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Menorah · 1925-05-01 · Heft 5 (Mai 1925) · p. Seite 120

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
3 (1925)
Issue
Heft 5 (Mai 1925)
Article
Schach [Nachricht] / Reti, Richard
Date
1925-05-01
Page
Seite 120 (sequence 2)
Language
German
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120 M E N O R A H Sonst folgt h 5 — h 4 — h 3 33.......... T -d4! /ächling „„ „ | Dr.ROSENTHALS SANATORIUM I VILLA HELENE I BADEN-BADEN || FÜR INN EHE LEIDEN (MIT AUSNAHME ANSTECK. U. GEISTESKRANKHEIT.) teien Kompromittiorung der weißen Königsstellung verbunden wäre. 15.......... a7 a5 Dieser Zug aber erweist sich als Tempoverlust, da Schwarz sich bald überzeugt, daß er auch ohne die Anstrengungen eines direkten Angriffs durch einfachen Tausch in entscheidenden Positionsvorteil kommen kann. Einfacher war deshalb 15. — h 6, um den Läufer zum Abtausch oder Rückzug zu zwingen — umsomehr, als zum Beispiel auf 16. L g 5 — e 3 die Antwort 1 6. — — L f 5 — g 4 sehr stark wäre. Auch im folgenden spielt Schwarz manchmal nicht das Genaueste, aber er steht bereits derart überlegen, daß es schließlich auch so genügt. 16. Sc4-e3 Lf5 d7 17. h4-h5 Se7 —f5 18. h5Xg6 De8Xg6 19. Se3Xf3 Ld7Xf5 Alle diese Abtausche waren nur dem Schwarzen günstig. Aber man kann dem Führer der Weißen darum keinen Vorwurf machen, weil seiner Stellung eben schon nach dem Zug 10. d 5 todkrank war. 20. De2-d2 Dg6-f7 Es drohte 21.) S f 3 — h 4 21. Lg5—h6 ......... Der Abtausch eines der beiden gegnerischen Läufer ist nur ein geringer Trost, da wegen der Schwäche der weißen Felder der übrigbleibende der Gefährlichere ist. 21.......... Lf5-g6! 22. Lh6Xg7 ......... auch auf 22. Dd2 — g5 erzwingt Schwarz durch 22. — L g 7 X h 6 nebst 23. — D f 7 — — f 4 + usw. ein ähnliches Endspiel wie in der Partie. 22.......... Df 7 — f 5! Die entscheidende Wendung. Nach dem erzwungenen Damentausch sollte Schwarz wegen des Druckes auf der f-Linie und der Schwäche von d5 ein technisch ganz leichtes Spiel haben, da er eigentlich nur weiteren Abtausch anstreben müßte. 23. Dd2-d3 Kg8Xg7> Demgemäß war aber 23.........Df5Xd3 24. TdlXd3 Lf5Xd3 25. Lg7XfS Ta8Xf8 viel einfacher und überzeugender. Nach dem Textzuge erhält Weiß noch eine Remischance. 24. 25. 26. 27. 28. Dd3 X f5 Tdl —d2 Thl -h4 Th4--c4 b2-b4? Tf8 Xf5 Ta8-f8 h 7 - h 6 Tf8-f7 Selbstmord, weil dadurch der d-Bauer isoliert wird und sehr bald fallen muß. Jedenfalls mußte 28. S f 3 — b 4 geschehen, da sowohl nach 28. — T f 5 X { 2 als auch nach 28. — T f 5 — f 4 Weiß in diesem Falle seine minderwertige Stellung hätte verteidigen können. In dem folgenden Endspiel gibt es dagegen keinen Kampf mehr. 28.......... a5Xb4 29. c3Xb4 Tf5Xf4! 30. Tc4Xf4 Tf7X(4 31. a2-a3 Kg7-f6 32. Kcl-b2 h6h5! 33. Sf 3 — e 1 ......... Die einfachste Methode, den Sctv erobern. 34. 35. 37. 38. 39. 40. 41. 42. Weiß hätte natürlich schon längst ruhig aufgeben können. T d 2 X d 4 e5 X d4 g2-g3 Kf6 e5 Kb2b3 Ke5 Xd5 f 2 — f 3 Lg6-f7 Sei -g2 c7 —c5 b4b5 Kd5 -e5 + Kb3-c2 Lf 7 -d5 Sg2-el c5 — c4 b5 - b6 42. Ld5 -c6 43. Kc2d2 Ke5 — d5 44. Sel - - c2 c4 -c3 + 45. Kd2 - cl Kd5 — c4 46. f3 f4 d4 -d3 47. Sc2e3 + f 1 Kc4 — b 3 48. Se3 Lc6 — e4 49. Sf 1 - d2 + c3 X d 2 4- 50. Kcl X d2 Kb3 >; a 3 SCHACH NACHRICHTEN In Bern hat ein kleines Wiener Meisterturnier stattgefunden. Nach doppelrundigem Kampf ergab sich folgende Placement: Aljechin 4, Aurbach 3X«, Naegeli 2lA, Michel 2. Der Letzte darf für sich den Ruhm in Anspruch nehmen, gegen Aljechin gewonnen zu haben. In Moskau wird im Herbst ein großes Turnier stattfinden, an dem 16—20 Meister teilnehmen sollen. Bisher wurden eingeladen: Capablanca, Dr. Lasker, Aljechin, Bogoljubow, Rubinstein, Spielmann, Dr. Vidmar, Dr. Tartakower, MarshaU, Grünfeld und Rcti. In Aussicht sind weiter: Maroczy, Teichmann und Dr. Tarrasch. Vorläufig stehen 8 Preise im Betrage von 1000—50 Rubel fest, 2900 Rubel werden an Nichtpreisträger verteilt. An Spesenvergütung bekommt jeder Ausländer 400 Rubel. Das Turnier verspricht demnach eine Veranstaltung ersten Ranges zu werden und sich würdig an die Petersburger Turniere von 1895/96, 1909 und 1914 anzureihen. Die anerkannt heste Küche