Mannheim
Compact Memory

Menorah · 1925-07-01 · Heft 7 (Juli 1925) · p. Seite 168

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
3 (1925)
Issue
Heft 7 (Juli 1925)
Article
[Ohne Titel]
Date
1925-07-01
Page
Seite 168 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
chapter
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2912821-2912840-2912848--02088-2916000
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

168 M E N O R A H Als solches Pharao gehört, Hat er den Joseph sehr geehrt Mit gold'ner Kette, Prachtgewand, Steckt seinen Ring ihm an die Hand, Und hat ihn 'dann zuguterletzt Als Hauptminister eingesetzt. Und tat dann, was er vorgeschlagen: Vom Überfluß zusammentragen. Getreide viel, wie Sand am Meer, Bracht' er in unsre Speicher her, So daß jetzt in der Zeit der Not Für alle in Ägypten Brot. — Und alle, wie ihr schon vernommen, Sie müssen zu dem Ti jetzt kommen. Der Ti, Ihr merkt es sicher schon, Ist hier zur Zeit die Hauptperson. — Ja, was ich in der Hand hier trage Ist meine Geldwägwiegeschale. Ich wäg* das Geld, ich wäg' das Geld, Dazu bin ich ja angestellt. Und bei dem Wägen irrt sich nie Des Josephs Haushofmeister Ti. II. AKT. T i, später Joseph. Ti klingelt. 'raus, du Volksgewimmel, 'raus! Der Verkauf ist heute aus. Nichts gibt's mehr, wenn ich es sage, Fortgelegt ist meine Wage. Heute wäg' ich nicht mehr Geld, Wozu ich jci angestellt. Ti ist müde und er gähnt, Ti sich auch nach Ruhe sehnt; Mag es morgen weiter gehn. T i legt hin sich, schläft so schön. Schläft ein und singt leise im Schlaf: ,,Ja, was ich in der Hand hier trage Ist meine Geldwägwiegeschale. Ich wäg' das Geld, ich wäg* das Geld, Dazu bin ich ja angestellt. Und bei dem Wägen irrt sich nie Des Josephs Haushofmeister Ti." J o s e p h : Oh, was ist das, sieh doch, sieh, Eingeschlafen ist der Ti. Ti, — da liegt er hingestreckt; Aber er wird aufgeweckt. — Ti, wach' auf! Ti : Welch ein Geflüster? Oh, der Herr Premierminister! Friede mit Euch! Joseph : Mit 'dir Frieden! Bist mit deinem Amt zufrieden? T i : Bin's! Doch in den letzten Tagen Mußte ich mich mächtig plagen. Hatt' soviel nie zu verkaufen, Kaum war Zeit, mich zu verschnaufen, Wiege Geld, nur Geld und Geld. Joseph : Dazu bist du angestellt. — Hör', die wir schon einmal sahn, Diese Leut' aus Kanaan, — Juda ihrer Führer Namen, Wiederum wohl zu uns kamen? T i : Israeliten man sie nennt, Ti doch seine Kunden kennt. — Ja, sie sind wie ich und Du da, Wieder führt sie an der Juda! Wieder kauften sie hier ein. Joseph: 's müssen, Ti, dieselben sein, Denen, wie ich Dir befahl, Als sie gekauft das erstemal, Das Geld Du — was Dich so erregt — In ihren Sack zurückgelegt! Ti : Das schöne Geld, warum? warum? J o s e p h : Sei still und frage nicht so dumm. Hör' zu, was Du zu tun hast heute: Du füllst die Säcke für die Leute, Gibst jedem wieders Geld zurück, Wie er gezahlt es, Stück für Stück; Und meinen Silberbecher, den Ich stets benutze, prächtig schön, Leg' in den Sack des Jüngsten ihn. Am Morgen laß sie ruhig ziehn. Doch haben sie die Stadt verlassen, Jag' ihnen nach, um sie zu fassen. Sag' ihnen: Wer gestohlen hat, Der muß zurück in unsre Stadt. Die Säcke läßt Du sie aufbinden — Bringst sie zu mir, mir das zu künden. Verstanden? Ti: Worte, Herr, nicht Sinn; Doch bring' ich alles richtig hin — Joseph: Nun wohl, ich gehe! T i : Mit Dir Frieden! Ist wohl dem Ti mal Ruh' beschieden? So müde bin ich, doch statt ruhn, Gibts wieder was für mich zu tun. Geld steck in Sack und Becher ich, Ist das nicht etwas lächerlich? — Ja, was ich in der Hand hier trage Ist meine Geldwägwiegeschale. Ich wäg' das Geld, ich wäg' das Geld, Dazu bin ich ja angestellt. Und bei dem Wägen irrt sich nie Des Josephs