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Menorah · 1925-06-01 · Heft 6 (Juni 1925) · p. Seite 122

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Journal
Menorah
Volume
3 (1925)
Issue
Heft 6 (Juni 1925)
Article
[Nachricht]
Date
1925-06-01
Page
Seite 122 (sequence 1)
Language
German
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122 MENORAH EREZ JISRAEL Im Monate April sind 2500 Einwanderer nach Palästina gekommen. Die Einwandererzahl im Monate März betrug bekanntlich 3300. — Baron Edmond de Rothschild, der Begründer und Förderer des jüdischen landwirtschaftlichen Siedlungswesens, ist in Palästina eingetroffen. — Die Regierung von Palästina gab eine Verordnung heraus, derzufolge der auf Getreide, Früchte und Gemüse zu leistende Zehnt von 12 Prozent auf 10 Prozent ermäßigt wird. — Der Gemeinderat von Tel Awiw beriet in einer seiner Sitzungen über Maßnahmen gegen die Bodenspekulation. Die Stadtverwaltung ist entschlossen, etwa 2000 Eigentümer von Bauplätzen in Tel Awiw zu zwingen, sofort mit dem Häuserbau zu beginnen. — Das landwirtschaftliche Departement der Palästina-Exekutive unternimmt energische Schritte, um die Ernte der zionistischen Siedlungen in Emek und im Jordantal, die durch den Mangel an Regen außerordentlich bedroht ist, zu retten. Es ist die Anlage einer teilweisen Bewässerung der Felder vorgesehen. — Eine Reihe führender deutscher Samenfirmen, wie „August Betedofs Söhne", „Teda A. G." und andere, haben in der letzten Zeit begonnen, sich sehr stark für den Markt in Palästina zu interessieren. — Der Jüdische Nationalfonds half zwei Gruppen chassidischer Juden zur Ansiedlung auf dem Lande, indem er ihnen das notwendige Land zur Verfügung stellte. Der einen Siedlung im Tale von Esdraelen wurden 9000 Dunam Boden gegeben, so daß diese mit ihren bisherigen 1 7.000 Dunam über 26.000 Dunam Land verfügen. — Die Untersuchung, die im vorigen Jahre bei Jadjur vorgenommen wurde, um die Möglichkeit der Austrocknung der Kischon-Sümpfe zu prüfen, ist zum Abschluß gekommen und hat ein günstiges Ergebnis gezeitigt. Der jüdische Besitz erstreckt sich jetzt von Jadjur bei Haifa fast ununterbrochen bis Nahalal in einem Ausmaße von 36.000 Dunam. — Die Grands Moulins de Palestine in Haifa beginnen dieser Tage mit dem Bau einer großen dreistöckigen MazzothfabriL — In Tel Awiw wurde eine Mützenfabrik gegründet, die als erste in Palästina auch Herrenstrohhüte herstellt. — Die mit einem Grundkapital von 50.000 £ gegründete Misrachibank wurde in Jerusalem eröffnet. — Außer den Räumen für das Büro der Agudas Jisroel in 1 cl Awiw sind nunmehr auch Räume für eine Knabenschule von Seiten der Palästinazentrale der Agudas Jisroel gemietet worden. GALUTH Vom 5. bis 6. Mai tagte in London eine Konferenz der Exekutiven der Zionistischen Organisation und der Agudas Jisroel. Bezüglich der Regelung der Einwanderung sowie der Bodenkäufe wurde eine Übereinstimmung erzielt; über die Frage der Jewish Agency und des Gemeindegesetzes werden besondere Kommissionen die Verhandlungen fortsetzen. — Vom 20. April bis zum 23. April tagte in Atlantic City die internationale Konferenz des Ordens „Bnei Brith". Die Weltkonferenz wählte Herrn Alfred M. Cohen, Präsidenten des Direktorienrates des Vereinigten Hebräischen Collegs in Cincinnati als Nachfolger des Herrn Adolf Kraus zum Großpräsidenten des internationalen Ordens „Bnei Brith". — Der Monat April erbrachte für den Keren Kajemeth eine Einnahme von 25.660 äg. Pfund gegenüber 14.547 äg. Pfund im gleichen Monat des Vorjahres. — Der Oberste Wirtschaftsrat der russischen Regierung beschloß in einer Sitzung eine weitere große Landfiäche von insgesamt 31.860 Desjatin (etwa 86.00C Morgen) in der