Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 3 (1925)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1925)
- Article
- Modenachrichten
- Date
- 1925-05-01
- Page
- Seite 119 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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M E N O R A H 119 SCHACH Geleitet von Richard Re'ti Vor kurzem ist im Verlage von Walter de Gruyter U Co. in Berlin das Turnierbuch von New York 1924 erschienen. Es ist von Aljechin bearbeitet und stellt nicht nur eine Sammlung der Partien des Turniers, sondern gleichzeitig ein -vortreffliches Lehrbuch, eine Offenbarung tiefgründigen Schachdenkens und modernster Schachspielkunst dar. Seit vielen Jahren ist ein gleich hervorragendes Schachwerk nicht erschienen. Die Partien sind mit absoluter Objektivität und größtmöglicher Genauigkeit glossiert, dabei beschränkt sich Aljechin keineswegs auf das rein Variantenmäßige, sondern trachtet immer und vor allem das strategische Gerippe jeder Stellung eindringlich zu beleuchten und zu erklären. Zu bewundern ist insbesondere die felsenfeste Unbeirrbarkeit Aljechins, mit welcher er jede gegebene Stellung klar und ohne jeden Seitenblick auf das Endergebnis der Partien beurteilt, eine Tugend und eine Fähigkeit, der sich nur wenige Schachmeister erfreuen dürfen. Wollen wir nun Aljechin selbst reden lassen und eine Partie des Buches herausgreifen. Indisch. Weiß: Eduard Lasker. Schwarz : Yates. JVlodenachrichten. Zwei merkwürdig kontrastierende Richtungen charakterisieren die Mode unserer Tage. Der Herrenpaletot, der in den ersten Frühlingstagen auftauchte und beinahe uniformierend junge und ältere Frauen kleidete, ist ein Beispiel für die eine Richtung; das überreich gestickte, mit Spitzen und kompliziertem Faltenwurf geschmückte Crepe de Chine-Kleid, dessen Ergänzung der blumengeschmückte Hut ist, illustriert die andere Richtung. Auf der einen Seite betonte Einfachheit mit männlichem Einschlag, dem Bubenkopf und der schlanken Linie angepaßt, auf der anderen Seite gewissermaßen als Gegengewicht, Betonung des Weiblichen, der weichen Linie, ein Schwelgen im Faltenwurf, Farben, Blumen und Schmuck. Für den Vormittag und selbstverständlich für alle sportlichen Betätigungen wird man sich des einfachen, strengen knabenhaften Stils bedienen. Der Paletot aus englischem Stoff in geradem Schnitt, auf zwei Knöpfen geschlossen, ist sowohl fesch für kühle Frühlingstage als praktisch für Reise und Sport. Das im Winter durch den schwarzen Mantel in den Hintergrund geschobene Kostüm spielt wieder eine große Rolle; es gibt kurze flotte oder ganz lange paletotartige Jacken. Letztere bilden auch einen wesentlichen Bestandteil des Complets, das neuerdings in allen Kombinationen sich großen Beifalls erfreut. Das Complet aus leichtem Rips, Casha oder Seide, besteht aus Kleid und Jacke resp. Mantel oder Rock, Casaque unx Paletot; Futter und Casaque werden harmonisch gestimmt. Nähte, Falten und Knöpfe werden in Übereinstimmung verwendet, kurz der Fantasie bleibt der weiteste Spielraum zur Betätigung. Immer jedoch ist das angestrebte Ziel die harmonische Erscheinung. Neben diesne meist kostspieligen Toiletten wird das Jumperkleid aus Casha oder sonstigen leichten Wollstoffen veiter gern getragen; die weiße Garnitur am Hals und Manschetten, der rote oder andersfarbige Ledergürtel belebt das Ganze und mit dem heuer unvermeidlichen Filzhut und Schal in gleicher Fa-rbe ist ein flottes und wenig kostspieliges Slraßenkleid leicht hergestellt. Der