Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 3 (1925)
- Issue
- Heft 11 (November 1925)
- Article
- [Nachricht] / Fraenkel, J.
- Date
- 1925-01-01
- Page
- 225 (sequence 1)
- Language
- German
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MEN O RAH III. JAHRGANG NOVEMBER 1925 NR.! I Als Titelbild veröffentlichen wir in dieser Nummer die Reproduktion eines Gemäldes von Lrich Brill (Hamburg), „Hafen von Jaffa". Wir verweisen auf unseren Aufsatz Seite 232. Diese Nummer enthält neben Städteansichlen \on Krakau und Schwersenz, Reproduktionen nach Originalen der bekannten Maler Erich Brill (Hamburg), Viktor Tischler (Wien) und Lyoncl S. Reil}, (New York) INHALTSVERZEICHNIS Rabb. Dr. SAUL KAATZ (Hindcnburi?) : Zur Geschichte der Gemeinde Schwcrscn/. ROBERT WEISS: Der erste Abgeordnete clor luden im österreichischen Parlament OSKAR NEUMANN: Verheißung Dr. OSKAR BENDIENER: Moritz Heimann Der Maler Erich 'Brill ILLES KACZER: Der Traumsiedler (3. Fortset7unc) Dr. WÖLFGANG WEISE (Jerusalem): Juden und Araber in Palästina EUGEN HOEFLICH: Der Mörder (Fortsetzung und Schluß) Musik: Rudclf Reti (Wien): Darius Milhaud Frauenwelt: Unsere Mutter. Von A. K. (Fortsetzung) Schach, Modebericht, Für unsere Kleinen. UMSCHAU Aus Aula Ii des jüdischen Ncujahrslcstes, Roseh I laschonoh 5686, ersuchte der Gouverneur von New York, Mr. Alfred R. Smith, die Jüdische Telegraphenagcnlur. den folgenden Nnijahrswunsch zu verbreiten: „Die heilige Stimmung des jüdischen Neujahrsfestes hatte mich schon in den Kindheitsjahren, die ich im Osten New Yorks verlebt habe, gefangen genommen. Ich erinnere mich noch an den Zug der jüdischen Patriarchen und ihrer Familien in die Synagogen, wo die Tage in ernstem Gebet verbracht wurden. Ein Volk, für welches die Religion das Brot des Tages, die Nahrung des Lebens ist, ist in jedem Lande, in welchem es lebt, ein Aktivbestand. Demnach sind die J ud c n ein starkes A k I i v u m cl e s a m e r ik n ii i f r h e n V o 1 k e s und Landes. Mein Neujahrswunsch gilt insbesondere der jungen jüdischen Generation von der ein Teil zuweilen vergif.it. claf.i das jüdische Volk Großtaten m der menschlichen Geschichte vollbracht hat. Je mehr der Jude seinen Prinzipien Iren bleibt, ein dcsb> bessere! Amerikaner ist er. Zum Unglück gibt es bei uns Leute - zum Glück sind sit: eine Minderheit die in der Intoleranz gegen andere Rassen und Rekenntnisse eine amerikanische Tugend sehen. Da: Gegenteil ist der Fall: Diese Leute sind unamerikanisch und unnatriotiscli. Ich wünsche meinen indischen Bürgergcnossen der Stach New York ein frohe? neues lahr und sehließe mich ihnen im Gebete an. daß der Allmächtige sie dann unterstützen möge, die echt amerikanis-hen Prinzipien der Völkertoleranz und der religiösen Freiheit stark zur Geltung bringen." Kommerzialrat SIGMUND FR AENKEL S. A. Nach längerem schweren Leiden entschlief im Alter von 63 Jahren am 30. September Herr Komnicivialral S i g m u n d F r a c n k e 1 in München. Mit ihm hat die ludenheil seines engeren und weiteren Vaterlandes einen hervorragenden Repräsentanten verloren, der. mit überraschender Vielseitigkeit ausgestattet, auf allen Gebieten der. öffentlichen Lebens seine Geistesarbeit zur Gelluiu; brachte. In ihm vereinigten sLh alle Eigenschaften, welche dazu angetan waren, ihn zum luhrer einer kleineren oder