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Menorah · 1926-02-01 · Heft 2 (Februar 1926) · p. Seite 126

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
4 (1926)
Issue
Heft 2 (Februar 1926)
Article
[Ohne Titel]
Date
1926-02-01
Page
Seite 126 (sequence 1)
Language
German
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LIEBE NEFFEN UND NICHTEN! Mancher von Euch mag sich schon gefragt haben: „Wie heißt denn unser Onkel Ben Nathan wirklich? So können ihn doch die Leute auf der Straße und in den Geschäften nicht rufen!" Ich will Euch heute das große Geheimnis verraten: Euer Onkel Ben Nathan heißt für die fremden Leute Siegfried Abeles. „Ah", wird die eine oder der andere von Euch sagen, „Siegfried Abeles! Den kenne ich auch schon! Er hat das preisgekrönte Märchenbuch „Tams Reise durch die jüdische Märchenwelt" geschrieben, das ich gelesen habe." Ich habe das Geheimnis nur deshalb verraten, weil ich wieder für meine lieben Neffen und Nichten ein neues Büchlein drucken ließ. Da steht darauf, daß Siegfried Abeles es geschrieben hat, Ihr aber werdet darin manche Chelmergeschichte und andere lustige Sachen finden, die Euch in der Menorah Onkel Ben Nathan erzählt hat! Richtig! Ihr werdet wissen wollen, wie das neue Büchlein heißt. Es heißt „Das lustige Buch fürs jüdische Kind" und ist ebenso wie „Tams Reise" bei Jakob B. Brandeis in Breslau erschienen. Es würde mich sehr freuen, wenn Ihr mir schriebet, wie Euch die beiden Bücher gefallen. Aber" nicht nur ich kann Geschichten erzählen: Ihr könnt es auch! Vier von Euren Freunden haben unsere Geschichte bereits zu Ende erzählt, aber weil man noch viele Lösungen finden kann, was für ein Krach das war und sich noch viele schöne Geschichten ersinnen lassen, so müßt auch Ihr Euch ein wenig anstrengen und eine solche Erzählung schreiben. Vielleicht erhaltet gerade Ihr einen Preis. Es grüßt Euch Euer Onkel Ben Nathan. Nachstehende Arbeiten sind auf unser Preisausschreiben bisher eingelangt, weitere Veröffentlichungen folgen. SIEHE ES SCHLÄFT UND SCHLUMMERT NICHT DER HÜTER JISRAELS Es war Sederabend. Alle Familienmitglieder saßen um den Tisch, nur die Mutter sah in der Küche nach, was die Mazzothknöderln machten. Eben sollte der kleine Jakob die vier Fragen beginnen, da plötzlich ein Krach und kurz darauf ein dumpfer Schlag. Alles stürzte in die Küche. Da kollerten die feinen Mazzothknöderln am Boden; doch neben den Scherben der Schüssel lag die Mutter. (Wahrscheinlich war sie ausgeglitten.) Vater trug sie mit Hilfe des Ältesten ins Schlafzimmer und bald hatte sie sich erholt. Der herbeigerufene Arzt stellte eine leichte Verstauchung fest, also nichts von schlimmer Bedeutung. Die Mutter bat, den Seder doch ohne sie zu halten, da die Kleinsten schon ganz traurige Mienen aufgesetzt hatten; aber Vater sagte: „Wir halten hier den Seder. holt alles notwendige herbei, ihr sollt sehen, wie gemütlich das noch wird." Nun kam einer nach dem andern und brachte Hagadas, Becher, Teller und die. nach Vorschrift besetzte Sederschüssel. Nicht lange dauerte es, da stand der schönste Sedertisch neben dem Bett der glücklichen Mutter. * „Ja, mein Herr, da scheinen sich giftige brachte Hagadas, Becher, Teller und die die heutige Nacht nicht hier gewesen zu sein." So sprach ein Mann am andern Morgen zu Vater. Man hatte Schnurr, den Kater, tot im eigentlichen Sederzimmer aufgefunden. * Es geschehen auch im Golus noch Wunder, Wunder, welche die von Chanukah e. c. tr. fast noch an Größe übertreffen. Ruth Bamberger, Bad Kissingen, 13 Jahre.

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