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Menorah · 1925-05-01 · Heft 5 (Mai 1925) · p. Seite 117

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
3 (1925)
Issue
Heft 5 (Mai 1925)
Article
Prof. Dr. Ch. Eckert: Altvater Nil [Rezension]
Date
1925-05-01
Page
Seite 117 (sequence 1)
Language
German
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M E N O R A H 117 Prof. Dr. Ch. ECKERT: ALTVATER NIL. Marcus & Webers Verlag, Bonn. Dieser Bericht von einer Vorfrühlingsfahrl durch Ägj'pten und den Sudan des Kölner Staatsrechtslehrers ist durchaus keine journalistische Angelegenheit, -wenn sie auch Niederschlag eines nur kurzen Aufenthaltes im Lande ist. Mit richtig deutscher professoraler Gründlichkeit wird, trotz des stellenweise antiquiert-hausbackenen Stils, ohne langweilig zu werden erzählt und berichtet. Wenn nun auch die Ägyptcnlitcratur wahrlich nicht gering ist, scheint mir auch dieses Buch am Platz zu sein, denn es ist mit Liebe geschrieben und gibt dem Leser einen instruktiven Überblick über den Stand und die Ergebnisse der Ausgrabungen, ohne zu sehr ins wissenschaftliche Detail zu gehen. Immer und immer wieder berührt das Bemühen Dr. Eckerts angenehm, einer Kultur, die der seinen nicht wesensverwandt ist, gerecht zu werden. Gute Naturschilderungen, persönliche Anteilnahme an dieser orientalischen Welt der Gegenwart und der Vergangenheit und die Ehrfurcht, die der Gelehrte ohne jenen reflektierenden Hurrahpatriotismus, der nach dem Kriege bei vielen deutschen Reisenden Notwendigkeit zu sein scheint, der monumentalen Antike Ägyptens und auch seiner Gegenwart entgegenbringt, lassen dieses freundliche Buch doppelt angenehm wirken. Selbst wenn sein Titel — vielleicht in Ideenassoziation an ein gewisses Riesengebirgsprodukt — eine erschrecklich langweilige Betrachtung Ägyptens und seines Altvaters durch eine deutsche Brille erwarten läßt. Hoeflich. Unser Mitarbeiter Hermann Fechenbach bittet uns seine neue Adresse wie folgt mitzuteilen : HERMANN FECHENBACH BAD MERGENTHEIM Wttg. Alle Anfragen betreffs Bilder, Porträts, Holzschnitten, Radierungen und Bibelillustrationen für Abonnenten werden ohne weitere Verpflichtungen erledigt. ARTHUR HOLITSCHER: LEBENS¬ GESCHICHTE EINES REBELLEN. S. Fischer Verlag, Berlin 1924. In seiner Selbstbiographie zeigt uns Holitscher, dem ein eingeborener hoher Begriff der Freiheit zu eigen ist, seine Wege des Suchens und Versuchens, um neue Formen der Gemeinschaft zu finden, um den steten Krieg der Glücklichen gegen die Unglücklichen, der Reichen gegen die Armen versöhnend zu lösen. Der Jude Höllischer, der in seiner Jugend jüdischer Tradition sich entfremdete, weiß in seinem Rcbellenbuch seine Auflehnung aus dem Verantwortungsgefühl vor seinem Gewissen und seiner inneren Wahrheit zu rechtfertigen. So bildet auch dieses Buch ein Dokument zur Entwurzelung des Judentums, das im Kampf der Rassen und Nationalitäten zu unterliegen droht, wenn nicht in der neuen-alten Heimat in Palästina ein starkes Bollwerk der Tradition entstehen wird. ARTHUR SCHNITZLER: FRÄULEIN ELSE. Paul Zsolnay Verlag, Wien 1924. Jene, die Schnitzler bereits zum alten Eisen legten, muß dieses Buch schwer getroffen und in ihrem Urteil wankend gemacht haben. Der Dichter Schnitzler hat mit sieggewohnter Hand aufs Neue den Leser in seinen Bann gezwungen. In seinem neuesten Buche „Fräulein Else" hat Schnitzler wieder die Form gewählt, die seinem ..Leutnant Gustl" zur Weltberühmtheit verhalf. In der knappsten, gedrängtesten Form schildert Schnitzler Vergangenheit, Gegenwart und Erfüllung des Schicksals seiner Heldin, in den 24 Stunden, in denen sich ein Geschehnis abspielt, das über ihr Leben entscheidet. In den Worten und Gedanken der jungen