Krim für die jüdische Landansiedlung zur Verfügung zu stellen. Gegenwärtig werden in der Krim 8140 Desjatin Boden von Juden bebaut. — Dieser Tage fand in Rom eine interparlamentarische Handelskonferenz statt. Der jüdische Senator Luigi Luzatti, der einstige Premierminister Italiens, wurde zum Ehrenpräsidenten der Konferenz gewählt. — Am 16. April vollendete der demokratische Führer, Rcichstagsabgeordneter Dr. Ludwig Haas, sein 50. Lebensjahr. — Am 10. Mai wurde im Sitzungssaale der jüdischen Gemeinde zu Berlin die zweite Reichskonferenz des Verbandes osljüdischer Organisationen in Deutschland in Anwesenheit von mehr als 150 Deligierten aus allen Teilen Deutschlands eröffnet. — Im polnischen Sejm hielt der jüdische Deputierte Grünbaum eine Rede, in welcher er durch Aufzählung von Tatsachen nachwies, daß die angegriffene jüdische Bevölkerung in Polen meist bei der Polizei keinen Schutz findet. — Am 20. April fand in Klausenburg, der Hauptstadt Transsylvaniens. die feierliche Eröffnung der neugegründeten Bnei Brith- Logc statt. — Am 5. Mai verstarb in Kischincw der einzige jüdische Senator in Rumänien, Herr J. Sanilevici. Der Verstorbene hat sich große Verdienste um die ukrainischen Flüchtlinge in Beßarabicn erworben. — Bei der in Jassy abgehaltenen Beratung der antisemitischen Organisationen Rumäniens wurde die Bildung einer einheitlichen antisemitischen Partei beschlossen. — Die antisemitischen Unruhen, die in Oran, dem Hauptortc der spanischen Zone in Algerien, am Tage der Gemeindewahlen eingesetzt hatten, dauern mit verminderter Intensität (ort. WANDERUNG UND SOZIALE HILFE Das vor kurzem gebildete Komitee amerikanischer Juden für Hilfe an die notleidenden Juden Osteuropas hat soeben au alle jüdischen Gemeinden und Organisationen Amerikas einen Appell gerichtet, zu der Ende Mai in New York beginnenden Konferenz Delegierte zu senden. Die Konferenz wird ganz den Problemen der notleidenden und bedrückten Juden Osteuropas und der Hilfsleistung für sie gewidmet sein. — Laut den Berichten, die beim Staatsdepartement für Arbeit und Immigration einlaufen, haben bis jetzt 160.000 russische und 75.000 polnische Staatsangehörige Gesuche um Zuerteilung von Visen zur Einreise in die Vereinigten Staaten eingereicht. Mit Beginn des neuen Quotenjahres am 1. Juli 1925 werden aber laut dem neuen Einwanderungsgesetz aus Rußland bloß 2248 und aus Polen 5982 Personen einwandern dürfen. — Der bekannte Philanthrop Mr. Na than Strauß und seine Gattin Lena begingen dieser Tage das Fest ihres 50. Hochzeitstages. JÜDISCHE LEHRE UND LEHRER Am 1 3. April fand die Weihe des „Bikur Cholim"-Krankenhauses, des größten jüdischen Gebäudes in Jerusalem statt. Zum ersten Male ereignete es sich in der Geschichte des neuen Jischuw in Palästina, daß die Oberhäupter der drei jüdischen religiösen Parteien, der Aschkcnasim, der Sephardim und der Agudislcn gemeinsam an einer Funktion teilgenommen haben. — Mehr als 5000 Juden und etwa 2000 Araber versammelten sich am 7. Mai, am Sterbetage des berühmten Rabbi Meir Baal haness (Meir, der Wundertäter) an dessen Grabmal. — Der Sekretär der Britischen und Ausländischen Bibelgesellschaft, Rcv. Dr. J. H. Ritson teilte in der 125. Jahresversammlung der Bibelgesellschaft mit, daß im vergangenen Jahre die Bibel in weiteren sechs Sprachen übersetzt worden ist, so daß nunmehr die Bibel in 5 72 Sprachen existiert. Aus dem Jahresbericht der Gesellschaft geht heivo>\ daß sie im vergangenen Jahre 10 Millionen Bibelbände verbreitet hat. Ferner wurde mitgeteilt, daß in Jerusalem ein monumentales Bibclhaus errichtet werden wird. — Dieser Tage fand in New York eine Konferenz der Rabbiner von Groß-New York statt (Waad horabonim). Die