Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 4 (1926)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1926)
- Article
- Jean Paul und das althebräische Schrifttum
- Date
- 1926-02-01
- Page
- Seite 117 (sequence 1)
- Language
- German
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Jean Paul und das althebräische Schrifttum Von S. Meiseis Anläßlich seines hundertsten Todestages In seiner Autobiographie „Wahrheit aus meinem Leben'* erzählt Jean Paul, er sei in der Schule zu Schwarzenbach an der Saale der einzige Hebräer gewesen und habe unter Rektor Werner das hebräische Testament mündlich in ein lateinisches übersetzt ,,wie ein Vulgatamacher". Jean Paul fährt dann fort: „Der jetzige Romanschreiber verliebte sich ordentlich in das hebräische Sprach- und Analysiergerümpel und -kleinwesen — eigentlich auch ein heimlicher Zug seiner Liebhaberei für Häuslichkeit — und borgte aus allen Schwarzenbachischen Winkeln hebräische Sprachlehren zusammen, um über die diakritischen Punkte, die Vokale, die Akzente und dergleichen alles aufgehäuft zu besitzen, was bei jedem einzelnen Worte analysierend aufzutischen ist. Darauf nähte er sich ein Quartbuch und fing darin bei dem ersten Worte im ersten Verse im ersten Buche Mosis an und gab über das erste Wort, über seine sechs Buchstaben und seine Selbstlauter und das erste Dagesch und Schwa so reichliche Belehrungen aus allen entlehnten Grammatiken mehrere Seiten hindurch, daß er bei dem ersten Worte „Anfangs" (er wollte so von Kapitel zu Kapitel fortschreiten) auch ein Ende machte, wenn es nicht bei dem zweiten war. Was noch von des Quintus Fixlein Treibjagd in einer hebräischen Foliobibel nach größeren, kleineren, umgekehrten Buchstaben (im ersten Zettelkasten) geschrieben steht, läßt sich wörtlich mit allen Umständen auf Pauls eigenes Leben anwenden."