Mannheim
Compact Memory

Menorah · 1925-10-01 · Heft 10 (Oktober 1925) · p. Seite 202

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
3 (1925)
Issue
Heft 10 (Oktober 1925)
Article
[Nachricht]
Date
1925-10-01
Page
Seite 202 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
correspondence
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2912821-2912840-2912850--02241-2916346
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

7 entity mentions

sich vor kurzem eine Inrtiativ-Gruppe zwecks Gründung eines Roten Mögen David (Mögen David Edom) als der jüdischen Abteilung des Internationalen Roten Kreuzes gebildet. — Bei der letzten Neuwahl wurden zwei Juden in den Senat von Danzig gewählt. Es sind dies der Sozialdemokrat Dr. Kamnitzer und der Liberale Dr. Neumann. — Am 19. August tagte in Wien der Weltkongreß der sephardischen Judenheit. Nach einer Rede des Präsidenten der Zionistischen Weltexekutive erklärten sich die Sephardim bereit, mit der zionistischen Organisation zuzusammenzuarbeiten. — Vom 18. bis 31. August fand in Wien der XIV. Zionistenkongreß statt. Das österreichische Parlament sandte ein Begrüßungsschreiben und für das Kongreß-Präsidium wurden Fauteuils aus der Hofburg zur Verfügung gestellt. In der letzten Kongreßsitzung wurde Prof. Chaim Weizmann und Nahum Sokolow zu Präsidenten gewählt und mit der Bildung einer neuen Exekutive betraut. — Leontine Smolensky, die Witwe nach dem berühmten hebräischen Schriftsteller Perez Smolensky, ist im Alter von 73 Jahren am 20. August in Wien gestorben. — Der lettländische Außenminister Meirovicz, ein getaufter Jude, ist Ende August gelegentlich einer Autofahrt tödlich verunglückt. Er stand im Alter von 38 Jahren. — Geheimrat Eugen Guttmann, der Begründer und Leiter der Dresdner Bank ist im Alter von 85 Jahren in München gestorben. Seine Söhne sind ebenfalls hervorragende Finanzmänner und seine älteste Enkelin ist Baronin Goldschmidt-Rothschild. — In der bessarabischen Stadt Beiz zündeten antisemitische (cuzistische) Studenten die jüdische Synagoge an. Einer der Täter wurde bald festgenommen. — Ende August tagte in Wien der Weltkongreß zionistischer Frauen. — Zu Ehren des Leiters der Palästina-Zentrale, Dr. J. Ehrmann aus Frankfurt a. M., welcher sich in der letzten Zeit zwecks Organisierung der Palästinaarbeit der Agudah in Erez Israel aufhielt, veranstaltete die Agudah-Ortsgruppe in Jerusalem einen feierlichen Begrüßungsabend. Vor seiner Abreise aus Palästina erhielt er vom Gouverneur Storrs ein wertvolles Album zum Geschenk. — Ende August starb in London Mr. Albert M. Woolf, der im jüdischen Gemeindeleben Londons eine hervorragende Rolle innegehabt hatte. — In Rumänien fanden im August in t verschiedenen Städten schwere Ausschreitungen gegen die Juden statt. Über einige Bezirke wurde deswegen der Belagerungszustand verhängt. — Durch einen Wirbelsturm ist die jüdische Gemeinde im holländischen Städtchen Berculo stark heimgesucht worden. — Der XIV. Zionistenkongreß hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, die Gebeine Theodor Hcrzls aus dem Grab am Döblinger Friedhof zu Wien nach Palästina zu überführen. — Nach einem jüngst veröffentlichten Gesetz der Sowjet- Regierung hat jeder Bürger der Sowjet-Union das Recht, sich in allen Regierungsinstitutionen seiner Muttersprache zu bedienen. Wo eine nationale Minderheit die Mehrheit der Ortsbevölkerung bildet, kann sie dort eigene Verwaltungskörperschaften mit ihrer Muttersprache als offizielle Sprache gründen. — Die Hakenkreuzler der sclilesischen Stadt Schlochan, welche gelegentlich einer Hindenburg-Feicr die Fensterscheiben der dortigen Synagoge einschlugen, wurden vom Gerichte „amnestiert", weil sie bloß „im politischen Kampfe das Eigentum ihrer politischen Gegner verletzt hätten". — Der preußische Landtag hat zugunsten der jüdischen Gemeinden des Landes den Betrag von 500.000 Goldmark in sein Budget aufgenommen. — König Feisul vom Irak war in London Gast im Hause des Mr. E. S. Kadoorie. — Der bekannte Schreibfedernfabrikant F. Waterman, Schwiegervater des Zionistenfülirers Dr. Stephen Wise, wurde von der Republikanischen Partei für den Bürgermeisterposten von New York kandidiert. — Sir Herbert Samuel, der frühere Oberkommissar von Palästina, ist zum Präsidenten der Königl. Kommission für Untersuchung der Lage in der Kohlenindustrie ernannt worden. — In London wurde dieser Tage die erste internationale Konferenz der „Hebrew Christian Alliance", der Organisation getaufter Juden, abgehalten. — Der Obmann des jüdischen Parlamentsklub in Polen, Dr. Leon Reich, hat sich am 13. September zur Tagung der Interparlamentarischen Union nach Amerika begeben. — Der Zentralverband jüdischer Handwerker Deutschlands hielt vom 6. bis 8. September zu Düsseldorf eine