größeren Gemeinschaft zu machen. Seltene rhetorische Begabung, verbunden mit reichem Wissen auf allen Gebieten, sei es in der schönen Literatur. Volkswirtschaft und insbesondere in allen Zweigen der hebräischen Wissenschaft, ermöglichten es ihm, auf das wirksamste an jeder Stelle, wo man seiner bedurfte, seine Anschauuneen zur Geltung zu bringen, Der Verlebte entstammte sowohl väterlicher wie mütterlicher Seite wahrhaft jüdischen ranulien und soll hier nur der Großvater, der bekannte Halbeistadior Rabbiner B. H. Auerbach s A. erwähnt sein. Bereits in jungen Iahten zeigte er Verständnis für öffentliche Angelegenheilen und zog die Aufmerksamkeit weiterer Kreise auf »ich. Wenn er auch in erster Reihe auf jüdische Angelegenheiten sein .Augenmerk richtete, so vergaß er doch nicht in nichtiüdischen Kreisen, besonder in volkswirtschaftlicher Beziehung Ersprießliches zu leisten. Mehr denn 25 Jahre war er in der I landclskammer zu München eines der tätigsten und _ erfolgreichsten Mitglieder; lue! wa r er II. Vizepräsident der Korporation und besonders auf wirtschaftlichem und steuerlichem Gebiete sowie in hervorragender Weise auf dem Gebiete des Verkehrswesens tätig. Der Landes- sowie der Reichseiscnbabnrat zählte ihn zu seinen kenntnisreichsten Mitgliedern und auch die Reichsregierung hörte in Wirtschaft*- und Steueifragen gerne auf seinen Rat. Verschiedene Auszeichnungen brachten ihm hiefür die verdiente Anerkennung. Diese Wirksamkeit war um so bemerkenswerter, als er ja selbst der Chef einer weltbekannten und angesehenen Llandelsfirma war. Seine 1 laupttätigkeit entwickelte er auf jüdischem Gebiete. 30 Jahre war er Vorstand der orthodoxen Religionsgesellschaft Obel Jak o b, mehr als 20 fahre deren erster Vorsitzender. Die friedliche Einigung mit der Großgemciiide und die Erringung. der Gleichberechtigung, für die orthodoxe Richtung war einer seiner schönsten Erfolge auf diesem Gebiete. Jahrzehnte gehörte er zu den Vertretern der Israelitischen Kultusgemeinde und seit der Begründung des .,\ erbandes der israelitischen Gemeinden Baverns" dem Rai flieser Institution an, für deren Schaffung er jahrelang durch Wort und Schrift wiikte. In den verschiedensten jüdischen Organisationen in Stadt und Land war seine Mitarbeit sehr gesucht und besonders in der B'ne B'rith-Loge Münchens und deren Schwcsteilogen im Reich war er in hervorragender Weise tälig. Seine gcislesstn übenden. \on großem jüdischen und literarischen Wissen zeugenden Verträge, die er hier und in Literaturvereinen hielt, gehörten zu den besuchtesten ihrer Art; bei der glänzenden Rhetorik, die ihm euren war, konnte dies nicht wundernehmen. Das Rabbinersemmar in Berlin .-rfreute sieh seine, eifrigsten Unterstützung; in den 23 Jahren seiner Mitarbeit an diesem Institute hat er kaum in einer Sitzung gefehlt. Aber auch nach außen hin war er ein Kämpfer für das Judentum und in der schweren Zeit, welche die Inden im Lande durchzumachen hatten, trat er in der Öffen(l;chkeit mulig für sein Volk in die Schranken. Persönliche Verunglimpfungen machten auf ihn keinen Eindruck und die nöbelhaften tätlichen Angriffe_ auf seine Person boten ihm keinen Grund zur Zurückhaltung. Was er im Kam»fe für die Scheichita leistete, ist ja allbekannt. Das Bild des verdienten Mannes wäre nicht ganz aufgezeichnet, wenn n'fht auch das