unseren Mitarbeitern und Beratern, die an dem Gelingen des vorliegenden Sonderheftes tatkräftig Anteil genommen haben und uns hilfreich zur Seite standen, sei hier der wärmste Dank ausgesprochen, ebenso dem Präsidium der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien, das in munifizenter Weise für die Verbreitung dieses Sonderheftes unter der jüdischen Jugend Wiens sorgte. Der Herausgeber VORANZEIGE: Das April-Heft (Nr. 4 dieses Jahrganges) wird unter Beibe* Haltung der gewohnten Rubriken inhaltlich zu einem Sonderhefte „BEITRÄGE ZUR GESCHICHTE DER JUDEN IN SCHLESIEN" ausgestaltet werden.