Tagung ab, die zugleich eine Kundgebung anläßlich der tausendjährigen Zugehörigkeit des Rheinlandes zu Deutschland war. WANDERUNG UND SOZIALE HILFE Im Jahre 1922 sind aus Polen 46.773 Personen ausgewandert. Von diesen waren 21.778 Juden, die hauptsächlich nach Palästina und Argentinien zogen. — Nach dem Berichte der von der Regierung eingesetzten Kommission für jüdische Landsiedlung in Sowjet- Rußland sind in diesem Jahre 6600 jüdische Familien mit Boden beteilt und angesiedelt worden. — Im Monat Juli sind aus Rußland 900 Personen nach Palästina ausgewandert. — Am 9. September fand in Berlin die feierliche Eröffnung der Ausstellung von Arbeiten der Waisenkinder in den Joint-Fachschulen Europas statt. — Der amerikanisch-jüdische Kongreß beschloß, das Projekt der Krim-Kolonisation als schädlich zu bekämpfen. JÜDISCHE LEHRE UND LEHRER An Stelle des aus Gesundheitsrücksichten vom Amte scheidenden Oberrabbiners Dr. M. Lerner in Altona wurde Dr. Josef Carlebach, bisher Direktor der Talmud-Thora-Realscluilc in Hamburg, zum Oberrabbiner von Altona berufen. — In Jerusalem starb vor kurzem irn Alter von 70 Jahren der bekannte Stryjer Raw Schalom Hakohen Jolles. — Am 22. August beging der ehem. Oberkantor der Alten Synagoge zu Berlin, Musikdirektor Aron Friedmann, die Feier seines 70. Geburtstages. — In Arad verschied 91 jährig der pensionierte Oberkantor der jüdischen Gemeinde Dawid Kohn, der von 185 7 bis 1923, also 66 Jahre, Vorbctcr in der Arader Gemeinde war. — In Hannover wurde am 23. August die Talmud-Thora-Schule des deutschen Vereins Hatorah feierlich eröffnet. Die Schülerzahl beträgt 70. — Am 2. Sept. tagte in Basel das Komilee für das Judaislisclie Institut der hebräischen Universität zu Jerusalem. Es erschienen die Vertreter aus Amerika, England, Frankreich und Deutschland. Zu den letzteren gehören: Rab. Dr. L. Baeck, Dr. M. Bubei, Prof. Elbogcn, Prof. Freimann und Prof. Horovitz. — Anfang September fand in Lackawaxen, Pensylvania, die Jahresversammlung des „Verbandes orthodoxer Rabbiner der Vereinigten Staaten und Kanadas" statt. Es wurde beschlossen, eine neue Jeschiwah für Erziehung von Rabbinern und anderen Kultusbeamten zu gründen. Ferner wurde einstimmig gefordert, daß der XV. Zionistenkongreß in Jerusalem oder in Washington tagen solle, und daß in Sachen der jüdischen Kolonisation Palästina jederzeit die Priorität einzuräumen sei. — Am 3. September verschied im Alter von 67 Jahren der Oberrabbiner von Moskau, Samuel Jakob Rabinowitsch. — Landesrabbiner Dr. Walter in Dessau, beging dieser Tage sein 50 jähriges Amtsjubiläum. — Herr Dr. Samson 'Breuer, Sohn des Rabbiners Breuer aus Frankfurt a. M., wurde zum Professor ernannt. WISSENSCHAFT UND KUNST Am 20. August ist der bekannte Berliner Nervenarzt Prof. Richard Cassirer im 58. Lebensjahre gestorben. — Dieser Tage starb in Brooklyn im 78. Lebensjahre der bekannte jüdische Gelehrte, Verfasser einer Anzahl populärer Werke, Rabbi Abraham Chaim Rosenberg. — Prof. Dr. Artur Rosenheim, der mehr als ein Menschenalter mit dem wissenschaftlich-chemischen Leben Berlins aufs Engste verwachsen ist, -vollendete am I 7. August sein 60. Lebensjahr. — Geheimer Sanitätsrat, Dr. Oskar Rosentlial, Berlin, Ehrenvorsitzender der Berliner dermatologischen Gesellschaft, feierte am 1 1. August das 30 jährige Doktorjubiläum. — Geh. Justizrat Dr. Frankenburger, der stellvertretende Vorsitzende der Israel. Kultusgemeinde München, wurde zum Honorarprofessor an der Technischen Hochschule in München ernannt. — Der fürstliche Archivdirektor Dr. Ezechiel Zivier ist Ende August in Breslau gestorben. Der Verstorbene hat eine ganze Reihe von Schriften über die Geschichte der Juden in Posen und Schlesien publiziert und an einer großangelegten Geschichte Polens für Onclcens „Allgemeine Staatengeschichte" gearbeitet, die jedoch unvollendet blieb. — Vom Präsidenten der tschechoslowakischen Republik, Prof. Masaryk, erschien soeben ein Memoirenwerk, „Die Weltrevolution. Erinnerungen und Betrachtungen", in welchem er mit großer Anerkennung und Dankbarkeit über die Juden, insbesondere über die Amerikas, und deren Vertreter, Mr. Brandeis, Richter Mack, Nahum Sokolow u. a. sich äußert. — Geheimrat Dr. Georg Minden, der bekannte Kultur- und Geschichtsforscher, beging dieser Tage in Berlin seinen 80. Geburtstag. —• Der verstorbene Professor der Medizin, Dr. Adolf Lazarus, hat seine gesamte Bibliothek testamentarisch der Jerusalemer Universität vermacht. Herr Dr. Robert Weiß ist infolge seiner Übersiedlung nach Erez Jisrael aus der aktiven Mitarbeit in unserer Redaktion ausgeschieden. Die Redaktion fühlt sich angenehm verpflichtet, Herrn Dr. Weiß für seine bisherige Tätigkeit wärmstens zu danken. Die Redaktion,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.