innige Familienleben betont würde, dar er an der Seite einer so vorzüglichen Galtin und seiner Kinder führte. Zwei bekannte Männer der Wissenschaft, der Sohn. Prof. Dr. Adolf Fraenkel in Marburg und Schwiegersohn. Prof. Dr. Samson Breuer in Karlsruhe, mögen hier genannt sein. Auch im weiterer. Familienkreise v,'ar er väterlicher Freund und Berater und - last not: least — nicht nender war er den einzelnen Mitmenschen gerne mit Rat und Tat zur Stelle. Mi. ihm ist ein hervorragender Sohn Israels dahingegangen: das Andenken an ihn wird in (!-.. Mm gm fs mu,. LEON U IAS.\N:0WITS( II GF.sTORBF.N In Kar.v.thorußlaud Ut an. 1 7. September de. Schriftsteiler und so/hilc Kampier. Dr. Leon (hasanowitsch, im Alter von ungefäh. 40 Jahren eines plötzlichen IVdes s.-rs!oiben. J.ecn C'hasanouttsch, der aus der Gegend um Wiln i stammt, war einer der M'tbegründei des Weltverbandes ..Poale Zum", dessen Aufnahme in die Arbeiter-Internationale er durchgesetzt ha!. Eine Gratis-Reise nach Palästina Der Jüdische Kalender- Verlair setzt ein,. kostcnlosellHse narli 1H s< i n:i;iN Preis aus für (Ipii;enigcn. der 1. die wertvollsten Vorschlüge für nie inhiltlielie und technische Ausgestaltung der nächstjährigen Ausgabe dieses Kalenders macht, oder?. die wertvollsten Porträts und sonstigen bisher in diesem "Kalender nicht gebrachten Materialien zur VerütTentliehung einsendet. Die Einsendungen müssen hb/.um :i 1.Jänner M«?»: an die "Redaktion des Illustrierten Jüdischen Kalenders, "l'.erlin-Chai'lottenluirg. Goethestr. 17 a, erfolgen. Sie sollen in einem Briefumschlag vorgn- Tionunon -werden, der mit einem Kennwort versehen ist. "Dasselbe Kennwort soll nebst dem Nansen doR Absenders in einem /.weiten Briefumschlag enthalten sein. Heide Uriefumsehlüge sind in einem dritten an die obige Adresse einzusenden. Über die eingesandten Vorschlüge mid Beiträge entscheidet eine Jnrv. der u. a. die Tiprrcu Dr. "Reich. (Ttuektor der Taubstummenanstalt!, Tb Pesseti Hübliothelwir). Davis Tri et seh. E. Steimatzhv angehören. Der Name des Preisträgers wird am 1.'. Februar l«f.»« in üblichen Zeitungen bokanntgeffehen. der Prei«! riisror selbst telegraphisch benachrichtigt werden. Jüdischer Kalender-Verlag- Berlin-Charlottenburg, Goethestr. 17 a. An die, Besteller des „T 11 n st ri e r te n Jüdischen A b r e i U \ a 1 e n il e r'1 Zufolge unvorhergesehener tee.h niscliei Schwierigkeiten hat sich die Keriigstellung des ..Illustrierten Jüdischen Kalender" um einige Wochen verzögert. Wir ersuchen daher alle Besteller um freundliches Zuwarten. Die Versandung des Kalenders beginnt in nVr eisten Novemlierwoche. Die «mäßigten Bezugspreise, für Abonnenten der ..Menorah" sind noch in Geltung: Deutschland . . . }lk. -Ml Österreich . . . . S :;;,o alle anderen Staaten st'rcs.;'.-•.'.>. Bestellungen an Jüdischen Kalender- Verlag Merlin-Charlot t cnburg. (i mthestr. 17a oder Verwaltung der ,,Menoralr\ Wien I l, Fach tcj. Othmar Schiff Gr^teiiUernationale Kunstwerkstätte für J KärntnenW 6 Perücken, Scheitel u. Transformationen gegenüber dem Hotei Bmtoi liefert seit mehr als anderthalb Jahrzehnten den vornehmen orthodoxen Danen aller Länder Perücken, iiiiiliiiilillllllilllllllilllillilillllliiiilliiii i im ml 111111 min "" u 1 i Spezialität: Brautscheitel, diese werden der Mädchenfrisur mit verblüffender Täuschung nachgemacht