Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 3 (1925)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1925)
- Article
- Der Traumsiedler [Nachricht]
- Date
- 1925-01-01
- Page
- 169 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2912821-2912840-2912849--02097-2916155- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
ME N O R AH III. JAHRGANG AUGUST/SEPTEMBFR 1925 NR. 8/9 DER TRAUMSIEDLER Wir beginnen in dieser Nummer einen bisher unveröffentlichten Roman aus dem Leben des jüdischen Bauern in Erez Jisrael. Was die Zeit bisher an Palästina-Büchern gebracht hat, war in der Hauptsache über das Leben in diesem Lande. Der neue Roman entrollt dem Leser das Leben in Erez Israel selbst, in seiner ganzen Tiefe und Fülle. Denn nicht um das Leben vornehmlich handelt es sich hier, sondern, was viel mehr bedeutet, um das Erleben. Was der jüdische Bauer fühlt und denkt, leidet und schafft, mit einem Wort: was er in seinem Lande in der Tiefe seiner Seele erlebt, wird uns in diesem Roman mit einer Klarheit geboten, die nur dem möglich ist, der mittatig schafft. INHALTSVERZEICHNIS Als Titelbild reproduzieren wir eine künstlerische Aufnahme des Herrn Ben Or Kalter, Jerusalem, und verweisen auf unseren Aufsatz Seite 175. Diese Nummer enthält Reproduktionen nach Originalwerken von Eduard Bendemann. Lyoncl Feininger, Ben Or Kalter, Max Liebermann, Pinchas Litwinowski, Leopold Pilichowsky, Dario Rappaport, ferner Reproduktion eines unveröffentlichten Manuskriptes Richard Beer-Hofmanns und zahlreiche unveröffentlichte Aufnahmen aus Palästina. VOM JÜDISCHEN KOLONISATIONS¬ WERK IN PALÄSTINA AUS UNSERER HEBRÄISCHEN ANTHO¬ LOGIE (Ch. N. Bialik. Abraham Ben Jizschak) DIE ALTSTADT JERUSALEMS IN BILDERN ILLES KACZER: Der Traumsiedler MAX BROD: Panischer Schrecken LEO FELD: Richard Beer-Hofmann und das deutsche Theater LEOPOLD PILICHOWSKY IN PALĬ STINA EUGEN HOEFLICH: Der Mörder PINCHAS LITWINOWSKI, EIN SUCHENDER ALFRED SANDT: Salomon Rossi, ein jüdischer Musiker im 1 7. Jahrhundert DIE JAHRTAUSENDAUSSTELLUNGEN DER RHEINLANDE Frauenwelt: Unsere Mutter von A. K. (Fortsetzung). — ,,Die Hadassah" Für unsere Kleinen: Sascha Tschornij: Warum Moses nicht lachte, als er klein war Schach; Mode; Unsere Frage UMSCHAU Zwei volkswirtschaftliche Notizen der letzten Tage zeigen deutlicher als alle Lobreden, wie weil die Kolonisation Erez Jisraels durch das jüdische Volk vorgeschritten ist, wie sehr sie den Charakter der Utopie verloren hat und zunehmend wirtschaftliche Kräfte aufsaugt, die auch anderswo als beträchtlich gegolten hätten: ..Hie Eisenbahnverwaltunz von Palästina hatte im Finanzjahr 1 i)^4f TO-F \V^OOO ä^ypt. P/'un,/ Einnahmen und ','';"-W)0 ägv/>t. Pfund Ausgaben, erzielte also einen /"'bersehuß von lüR.onn äervpt. Pf und. llievon wurden der Finanzkammer Palästinas 124.000 Pfund überwiesen, da die Eisen- /•ahnen der ralästinare^ierung seihst gehören". Dies ist die eine Nachricht. Und die andere, nicht weniger bezeichnende: „Der Direktor der Aug/o Pu/estiue Comfany. Herr /Teflon, tei/te mit, daß in den letzten Monaten der Ce/dzustrom nach Palästina stark angewachsen ist. Allein von osteuropäischen fmuiigranfen -wird monatlich im Durchschnitt eine Million Dollar bei dem genannten Institut eingelegt1'. Jeder Kommentar zu diesen beiden Nachrichten ist überflüssig. Ein überlasteter Verkehr und Banken, die mit Einlagen überhäuft werden — wer hätte auch nur vor drei Jahren geglaubt, daß sich die palästinensische Wirtschaft so rasch entwickeln wird? Das einzig Bedauerliche ist, daß die Anglo Palestine Company, eine Gründung der Jewish Colonial Trust, nur zum geringsten Teil diese Kreditoren im Lande arbeiten läßt. Wie Herr Dr. E. M. Zweig, Generalsekretär des Keren Kajemeth, auf einer Wiener Konferenz mitteilte, gibt die A. P. C. einen großen Teil