finden Sie im Restaurant Guth, Wien, IL, Hollandstraße 14 DER BUB HOLT WEIN Es war in Chclm. Da schickte einmal ein Vater seinen Knaben zum Wirten, Wein für Kidusch zu holen. Der Knabe nahm eine Flasche und als er ins "Gasthaus kam, verlangte er einen Liter Wein. Der Wirt schenkte den Wein ein, aber die Flasche war zu klein. „Wo soll ich denn nun den Rest des Weines hingeben?" fragte der Wirt. Einen Augenblick war der Junge ratlos. Dann sah er aber, daß der Boden der Flasche nach innen aufgebuchtet war. „Da hinein", rief nun der Kleine freudig und drehte die Flasche um. Der Wirt goß nun den Rest des Weines in die Dalle des Flaschenbodens. Als dann der Knabe nach Hause kam, fragte der Vater: „Wo ist denn der ganze Wein?^ „Da", erwiderte der Junge und drehte die Flasche wieder um. Wie dem Vater der Wein geschmeckt hat, das mußt du selbst erraten. S. A. DAS WUNDER Am Nachmittag jeden Sabbats kamen die Gelehrten Chelms zusammen und unterhielten sich über Bibel und Talmud. Und weil sie das gut gelernt hatten, hörte man manches kluge Wort. Aber manchmal brachte einer der Gelehrten eine Frage, mit der er sich schon lange befaßte und die nichts mit Bibel und Talmud zu tun hatte. Einmal fragte Reb Michael: „Sagt mir doch, ist es von Chelm bis Warschau ebenso weit wie von Warschau bis Chelm?" „Gewiß", erwiderten die anderen Gelehrten. „Ist es von Berlin bis Wien so weit, wie von Wien bis Berlin, vom Ofen bis zur Tür so weit, wie von der Tür bis zum Ofen?" „Gewiß", erwiderten alle Gelehrten. „Wie kommt es dann," fragte Reb Michael, „daß von Purim bis Pessach nur ein Monat ist, von Pessach bis Purim aber elf, im Schaltjahr sogar zwölf Monate sind?" Das war freilich eine schwere Frage. Lange dachten alle vergeblich nach, endlich sagte der weise Reb Gabriel: „Wenn von Chelm bis Warschau genau so weit ist, wie von Warschau bis Chelm und immer von einem zum anderen so weit wie vom andern zu einem, bei Purim und Pessach das aber nicht der Fall ist, so ist das eben eines der vielen großen Wunder, das wir Menschen nicht begreifen können." S. A. EIN DRUCKFEHLER. In der letzten Nummer dieser Zeitschrift stand ein kleines Gedicht „Ma nistanah". Hast du bemerkt, welchen Unsinn die ersten Zeilen enthielten? Sie lauteten: „Als ich noch klein und stumm gewesen Und noch kein Wörtchen konnte lesen, Sollt' ich schon ma nistanah sagen." Kann denn ein Stummer sprechen? Wohl war ich einmal so klein, daß ich noch kein einziges Wort sagen konnte. Damals lehrte man mich erst „Papa" und „Mama" rufen. Daß ich die Fragen aus der Hagadah sagen sollte, hat man erst fünf Jahre später von mir verlangt. Da war ich nicht mehr stumm, aber noch sehr dumm. Und die erste Zeile unseres Gedichtchens heißt also: „Als ich noch klein und dumm gewesen." Wirklich dumm bist Du nicht gewesen und war auch ich nicht, als wir noch nicht in die Schule gingen. Für ein so kleines Kind waren wir klug genug. Aber jetzt, da wir schon so viel wissen, scheint es uns, als ob wir damals dumm gewesen wären. Du kannst dir denken, daß ein alter Märchenonkel wie ich, die Zeile richtig geschrieben hatte. Aber der Setzer, das ist einer von den Arbeitern in unserer großen Druckerei, hat sich beeilt. Der hat in einer Lade lauter a, in der andern lauter b und so fort. Und schnell, schnell setzt er die Buchstaben zu Worten, zu Sätzen, zu ganzen Seiten zusammen. Da kann man sich leicht einmal vergreifen. Aber dann kommt so ein Unsinn heraus! Hätte er sich nicht so beeilt, wäre alles richtig geworden. Ich habe nun zufällig gehört, daß sich in einer Deiner letzten Aufgaben mehrere Fehler fanden. Wenn die dadurch verursacht worden sein sollten, daß Du dich zusehr beeilt hast, dann bin ich sehr böse. Hast du es aber damals nicht besser gekonnt, dann bin ich überzeugt, daß du inzwischen schon wieder viel klüger geworden bist. Siegfried Abeles. Herausgeber Dr. NORBERT HOFFMANN, Eigentümer und Verleger HABRITH-VERLAGSGESELLSCHAFT m. t>. H., sämtlich Wien. I., Zelinkagasse 13. Verantwortlicher Redakteur FRIEDRICH MATZNER, Wien, IV., Rainergasse 25; Druck der Waldheim-Ebcrle A. G. (verantwortl.: KARL WIELAND), Wien, VII., Seiclengassc 3-11.

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