Else spiegelt sich ihre Umgebung, erstehen Gestalten von jener Schärfe der Charakteristik, wie sie nur der wunderbare Psychologe Schnitzler bilden konnte. Der Dichter hat das Milieu eines dem Volke und der Religion entfremdeten Wiener Judentums mehrmals geschildert. Die innere Haltlosigkeit, der Verlust der primitivsten Moralbegriffe, die Sittenverderbnis der sogenannten guten Gesellschaft wird in dieser Novelle schärfer enthüllt als je; in diesem episodenartigen Erlebnis, dessen Opfer eine junge reine Mädchenseele — Fräulein Else — ist, die, schon haltlos geworden, auf den Weg der Selbstvernichtung gedrängt wird. N. AAGE MADELUNG: DAS UNSTERB¬ LICHE Fischer Verlag, WILD. S. Berlin 1924. Die Erzählungen Aage Madelungs, der dem jüdischen Publikum besonders durch seinen Roman ,,Die Gezeichnelen" vertraut wurde, zeugen mit wunderbarer Phantasie und Intensität des Naturgefühls, von seinen Erlebnissen in den Städten und Steppen der Urwelt des russischen Bodens. Die wundersame Kraft, die Menschen und Tiere dort erfüllt, gibt diesen Erlebnissen eine ungeheure Spannung. Die Welt der Tiere öffnet sich dem Dichter, der mit feiner Psychologie das innerste Wesen der Kreatur zu schildern versucht. N. KLEIN 1RMCHEN, EIN KINDER¬ LIEDERBUCH VON CHRISTJAN MOR¬ GENSTERN. Zeichnungen von Josua Leander Gampp. Verlag 'Bruno Cassircr. Berlin. Erwachsene und Kinder sind meist verschiedener Auffassung über den Wert von Jugendliteratur. Zu den weitverbreitetsten Irrtümern gehört die Meinung, daß Kinder in frühester Jugend durch Sentimentalität erfreut werden. Die Naivität der Kleinen ist viel realer, viel härter. Es ist die Urkraft des Lebenwoltens, das instinktive Abschütteln aller Gedanken an die Schwächen des Lebens, das die Kleinen beherrscht. Jene Realität, die den Sprung ins Unwahrscheinliche, in das Gebiet der Phantasie als ewas ganz Selbstverständliches ansieht. Diese Stimmung hat Morgenstern in seinen Liedern wunderbar getroffen. Wir tun am Besten, den Dichter selbst sprechen zu lassen: Die Enten laufen Schlittschuh auf ihrem kleinen Teich Wo haben sie denn die Schlittschuh lier — sie sind doch gar nicht reich? Wo /iahen sie denn die Schlittschuh her? Woher? Vom Schlittschuhschmied! Der hat sie ihnen geschenkt weißt du, für ein Entenschnatterlied. Der Verlag Cassirer hat durch die Herausgabe dieses Kinderliederbuches, das viele mit Humor und Phantasie erfüllte Illustrationen enthält, die Literatur unserer Kleinsten wertvoll bereichert. N. Engadin Engadin TARASP-SCHULS-VULPERA Sehr bedeutendes Bad in der Schweiz. 1250 m. 20. Mai bis 20. September. Weltbekannte Mineralquellen in Verbindung mit Engadiner Höhenluft und Sonne. Diese in Europa einzige Kombination erklärt die glänzenden Fleilerfolge bei Verdauungs-, Stoffwechsel-, Nerven- und Tropenkrankheiten usw. Sommersport. Prospekte Nr. 30 durch Badeverwaltung, Kurhaus Tarasp, Verkehrsbureau Schuls und Verkehrsbureau Vulpera. ST. MORITZ-BAD das Heilbad im Flöhenklima. Natürliche Kohlensäurequellen mit sehr starkem Gasgehalt. Bade- und Trinkkuren; Freiluft-Liegekuren, Sonnenbäder, Tennis, Golf, Fischen, Rudern. Bergsport. Hotels und Kuranstalten mit jedem Komfort. Ein berühmtes, heilkräftiges Thermalbad in schönster Gebirgslandschaft der Schweiz. R ADIUMTH ERM AL B AD RAGAZ Als besonders heilkräftig gelten die Quellen gegen chronischen Rheumatismus, Gicht, chronische Krankheiten der Knochen, Gelenke und Muskeln, Steifigkeiten nach Verletzungen und Operationen, allgemeine Nervosität, Neurasthenie, Neuralgien (Ischias), chronische Rückenmarkleiden, Verdauungsstörungen, Magenleiden, nervöse Dyspepsie, Blasen-, Nierenleiden, Frauenleiden. Bade- und Trinkkuren.

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