ihrer Einlagen gegen gute Zinsen an die Anglo- Aegyptian-Bank als Taggelder weiter. Vom banktechnischen Standpunkt aus ist dies bestimmt eine sehr vorsichtige und vielleicht auch lukrative Anlage, aber eigentlich sollte doch der I. C. T. und die A. P. C. in erster Linie Instrumente der jüdischen Kolonisation sein? Da wird wohl der Zionistcnkongreß ein Wort dareinzureden haben ... Die polnische Regierung hat mit den jüdischen Sejm-Deputierten ein Abkommen geschlossen, in dem die Juden einerseits den polnischen Staat ihrer absoluten Loyalität versichern und das polnische Volk, vertreten durch seine Regierung der jüdischen Landesbevölkerung endlich jenes Minimum an Rechten zubilligt, das ihr seit langem zukommt. Nicht zuviel wurde den Juden „gewährt", aber es sind immerhin wertvolle Ansatzpunkte für ein freieres jüdisches Leben. Allseitiger Abbau des amtlichen Antisemitismus, organisatorische Zusammenfassung zu einer Vertietungskörperschaft, eigene Schulen, Milderung des Sonntagsruhegesetzes, Rücksichtnahme auf religiöse Eigenheiten beim Militärdienst usw. Es ist heute noch nicht absehbar, welche Folgen diese polnisch-jüdische Verständigung haben wird. Polen kann — wenn es seine Versprechungen auch wirklich einlösen sollte -— sich dadurch Staatsbürger heranziehen, deren Treue auch unter den schwierigsten Verhältnissen indiskutabel sein wird. Bei Berücksichtigung der komplizierten Verhältnisse im polnischen Staat kann man das Abkommen daher als einen geschichtlich innerpolitischen Schachzug werten . . . Ob die Juden nicht nur papieme Rechte erhalten haben und ob sie selbst die innere Kraft besitzen werden, um auch mit diesen Rechten etwas anzufangen, muß man der Zukunft anheimstellen. Denn es könnte vielleicht geschehen, daß die Tragödie der nationalen und religiösen Assimilation, deren Präludien auch in Polen-Litauen bereits verspürbar sind, im Osten d-en gleichen unseligen Verlauf nehmen wird wie im Westen. Denn die Emanzipation, die einseitig war und nicht zur „Auto-Emanzipation" wurde, brachte den Juden seit Mendelssohns Zeiten ein Mehr an Rechten und ein Weniger an Judentum... R. W—ß. EREZ JISRAEL Im Monate Juni wanderten 4200 Personen in Palästina ein. Im April war die EiirwanderuiiRsziffer 2500, im Mai 2900. — Die jüdische Bevölkerung Palästinas zählt 115.151 Seelen. Das bedeutet eine Vermehrung um 100rv in nicht einmal AVi Jahren. — Das neue Einwanderungsgesetz bestimmt, daß Handwerker, die ein Vermögen von 250 Pfund nachweisen können, in Palästina einwandern dürfen. — Das Problem des jüdischen Frauenrechts hat zu einer Spaltung der Nationalversammlung geführt. Die Vertreter des Misrachi und der anderen gesetzestreuen Gruppen sind aus dem Waad leumi und aus der Assefath haniwcharim ausgetreten und haben eigene Vertretungskörperschaften gebildet. — Auf dem Iskal-Boden der Agudas Jisroel wurden Kolonisationsarbeiten in Angriff genommen. Es stehen bereits die ersten Häuser. Die Kolonie hat den Namen „Machnei Jisroel" erhalten. — Im Juli ist der erste Früchtetransport aus den jüdischen Kolonien nach Polen versandt worden. Er enthält hauptsachlich Weintrauben und Wassermelonen. — Der Gesamtexport an Orangen betrug in dieser Saison zwei Millionen Kisten im Werte von 1,200.000 f. davon gingen 1,600.000 Kisten nach England. — In Haifa wurde die Ruthenbergsche elektrische Othmar Schiff W^MO^^^BSmSWvBmw\ Größte internationale Kunstwerkstätte iür ^^j^^-j J K.ärntnSrrinQ'' 6 Perücken, Scheitel u. Transformationen gegenüber dem H0tei Bristol liefert seit mehr als anderthalb Jahrzehnten den vornehmen orthodoxen Damen aller Länder Perücken. Spezialität: Brautscheitel, diese werden der Mädchenfrisur mit verblüffender Täuschung nachgemacht mencan Telephon 68-500 Serie Büromöbel- ^X^ien, I.y Sterngasse fT% JL Fa, racling briken 13, beim Hohen JVfarkt.