Konferenz beschloß, die Entscheidung über Kaschruthfragen solle von jetzt ab der gesamte Rabbinerverband und nicht der einzelne Rabbiner zu treffen haben. — Der bekannte New Yorker Kaufmann und Philantrop Mr. Israel Unterberg spendete 200.000 Dollar für die Ausgestaltung 1« Y il? ^j(0' Dr.ROSENTHALS SANATORIUM VILLA HELENE BADEN-BADEN der Lehrerbildungsanstalt am jüdischen theologischen Seminar in New York. WISSENSCHAFT UND KUNST. Die tschechoslowakische Regierung, welche bereits vor zwei Jahren der Jüdischen National- und Universitätsbibliothek wertvolle Bücher gesandt halte, spendete neuerlich eine Sammlung von Büchern über die kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung der tschechoslowakischen Republik während der letzten Jahre. — Der Weltverband der jüdischen Studentenschaft hat eine wissenschaftliche Privalbibliothek, bestehend aus 7000 Bänden, erworben und sie der Universitätsbibliothek in Jerusalem geschenkt. — Gemäß dem Aufrufe der palästinensischen Schriftstellerkonferenz in Kirjath Anawim hat sich in Polen ein Komitee jüdischer Schriftsteller mit Schalom Asch und Abgeordneten I. Grünbaum an der Spitze gebildet, um in Polen die Arbeit für den Jüdischen Nationalfonds zu propagieren. — Der Berliner ordentliche Honorarprofessor Dr. phil. et med. Hugo Liepmann, der bekannte Philosoph, Nervenarzt und Gehirnforscher, ist im 63. Lebensjahre gestorben. — Am 22. April starb in Bern, wenige Tage vor Vollendung seines 70. Lebensjahres, Professor Dr. Karl Marli, Ordinarius für alttestamentlichc Theologie an der Berner Universität. Professor Marti war, ein Nichtjude, Autorität auf dem Gebiete der alttcstamentlichcn Wissenschaft. — Die Palästinensische Archäologische Gesellschaft teilt mit, daß der Schatzmeister der Gesellschaft und der Sekretär sich dieser Tage nach Palästina begeben haben, um mit dem in Palästina weilenden Rcv. Garrow Duncan, der als Assistent des Professor Macalister che Ausgrabungen in der Davids-Stadt leitet, über die Arbeit im kommenden Sommer zu beraten. — Eine Truppe von englischen, amerikanischen und französischen Filmschauspielern und -Schauspielerinnen, unter ihnen der amerikanische Filmstar Betty Blythe und cler französische Star Leon Mathol, ist am 23. April m Jerusalem eingetroffen. Sie wird Filme aufnehmen, die hauptsächlich Vorgänge aus der Bibel zum Sujet haben. — Professor Heinrich Grünfeld, der berühmte Cellist, ein Bruder des vor einigen Monaten in Wien verstorbenen berühmten Pianisten und Komponisten Alfred Grünfeld, beging am 21. April seinen 70. Geburslug. — Der gefeierte jüdische junge Dichter Joseph Opatcschu. Verfasser des Romans „Die polnischen Wälder", ist dieser Tage aus New York in Paris eingetroffen. — Dieser Tage beginn; die Moskauer Judenhcit das Jubiläum der musikalischen und sozialen Tätigkeit des Professors David Schor aus Anlaß der dreißigsten Wiederkehr des Jahrestages der Ernennung des Professors Schor zum Lehrer an dem Moskauer Musikkonservalorium. Professor David Schor ist einer der beliebtesten Persönlichkeiten der russischen Judenheit. Als Pianist, Musiklchrer und Komponist über die Grenzen Rußlands bekannt, widmete er sich dennoch der sozialen Hilfstätigkeit unter den luden Rußlands in einem weiten Maße. — Der Öberkantor des israelitischen Tempels in Bremen und Komponist, Herr Joseph Heller, beging dieser Tage das Jubiläum seiner vierzigjährigen Tätigkeit als Oberkantor. — Am 14. April verschied zu New York der populäre jiddische Schriftsteller Isaak Goiclo, der unter seinem Schnftstellernamcn Bernhard Gönn bekanntgeworden ist. ETABLISSEMENT EDUARD SACHER WIEN.LOPERNRING 11-RENDEZVOUS DER VORNEHMEN WELT.

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