Mannheim
Compact Memory

Menorah · 1925-11-01 · Heft 11 (November 1925) · p. Seite 237

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
3 (1925)
Issue
Heft 11 (November 1925)
Article
Klagemauer [Illustration]
Date
1925-11-01
Page
Seite 237 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
illustration document
OCR quality
99% known words query
IRI
…/2912821-2912840-2912851-2916441--02418-2916513
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

MENORAH 237 ERICH BRILL JUDEN UND ARABER IN PALÄSTINA VON WOLFGANG WEISL Copyright for England and Amerika by Jewish Telegraphic Agency, for Deutschland and Österreich by „Menorah" Der Titel muß nicht irreführen: ich habe nicht die Absicht über das politische Verhältnis zwischen diesen beiden Völkern zu sprechen oder eine Diskussion über die einzuschlagende Politik zu eröffnen, bei der nichts weiter als ein paar Zeitungsartikel herauskommen würden. Ich finde es vielmehr für nötig, einige Daten über die Entwicklung der jüdischen und nichtjüdischen Bevölkerung des Heiligen Landes zu geben. Mr. Araery hat (auf Grund nicht ganz genauer Daten) den Arabern bei seinem letzten Aufenthalt in Palästina Erklärungen abgegeben, die ungemein beruhigend für das arabische Nationalgefühl geklungen haben. Er sagte: Die jüdische Einwanderung in Palästina im Laufe der letzten fünf Jahre sei weitaus geringer als die natürliche Vermehrung der Araber, so daß die Juden gar keine Aussicht hätten, in absehbarer Zeit die Majorität im Lande zu bilden. Er nahm als Grundlage dieser seiner Erklärung die Differenz der Bevölkerungsziffern von 1919 bis einschließlich Februar 1925. Zweifellos sind diese Ziffern nicht ganz falsch und ebenso zweifellos ist, daß die natürliche Vermehrung der Araber die der Juden weit übertroffen hat. Will man aber politische oder wirtschaftliche Folgerungen aus der Bevölkerungsbewegung Palästinas ableiten, so ist es ganz unmöglich, die Ziffern von 1920 zu benutzen, die eine höchst ungenaue Schätzung der englischen Behörde bieten, und es ist auch nicht gut möglich, die jüdische Einwanderung der ersten drei Jahre zur Grundlage für Folgerungen für die Zukunft zu machen. Vor allem deshalb nicht, weil in diesen Jahren weder eine genaue Statistik der Einwanderung noch eine solche der Auswanderung vorlag und weil Palästina mehr oder weniger unter dem Eindruck des Jaffaer Pogroms Juden unzugänglich war. Wir müssen deshalb für unsere Betrachtungen die Lage in den zweieinhalb Jahren seit der Volkszählung (Oktober 1922 bis 30. Juni 1925) in Betracht ziehen. Die Bevölkerungsbewegung in Palästina setzt sich zusammen aus: 1. Geburtenüberschuß bei Juden und Arabern, 2. Überschuß der Einwanderung über die Auswanderung bei Juden und 3. Überschuß der Auswanderung über die Einwanderung bei Arabern. Die absoluten Ziffern der Einwanderung sind gewiß nicht uninteressant; vom Standpunkte politischer Erwägungen aber absolut belanglos. Von diesem Standpunkte aus kommt es nur darauf an, wieviel Juden im Lande bleiben, nicht, wieviel einwandern. Die folgende Statistik vergleicht die jüdischen und nichtjüdischen Ziffern*) : Volkszählung Oktober 1922 : Seßhafte Bevölkerung..... 83.790 Militär........... 2 Beduinen geschützt..... ■— Summe . . 83.792 565.258 4.801 103.331 673.390 649.048 4.803 103.331 75 7.182 Vermehrung durch Geburtenüberschuß : 1. I. 1923—30. VI. 1923 . 1.265 I.VII. 1923—30. VI. 1924 . 2.294 1. VII. 1924—31. XII. 1924 . 1.078 1. I. 1925—30. VI. 1925 . 1.091 Summe 5.728 7.775 14.929 7.027 _7.0_93_ " 367824 9.040 I 7.223 8.105 8.184 42.552 Y'i Die sämtlichen statistischen Daten dieses Artikels sind mit Genehmigung des Verlages Ullstein meinem Buche „Der Kampf um das Heilige Land" entnommen, das in den nächsten Wochen erscheint. Ich benütze diese Gelegenheit, um vor allem den Beamten der Health Offices der palästinensischen Regierung für das große Entgegenkommen zu danken, das sie mir bei Beschaffung von bisher unveröffentlichten Daten bewiesen haben.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.