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Menorah · 1925-08-01 · Heft 8-9 (August 1925) · p. Seite 200

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
3 (1925)
Issue
Heft 8-9 (August 1925)
Article
[Ohne Titel]
Date
1925-08-01
Page
Seite 200 (sequence 2)
Language
German
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200 M E N O R A H IV. AKT. Joseph und J u ci a, spater Benjamin und T i. Joseph : Wie konntet Ihr Hebräer wagen Mir meinen Becher fortzutragen? Zu strafen bin ich ungeduldig! J u d a : Gewißlich, Herr, wir scheinen schuldig. Wir können, was geschah, nicht klären, Laß Deinen Zorn an uns gewähren. Joseph : Nicht so, ich will Euch all' befrei n. Der Dieb nur soll mein Sklave sein! J u da : Verzeihe, Herr, mein kühnes Wort. Nimm mich, den Benjamin schick fort! Er ist 'des Vaters Augenweide, Sein Liebling, seines Alters Freude! Ihn hat er sich zum Trost erkoren, Da er schon einen Sohn verloren, Den Joseph. Jetzt noch Benjamin? Nie wieder soll er sehen ihn? Soll so ich vor den Vater treten? Das würde, glaub' mir's — Herr — ihn töten! Laß — noch mal bitt' ich — so's Dir recht sein: Frei Benjamin, ich will Dein Knecht sein. — Joseph: Nein, niemals ich das dulden kann! — Pause. Doch, Bruder Juda, sieh' mich an! Erkennst Du jetzt erst, erst so spät, Daß Joseph ist's der vor Dir steht? Juda: Du Joseph? Herr, Du willst uns quälen! Joseph : Ich bin es — hör', laß Dir erzählen! Erinnere Dich, wie ich ein Kind Und ihr mir feindlich war't gesinnt, Weil ich bekam die schönsten Sachen, Weil einen bunten Rock mir machen Der Vater ließ, und weil ich gar Ein stolzer, kühner Träumer war. Erinnere Dich, wie ich erzählt Euch meinen Traum vom Garbenfeld: Daß alle Garben wir geschichtet, Daß meine stolz stand aufgerichtet, Daß Eure Garben, die der Brüder, Sich warfen vor der meinen nieder! Erinnere Dich, wie ich erzählt Euch meinen Traum vom Himmelszelt! Daß Sonne, Mond und elf der Stern' Sich vor mir beugten als dem Herrn. Da mochtet Ihr mich nicht mehr leiden. — Und einstmals war't Ihr Schafe weiden, Herabgestiegen bis nach Dothan. Ich hatt' den schönen Rock, der rot, an, Das ärgert Euch, Ihr mocht's nicht gerne — Da warft Ihr mich in die Zisterne! Juda: Josef, Du bist es! — Benjamin, Herbei, dein Bruder, küsse ihn! — Benjamin kommt. Benjamin: Wer ist er? Joseph, wirklich er. Um den der Vater weint so sehr? Mein Bruder! J o s e p h : Komm doch, laß Dich küssen. — lk" Helene Gidolewitsch Dipl. Jng. David Goldberg Verlobte München, Juli I9?5 J u d a : Laß uns Dein Schicksal weiter wissen. Joseph: Ich blieb allein; ich stimmt' ein Lied an, Ein trauriges; Kaufleut' aus Midian, Die später dort vorüberkamen, Mein Trauerlied sogleich vernahmen. Sie zogen mich am Seil herauf Und schleppten mit mich zum Verkauf. Und als ich in Ägj'pten war, Verkauft' man mich an Potiphar, Bei dem zuerst ich sehr in Huld war. Jedoch, obwohl ich ohne Schuld war, Er bald mich ins Gefängnis setzte. Weil seine Frau ihn dazu hetzte. Jedoch sein Zorn könnt' wenig nützen. Denn lange blieb ich dort nicht sitzen. Als Pharao einmal geträumt, Da holte man mich ungesäumt. Ich deutet' es, wie ich's verstand, Und riet ihm, was zu tun im Land. Worauf er sprach: Von nun an ist er, Der Joseph, unser Hauptminister. So wißt Ihr beide, was geschehn. Laßt jetzt uns zu den Brüdern gehn. Auch ihn'n die Botschaft zu verkünden, Daß sie den Bruder wiederfinden. — Am Morgen aber zieht nach Haus. Ich rüste Euch mit allem aus: Mit Kleidern, Wagen und mit Zehrung, So kommt Ihr heimwärts, ohne Störung. Dem Vater Jakob sollt Ihr sagen. Was hier sich alles zugetragen. Berichtet ihm von unserm Glück Und kommt recht bald mit ihm zurück. Alle drei ab, Ti kommt. T i : Hört, hört, was hat man da