Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 3 (1925)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1925)
- Article
- An unsere Leser! [Nachricht]
- Date
- 1925-01-01
- Page
- 145 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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MEN O RAH III. JAHRGANG JULI 1925 NR. 7 An unsere Leser! Da die Sommerhefte unseren Abonnenten nur unregelmäßig und mit Verzögerungen zukommen, werden die August- und Septembernummer in einem verstärkten Doppelhefte Nr. 8/9 vereinigt am 20. August erscheinen. Alifällige Adressenänderungen bitten wir uns unverweilt bekanntzugeben. Die Verwaltung der „MENORAH". INHALTSVERZEICHNIS Als Titelbild veröffentlichen wir in dieser Nummer die Reproduktion eines Federgemaides von GRIGORY GLÜCKMANN (Paris): „FRAUE.NB1LDN1S" (Siebe Seite 157) ROBERT WEISS: Jam Hamclach, das Salzmeer DAS KRAFTWERK AM TOTEN MEER (Aus „Altneuland", Roman von Theodor Herzl) RUDOLF FUCHS (Prag) : Lyrik Autobiographische Skizze Dr. V. KURREIN Linz a'D.): Vom Tabak und Rauchen GRIGORY GLÜCKMANN ROSA MELZER: Der Chossen Bochcr MENDALE MOJCHER SSFUREM: Also schildert Benjamin die Stadt Glupsk EINE MOSESINSCHRIFT AUF DEM BERGE SINAI (?) WILHELM LÖWINGER: Der An'eil der Juden an den Naturwissenschaften (Fortsetzung und Schluß) Bibliographie, Schach Frauenwelt: Unsere Mutter von A. K. Für unsere Kleinen UMSCHAU In London hat eine Konferenz der Leitungen der Zionistischen Organisation und der Agudas Jisroel stattgefunden. Zum ersten Male wurden Differenzen politischer und weltanschaulicher Art am Verhandlungstisch sachlich und friedvoll erörtert. Einer der wichtigsten Beschlüsse dieser Londoner Besprechungen ist die Einsetzung eines gemischten Komitees, dem Abgesandte beider Parteien angehören. Dieses Gremium wird einen Kompromißentwurf zum jüdischen Gemeindegesetz für Palästina auszuarbeiten haben. Das Komitee soll Ende Juni in Wien seine verantwortungsvolle Tätigkeit aufnehmen. BARON EDMOND DE ROTHSCHILD IN PALÄSTINA Beim Verlassen der unvollendeten Synagoge in Tel-Awiw. Die englische Regierung hat uns Juden freie Hand gelassen, die jüdischen Gemeinden so zu gestalten, wie es den Traditionen der Vergangenheit und den Notwendigkeiten der Gegenwart gemäß ist. Wir haben somit die so überaus seltene Gelegenheit, vor aller nichtjüdischen Öffentlichkeit, aber auch vor uns selbst eine Probe unserer politischen Reife abzugeben. Der Gesetzentwurf kann ein Dokument staatsmännischen Denkens, aber auch ein verzerrtes, mißgestaltetes Produkt des Parteihaders werden. Ja. man muß sogar die beschämende Möglichkeit offen lassen, 'daß überhaupt keine Einigung zustande kommt und somit dokumentiert wird, daß die größten jüdischen Organisationen nicht imstande sind, jenes Minimum an Einigkeit, jenes leise ,,Wir"-Be\vußtsein (wie es Oppenheimer nennt) aufzubringen, das die Basis jeglichen gesellschaftlichen Zusammenwirkens ist. Die jüdische Gemeinde in Erez Jisroel ist die Keimzelle zum größeren jüdischen Gemeinwesen, das allen unseren Kolonisationsbemühungen als nächstes Ziel gesetzt ist. Der Geist, der die jüdische Gemeinde erfüllt, wird auch der Souverän des Lebens im jüdischen Staate sein. Achtung der jüdischen Tradition und Wahrung der individuellen Gewissensfreiheit müssen die Grundlagen werden, auf der sich die jüdische Gemeinde des einigen palästinensischen Volksteils gründet. Wer dem Gotte Iisraels anhängt, muß in geistiger wie materieller Freiheit den jüdischen Dienst um Gott gestalten können; wen die Gesinnung anderen Wegen zuweist, soll für seine Person ihnen ungehindert folgen können. Ein Gewissenszwang, offen oder maskiert, Erwachsenen gegenüber oder bei Kindern, mit öffentlichen oder mit privaten Mitteln, ist unerträglich. Das Kommunalgesetz muß innerhalb der weltlichen jüdischen Gemeinde die Möglichkeit eines Gewissenszwanges, sei es in welcher Form auch immer, von vorhinein ausschließen. Denn nur als Organe eines starken sozialen Verantwortungsbewußtseins, werden in Erez Jisroel Gemeinschaften des jüdischen Volkes zu ihrer geschichtlichen Aufgabe heranreifen können. Der bekannte Berliner Gelehrte Dr. Harrv Torczyner hat in der .Jüdischen Rundschau" die Schaffung eines hebräischen Rundfunk w e s e n s zur Diskussion gestellt. Eine Großfunkstation m Jerusalem soll den über alle Erdteile zerstreuten Juden Berichte aus dem Leben des Volkes vermitteln, sowie Darbietungen wissenschaftlicher, künstlerischer und wirtschaftspraktischcr Natur in hebräischer Sprache ermöglichen. Der Gedanke mag vielen phantastisch erscheinen. Aber er ist es nicht. Seine Verwirklichung ist nicht mehr ein technisches Problem, vielleicht auch keine politische Frage, sondern — wie gewöhnlich — eine Finanzangelcgcnheit. Es ist heute noch undenkbar, was solch eine hebräische Sendestation zur Intensivierung des jüdischen Volksbewußtseins beitragen kann. Jerusalem spricht — und der Jude in Warschau. Berlin, Wien, Paris, London, New York hört zur selben Zeit das gleiche Wort in der Sprache der Bibel und der palästinensischen Heimat . . . Kulturpolitisch würde dieser hebräische Sender eine derart zentrale Punktion im Othmar Schiff; Größteinternationalc Kunstwerkstatte für J Kärntnerring 6 Perücken, Scheitel u. Transformationen gegenüber dem Hotei Bristol iefert seit mehr als anderthalb Jahrzehnten den vornehmen orthodoxen Damen aller Länder Perücken. Spezialität: Brautscheitel, diese werden der Mädchenfrisur mit verblüffender Täuschung nachgemacht