Haushofmeister Ti. (Fortsetzung folgt.) Statt besonderer Anzeige! Nach zweitägigem Krankenlager g-efiel es am 5 len Adar 5685 flem himmlischen Vater, unsere inniggelichtc Mutter und Schwiegermutter, teures Groß- und Urgroßmüttcrchen, Frau Blume Weber im 8fi. Lebensjahr in die ewige Heimat abzuberufen. Berlin, Tarnow, Wien, München. In tiefster Trauer: Leon Lustgarten und Frau Sara, geb. Weber, Benno Goldberg und Frau Gisela, geb.Weber, Ellias Scnft und Frau Frida, geb. Weber, Jakob J. Weher und Frau Rosa, geb. Lerner, Hans Weber und Frau Jettchen, geb. Kalter, Heinrich Weber. Enkel und Urenkel. Wir bitten um stille Kondolenz. IDic Beisetzung fand anschließend an die Trauerfeier in der Synagoge Malzgasse.auf dem Zentralfriedhof Wien statt. DEUTSCH- ENGLÄNDERIN in Darmstadt wohnend, nimmt zwei bis drei junge Mädchen als Pensionärinnen auf Gründliche bauswirtschaftliche und gesellschaftliche Ausbildung. Englische Konversation. Krste Referenzen Zu orfrapen Lei Frau ROSIE KAPP DARMSTADT, Heinrichstr. 6 5 UNSERE FRAGE ADOLF FROHMANN, Geilenkirchen, 12 Jahre alt. Lieber Onkel Ben Nathan, In der Zeitung „Menorah'^ las ich die Frage: ,.Welches jüdische Fest, welcher jüdische Gedenktag ist dir besonders lieb. Nach meiner Ansicht finde ich das Purimfest am schönsten. An diesem Tag hat Gott uns so wunderbar aus den Klauen Hamans gerettet, der ganz Israel vernichten wollte. Darum sind wir an diesem Tage besonders froh und halten Festmähler. Aus dieser Rettung lernen wir, 'daß Gott uns nie verläßt. RUTH TICHAUER, Breslau, 12 Jahre alt. Lieber Onkel! Nimm meine herzlichsten Grüße entgegen. Ich bin eine Schlesierin und eine treue Jüdin, betreffs deiner Frage, welches jüdische Fest am schönsten ist, höre mich bitte an: Wenn die hellen Kerzen brennen In der alten schönen Pracht, Könnt ihr mir den Festtag nennen Den wir feiern diese Nacht? Wenn das „Moausur" gesungen Und selbst kleine Kinder hören Was der Vater ihn' erzählt, Alte lieb-vertraute Mären. Von den tapfren Makkabäern, Die so treu gerungen haben. Ja, dann glänzen wohl die Augen, So der Mädchen wie der Knaben. ..Chanuka", das ewig neue, Heißt das schöne lichte Fest, Und ich sag's dir, lieber Onkel, Das gefällt mir auch am best. Hoffentlich gefällt es dir. Viele Grüße. GERTRUD KOHN, Nikolsburg, 13 Jahre alt. Lieber Onkel Ben Nathan! Unter allen Festen des Jahres ist mir das Pesachfest das liebste. Nicht nur deshalb, weil es um die Zeit gefeiert wird, da die Natur wieder zu nettem Leben erwacht und es überall zu sprießen und zu treiben beginnt, sondern auch aus dem Grunde, weil es wie kein anderes Fest so schöne, sinnige Bräuche aufweist. Wie herrlich ist doch die Sederfeier, die uns an den wichtigsten Augenblick unserer Geschichte erinnert, an den Auszug aus Ägypten, mit ihren weihevollen Sinnbildern. Wie schön ist es, wenn wir Kinder uns um den festlich gedeckten Tisch setzen und der Vater uns die Hagada feierlichst vorträgt. AN UNSERE JUNGEN FREUNDE! Weitere Einsendungen veröffentlichen wir in der nächsten Nummer. Onkel Ben Nathan. DIE BIBEL DAS ERSTE BUCH MOSES Holzschnitte von Hermann Fechenbach Am 1. und 15. jeden Monat erscheint ein neues Bild. Abonnentenpreis: Mk. 1.50 pro Originalholzsehnitt. Einzelpreis: Mk. 4.— Bestellungen sind zu richten an Hermann Fechenbach, Bad Mer<rcnthein., Deutschland oder an Habrith Verlag, Wien, 1. Postfach Herausgeber Dr. NORBERT HOFFMANN, Eigentümer und Verleger HABRITH-VERLAGSGESELLSCHAFT m. b. H., sämtlich Wien. 1., Zeiinkagasse 13 Verantwortlicher Redakteur FRIEDRICH MATZNER, Wien, IV., Rainergasse 25; Druck der Waldheim-Eberle A. G. (verantwortl.: KARL WIELAND), Wien, VII., Se.denXassc 3-11.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.