vernommen, Daß Josephs Brüder angekommen! Des Josephs Brüder, die Hebräer! Zuerst tat ihnen doch so weh er! Ließ Geld und Becher mich verstecken, Um nachher solches aufzudecken. — War es wohl Ernst, war es ein Spaß? Der Ti, der denkt sich dies und das. Doch hat er wenig Zeit dazu, Die Käufer lassen keine Ruh' Der gute Ti kann kaum verschnaufen, Er muß schon wieder Brot verkaufen. Ja, was ich in der Hand hier trage, Ist meine Goldwägwiegeschale. Ich wäg' das Geld, ich wäg' das Geld, Dazu bin ich ja angestellt. Und bei dem Wägen irrt sich nie Des Josephs Haushofmeister Ti. UNSERE FRAGE LEON FRIEDRICH, Stuttgart. Hirschstraße 24/11. Alter 1 2 Jahre. Lieber Onkel Ben Nathan! Von allen jüdischen Festen gefällt mir am besten das Sukkothfest. Wenn wir in der Laubhütte sitzen, so denken wir wie Gott Israel aus Ägypten führte, wie er es in der Wüste beschützt hat und in Hütten wohnen ließ. Aber auch ein Erntedankfest ist es. Wir sehen die Früchte in der Laubhütte und danken Gott, daß er sie uns dieses Jahr hat zuteil werden lassen. VICTOR HAMMEL, Bödelhcim, 13 Jahre alt. Lieber Onkel Ben Nathan! Auf deine Rundfrage in der „Menorah": „Welches jüdische Fest, welcher jüdische Gedenktag ist dir besonders lieb", will ich dir diese Antwort schicken: Von allen unseren schönen Festen Gefällt mir! Fiyi2U' noch am besten. Denn am heil'gen Wochenfeste In Erinn'rung hochbeglückt. Bringen wir der Blumen beste. Daß das Gotteshaus sich schmückt. Eben nimmt man aus 'der Lade Eine Thoraroll' heraus, Purpursamt und Silberkronc Stattet sie gar würdig aus. Stolz mit seiner teuren Bürde Tritt der Vorbeter hervor, Im Gefühle seiner Würde Hebt er hoch den Schatz empor. Der Gemeinde will er künden. Was auf Sinai einst geschehn. Israels Wohlfahrt zu begründen, Gab Gott der Gebote zehn. Lieber Onkel Ben Nathan! Herzlichen Dank für das schöne Buch, das ich erhalten habe. Deine Frage beantwortend, gefallen mir die "]XC>*2 Feiertage am besten, wegen dem wunderbaren Auszug aus Ägypten und den wunderbaren Mazottknödedn. Herzlichen Gruß von Martha Braun. Piesting, den 10. Juni 25. 12 Jahre. ABR. ELIESER BERGMANN. I 7 Jahre. Auf Ihre letzte Frage habe ich folgendes zu antworten: „Tische, be Aw verkörpert den Beginn des 2000jährigen jüdischen Golus; denn am 9. Aw sank der letzte Rest des jüdischen Reiches in Trümmer". „Der zukünftige Messias wird — nach manchen Ansichten — am 9. Aw geboren (werden) Das bedeutet das Ende des Golus!" „Welcher phantasievolle Geist wird nicht am Tischo b'Aw mit kühnem Griff den Beginn und das Ende des schrecklichen Golus verbinden und den Schmerz über den untergehenden 2. Tempel mit der Freude über den auferstehenden 3. Tempel in einem Zuge genießen?!" „D a r u m auch fühle ich mich am Tischo b'Aw am wohlsten." Wir fordern unsere jungen Freunde auf, auch weiterhin ihre Antworten auf unsere Frage: „Welches jüdische Fest, welcher jüdische Gedenktag ist Dir besonders lieb?" uns einzusenden. Onkel Ben Nathan. DI Ludwig Mann «lühir Mannheim) SxinatcUumflcSfiuiuS ^ß%& Jtoei&thp im &*ei6ga*t, ^^^4f^^{ 'SCtTwABZWAtO, 'W'"«.^ ■ DIE BIBEL DAS ERSTE BUCH MOSES Holzschnitte von Hermann Fechenbach Am 1. und 15. jeden Monat erscheint ein neues Bild. Abonnentenpreis: Mk. 1.50 pro Originalholzsrhnitt. Einzelpreis: Mk. 4.— BeslcNungen sind zu richten an Hermann Fechenbach, Bad Mergentheim, Deutschland oder an Habrith Verlag, Wien, I. Postfach Herausgeber Dr. NORBERT HOFFMANN, Eigentümer und Vcrle/er HABRITH-VERLAGSGESELLSCHAFT m. b. H., sämtlich Wien. I., Zelinkagasse 13. Verantwortlicher Redakteur FRIEDRICH MATZNER, Wien, IV., Rainergasse 25; Druck der Waldheim-Eberle A. G. (vcrantwortl.: KARL WIELAND), Wien, VII., Seidengasse 3—11.

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