Strohhut scheint dies Jahr in Ungnade gefallen zu sein. Filz und Velour in allen erdenklichen Nuancen werden getragen: zum Mantel, zum Complet, zum Kleid, ja selbst am Nachmittag gilt er als chic. Es scheint, daß erst mit den leichten Sommerkleidern die Zeit des Strohhuts beginnen wird. Vielleicht werden dann erst größere Formen, die oft recht kleidsam sind, auftauchen, jetzt doch ist klein und noch kleiner Schlagwort. Zwar nicht durchwegs clocheartig, sondern oft mit aufgebogenem Rand. Blumenschmuck ist neuerdings en vogue. Und die Modefarbe ist lila in allen Schattierungen. In Wollstoffen gilt sandfarben beige zimmt als modern, in Seidenstoffen werden stark gemusterte Stoffe mit einfarbig glatten kombiniert, verwendet. In der Fülle der reizvollen Modelle, die alle wetteifern, die Frauen jung erscheinen zu lassen, wird wohl für jede das Richtige zu finden sein. FREIBURG I. B. Tel. i88i Goethestrcijje 3 Tel. zSSi TÖCHTERPENSIONAT ffllllllllilB« COHN-BERNSTEIN Höhere Töditer- und Fortbildungssdutle. Vorbereitung für Gymnasium und Abiturienten. Eigene Villa mit Garten. Beste Verpflegung. Erste Referenden Dr. Rosenthals Sanatorium ,,V i 11 a Helene" in Baden-Baden, in uraltem Park ruhig und idyllisch gelegen, bietet für innerlich Kranke aller Art (ausgenommen ansteckende und Geisteskranke) sowie für Rekonvaleszenten und Erholungsbedürftige eine erwünschte Zuflucht. Moderne diagnostische und therapeutische Hilfsmittel stehen zur Verfügung, um eine sorgfältige klinische Beobachtung und Behandlung sicherzustellen. Die ärztliche Leitung liegt in Händen von Dr. Rosenthal, langjährigem I. Assistenten von Geh. Rat F. Klemperer-Berlin und anderen Klinikern. Vorzügliche Verpflegung, Diätküche, Bäder, Elektrotherapie, Höhensonne usw. Ganzjährig geöffnet. Nahe beim Kurhaus. Man verlange Prospekt. 1. d2 —d4 2. Sgl -13 3. c2-c3 Sg8g7f6 g6 In Verbindung mit dem Folgenden eine gekünstelte Methode, das Zentrum nach den Prinzipien der ,,guten alten Schule" mit den beiden Bauern zu besetzen. Die vorliegende Partie zeigt in lehrreicher Weise, wie wenig angebracht hier dieses Verfahren ist. 3........... Lf8-g7 4. Dd 1 — c2 0 — 0 5. e2 —c4(?) d7 —d6 6. Lf 1 -d3 .......... Ein geeigneteres Feld für diesen Läufer ist doch c4. 6........... Sb8—c6 7. Sbl-d2 ......... Und nun wäre die Entwicklung des Damenläufers nach g5 vorzuziehen gewesen. 7.......... Sf 6 — d 7 I Besser als sofort 7.) ... e 7 e 5 8.) d 4 X e 5 d6Xe5 9.) Sd2— c4usw. 8. Sd2 —c4e7 - e5 9. Lei g5 Dd8 — e8 10. d4 —d5? ......... Ein folgenschwerer strategischer Fehler; ohne dadurch irgend welche Chance auf dem Damenflügel zu bekommen, gestattet Weiß dem Gegner durch die Öffnung der f-linie eine dauernde Offensive im Halbzentrum zu erlangen. Die Versuche des Anziehenden, im folgenden zu einem Königsangriff zu kommen, führen nur zum öffnen neuer Zugsstraßen für die schwarzen Figuren und erleichtern dem Gegner damit das Übergehen in ein gewonnenes Endspiel. Das bei weitem kleinere Übel war 10. d 4 \' c 5 S d 7 X e 5 11. S c 4 \ e 5 S c 6 e 5 12. S(3Xe5 De8Xe5 13. Lg5-e3 usw. worauf das Spiel nur um eine Nuance zugunsten von Schwarz stünde. 10, II. 12. 13. 14. 15. 0-0-0 h2 -h4 e 4 X f 5 Dc2 Xd3 Dd3-e2 Sc6-e7 Sd7 --c5 f 7 f 5 Sc 5 X d3 + Lc8 Xf5 Die Stellung hat sich weiter geklärt. Abgesehen von der offenen Linie hat Schwarz eine nicht minder wichtige Chance in dem exponierten d-Bauer bekommen, welcher in dieser Phase des Spiels durch seinen Nachbarn nicht gut verteidigt werden kann, weil dies mit einer wei-